Abteilung Pflanzen - Referat Landwirtschaft und Umwelt 2025
Ackerbauliche Übersicht 2025
Die Anbausaison war geprägt von guten Bedingungen für den Ackerbau. Durch das trockene Frühjahr waren die Bodenverhältnisse für die Anlage der Kulturpflanzen ideal. Der Aufgang der Pflanzen erfolgte rasch, und Spätfröste waren kaum zu verzeichnen. Unmittelbar danach kam es zu ausgiebigen Regenfällen im April und Mai. Anfang Mai waren lokal Starkregenereignisse mit Hagelunwettern und Erosionsschäden zu verzeichnen. Die Getreideernte erfolgte unter guten Bedingungen mit Spitzenerträgen bei der Gerste. Im Süden der Steiermark bleiben vielerorts die, für die Ertragsbildung wichtigen, Niederschläge im Juni aus. In Kombination mit der Hitze im Juli und August kam es du deutlichen Dürreschäden, vor allem auf Standorten mit sandigen Böden. In der restlichen Steiermark war 2025 ein sehr gutes Produktionsjahr mit Spitzenerträgen beim Mais und Kürbis. Die späte Maisernte verzögerte auch den Anbau der Winterbegrünungen. Begrünungsmischungen entwickelten sich im kalten und nassen Spätherbst nur langsam und konnten keine üppigen Bestände bilden.
Entwicklung der Nitratbelastung an den Nitratpegelmessstellen – GZÜV
Die Gewässerzustandsüberwachungs-Verordnung (GZÜV) regelt die chemische und mengenmäßige Überwachung des Grundwasserzustandes. In Österreich gibt es ein flächendeckendes Messnetz, welches in der Regel vierteljährlich beprobt wird. Nitrat gehört diesbezüglich zu jenen Parametern, die in der öffentlichen Diskussion eine enorme Rolle spielen. Der zulässige Parameterwert für Nitrat liegt bei 45 Milligramm je Liter Trinkwasser. Anhand der grafischen Darstellung im NGP 2021 des Bundesministeriums über ganz Österreich ergeben sich für die Steiermark weder Beobachtungs- noch voraussichtliche Maßnahmengebiete. Die Nitratwerte sind im Laufe des Jahres 2025 weiter gesunken.
Die nachfolgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Nitrat-Mittelwerte an den GZÜV-Messpegeln für ausgewählte Grundwasserkörper.
Die nachfolgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Nitrat-Mittelwerte an den GZÜV-Messpegeln für ausgewählte Grundwasserkörper.
Ein wichtiger Bestandteil in der Umsetzung von Boden- und Gewässerschutzmaßnahmen ist hierbei die Vermittlung der Inhalte der Grundwasserschutzprogramm-Verordnung bzw. die schlagbezogene Düngeplanerstellung.
2025 wurden umfassende Arbeiten für den Ausbau eines Nitrat-Informationsdienstes (NID) in grundwassersensiblen Gebieten (Hotspots) gestartet. Der Nitrat-Informationsdienst ist ein Düngeberatungsservice der Landwirtschaftskammer Steiermark, resp. Referat Landwirtschaft und Umwelt. Im Einzugsbereich dieser Hotspots werden insbesondere die Hauptkulturen Mais und Ölkürbis vor der Düngung und nach der Ernte beprobt. Getreideflächen werden nach der Ernte für Rest-Stickstoffanalysen beprobt.
2025 wurden umfassende Arbeiten für den Ausbau eines Nitrat-Informationsdienstes (NID) in grundwassersensiblen Gebieten (Hotspots) gestartet. Der Nitrat-Informationsdienst ist ein Düngeberatungsservice der Landwirtschaftskammer Steiermark, resp. Referat Landwirtschaft und Umwelt. Im Einzugsbereich dieser Hotspots werden insbesondere die Hauptkulturen Mais und Ölkürbis vor der Düngung und nach der Ernte beprobt. Getreideflächen werden nach der Ernte für Rest-Stickstoffanalysen beprobt.
