Abteilung Pflanzen - Biologischer Landbau 2025
Bio-Beratungsüberblick
Die Bio-Beratung in der Steiermark wird gemeinsam von BIO AUSTRIA Steiermark und dem Biozentrum der Landwirtschaftskammer Steiermark angeboten – dabei werden die positiven Synergien für eine schlagkräftige Beratung für die steirische Bio-Landwirtschaft genutzt. Quer über alle Produktionsbereiche werden die Betriebe direkt am Hof, telefonisch, per Mail und über diverse Kommunikationskanäle betreut. Im Jahr 2025 wurden vom gesamten Team 2.800 Stunden an Beratungen absolviert - dabei wurden 2.200 Bäuerinnen und Bauern beraten. Die Beratungen gliedern sich in die Bereiche Umstellungsberatung, Grundlagenberatungen zu Richtlinien, VIS-Anträgen und produktionsspezifische Beratungen.
2025 wurde der überwiegende Teil der Beratungsleistungen zur Betreuung bestehender Bio-Betriebe genutzt, Umstellungsberatungen wurden aufgrund einer geringen Anzahl an Neueinsteiger:innen in geringem Maße gebucht.
Bio-Grünland
In der Steiermark ist das Bio-Grünland die mit Abstand wichtigste Kultur in der landwirtschaftlichen Erzeugung. 35 % des Dauergrünlands in der Steiermark werden
biologisch bewirtschaftet. Das Bio-Grünlandberatungsteam arbeitet fachlich eng mit dem Grünlandkompetenzzentrum im Murtal unter der Leitung von Wolfgang Angeringer zusammen. Aktuelle Themen sind das häufigere Auftreten von Neophyten, wie den giftigen Kreuzkrautarten, oder die länger werdende Vegetationsperiode mit der Frage der Verwertung der Herbstaufwüchse. Dauerbrenner bleiben die abgestufte Wiesenbewirtschaftung, der effiziente Einsatz der Wirtschaftsdünger und der Betriebsmittel wie Kalk und Saatgut.
Im Bildungsprogramm wurden einige Kurse speziell zur Bio-Grünlandbewirtschaftung angeboten. Ein jährlicher Fixpunkt war der Weidefachtag, der heuer wegen der Maul- und Klauenseuche kurzfristig online umgesetzt wurde.
Bio-Rind
Einen großen Arbeitsbereich stellte heuer die Abwicklung der Folgeanträge für die betriebsbezogenen Enthornungen der Kälber dar, da die VIS-Anträge 2025 größtenteils ausgelaufen sind. Zahlreiche Newsletter, Aussendungen sowie telefonische Beratungen informierten unsere Betriebe über Richtlinien und Änderungen und hielt diese somit auf dem Laufenden. Die Versorgung der Betriebe mit den Informationen über das Bildungsangebot war ein weiterer Aufgabenbereich. Der Bereich Bio-Rinder und Grünlandbewirtschaftung ist ein wichtiges Standbein unserer Mitgliedsbetriebe und konnte durch rund 200 Hofbesuche im Rahmen des Q-Plus-Rind-Projektes vertieft werden. Vorrangig wurden die Betriebe über Haltungsmanagement, Tiergesundheit, Fütterungstechniken und Düngermanagement informiert und beraten.
Bio-Schaf und Bio-Ziege
Der überwiegende Teil der Bio-Schafe und Bio-Ziegen wurde 2025 über den Steirischen Schaf- und Ziegenzuchtverband sowie über die Weizer Schafbauern vermarktet. Die Direktvermarktung bleibt weiterhin ein zentraler Bestandteil, insbesondere für Bio-Milchprodukte. Die Fachgruppe „Fleisch aus Gras – Schafhaltung ohne Kraftfutter“ war 2025 erneut aktiv. Im Laufe des Jahres fanden zwei Treffen mit Betriebsbesichtigungen statt. Darüber hinaus war die Fachgruppe wieder beim Biofest Graz vertreten.