Einzelbetriebliche Grundwasserschutzberatung
Bei der Düngung von Kulturen im Ackerbau sind die zulässigen jahreswirksamen Stickstoffdüngemengen pro Hektar und Jahr - gemäß Grundwasserschutzprogramm, Anlage 3 - für die jeweilige Düngeklasse einzuhalten. Dabei sind bei der schlagbezogenen Düngeplanung die Stickstoffnachlieferung des Bodens aus Vorfrucht und Ernterückständen und bei Bewässerungen/Beregnungen zusätzlich der im Gießwasser enthaltene Stickstoff zu berücksichtigen. Im Berichtsjahr 2025 wurden 435 einzelbetriebliche, schlagbezogene Düngeberatungen bzw. 30 gesamtbetriebliche Düngeberatungen durchgeführt.
Versuche zur Senkung der Stickstoff-Düngung
Ein weiterer Schwerpunkt war die Beprobung von Ackerflächen auf den Stickstoffgehalt im Boden. Die beprobten Ackerflächen lagen im Einzugsbereich ausgewählter Messpegel der Grundwasserzustandsüberwachungsverordnung (GZÜV). Die Bodenprobenahme erfolgte in drei Bodenschichten (0-30 cm, 30-60 cm und 60-90 cm).
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Ergebnisse der Herbstbeprobungen zu Mais und Ölkürbis:
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Ergebnisse der Herbstbeprobungen zu Mais und Ölkürbis:
Spezielle Versuchsfragen im Berichtsjahr 2025 waren:
- die Umsetzung des Sollwertsystems zu Mais,
- Mitarbeit im Projekt „TerraZo“ (teilflächenspezifische Düngung zu Mais unter Berücksichtigung der zulässigen Düngemaßnahmen, Validierung des Online-Tools),
- Untersaatenversuch zu Ölkürbis – Schauversuch
- Begrünungsversuch nach Körnermais und
- Sickerwassermengen, Nitratkonzentrationen im Sickerwasser und N-Austräge an den Versuchsstandorten von Graz bis Bad Radkersburg
Beratung zur Verringerung der Ammoniak-Emissionen
Um die Ammoniak-Emissionen in der Landwirtschaft zu reduzieren, sollte der Stickstoffeinsatz gesamtbetrieblich optimiert werden, wobei unterschiedliche Reduktionsmaßnahmen in den verschiedenen landwirtschaftlichen Produktionsformen zu setzen sind. Effiziente Hebel zur Reduzierung der Ammoniak-Emissionen betreffen beispielsweise die Wahl der Ausbringtechnik von Wirtschaftsdüngern, die praktizierte Fütterung, gesetzte bauliche Maßnahmen im Stall und die Erhöhung der Weidezeiten. Als wirkungsvollste Maßnahme zur Reduktion von NH3-Emissionen zählt die bodennahe streifenförmige Wirtschafsdüngerausbringung mit Minderungspotenzialen von bis zu 80 % bei Anwendung der Injektortechnik gegenüber der herkömmlichen Breitverteilung.
In Zusammenarbeit mit der BOKU Wien wurde eine einfache Methode zur Erfassung der Ammoniak-Ausgasung bei Gülledüngung eingesetzt. Der Versuchsaufbau berücksichtigte hierbei unterschiedliche Begrünungsvarianten bzw. Brache sowie die Verwendung von unterschiedlichen Ausbringtechniken (Schleppschlauch/Injektor). Begleitend wurden Nmin-Werte im Boden und Ammoniak-Ausgasungen von Grünschnittroggen und Brache verglichen. Um einen direkten Vergleich mit der herkömmlichen Ausbringtechnik (Prallteller) zu erhalten, wird der Versuch 2026 entsprechend adaptiert.
In Zusammenarbeit mit der BOKU Wien wurde eine einfache Methode zur Erfassung der Ammoniak-Ausgasung bei Gülledüngung eingesetzt. Der Versuchsaufbau berücksichtigte hierbei unterschiedliche Begrünungsvarianten bzw. Brache sowie die Verwendung von unterschiedlichen Ausbringtechniken (Schleppschlauch/Injektor). Begleitend wurden Nmin-Werte im Boden und Ammoniak-Ausgasungen von Grünschnittroggen und Brache verglichen. Um einen direkten Vergleich mit der herkömmlichen Ausbringtechnik (Prallteller) zu erhalten, wird der Versuch 2026 entsprechend adaptiert.