Im Bildungsbereich wurde der Kurs „Weide für Schafe und Ziegen“ sowohl in der Ost- als auch in der Obersteiermark erfolgreich durchgeführt. Ergänzend dazu fanden weitere Bildungsveranstaltungen unter anderem für Schaf- und Ziegenhalter:innen statt.
Bio-Tiergesundheit
Im Jahr 2025 wurde wieder eine Vielzahl an Kursen rund um die Bio-Tierhaltung und Tiergesundheit angeboten. Der Schwerpunkt lag dabei im Bereich der Wiederkäuer und reichte von „Mutter- und Ammengebundener Kälberaufzucht“ über „Grundfutterbasierte Wiederkäuerhaltung“ bis hin zum „Gesundheits-Check im Rinderstall“ inklusive Praxisteil. Auch Geflügelhalter:innen konnten an Kursen wie „Geflügelhaltung einmal anders“ teilnehmen. Für Bienenhalter:innen stand zudem eine Varroa-Schulung am Programm. Gerne genutzt wurden auch wieder die Servicetelefone Tiergesundheit mit Dr. Elisabeth Stöger für Wiederkäuer, Dr. Doris Gansinger für Geflügel und Mag. Charlotte Schlenker für Schweine.
Bio-Milchvermarktung
817 steirische Bio-Betriebe lieferten 93,65 Mio. kg Milch an die steirischen Molkereien.
Davon lieferten 420 Bio-Betriebe 48 Mio. kg Milch an die OM. Die steirischen Bio-Milchzuschläge liegen zwischen 7,8 Cent und 18,6 Cent netto. Das Ziel aller Molkereien ist eine marktkonforme Weiterentwicklung bei der Bio-Milchsammlung.
Bio-Fleischvermarktung
Die Nachfrage nach Bio-Rindfleisch war im Jahr 2025 hoch. Besonders im Segment der Bio-Jungrinder werden Lieferant:innen gesucht. Hauptgrund für die Verknappung ist ein Rückgang der Mutterkuhbetriebe. Die Preise sowohl für Bio-Jungrinder, Bio-Ochsen und -Kalbinnen als auch für Einsteller befand sich zu Jahresende auf einem sehr hohen Niveau. Markenfleischprogramme bieten interessante Absatz-möglichkeiten. Bio-Fresseraufzucht wird vermutlich in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
Bio-Ackerbau
Feldbegehungen und Praxisseminare sollen insbesondere den Erfahrungsaustausch zwischen den Betrieben fordern. Insgesamt wurden auf 10 Betrieben Feldbegehungen durchgeführt, bei denen auch besondere Kulturen und verschiedene Bodenbearbeitungsverfahren thematisiert wurden. In den gut besuchten Ackerbauseminaren wurde versucht, aktuelles Wissen zum biologischen Ackerbau praxisnah an die Teilnehmer:innen weiterzugegeben. Im Dezember stand beim Tag des Bodens erneut die Bodenfruchtbarkeit im Zentrum.
Bio-Ackerfrüchte
Nach zwei Jahren mit sehr niedrigen Preisen für Ackerfrüchte signalisierten die geringen
Lagerbestände im Frühjahr 2025 eine Preissteigerung. Diese Entwicklung bestätigte sich zur Ernte der Sommerfrüchte: Für Speise- und Futtergetreide konnten gute bis sehr gute Preise erzielt werden. Der Witterungsverlauf mit zeitweise ausgeprägter Trockenheit im Juni bis in den Juli hatte auf die Erträge keinen negativen Einfluss mehr und führte zu guten Qualitäten. Für den Herbst wurden weitere Preissteigerungen bei Soja und Mais erwartet, die am Markt aber nicht mehr umsetzbar waren. Da die Erträge bei Mais, Soja und vielfach auch beim Ölkürbis über dem langjährigen Durchschnitt lagen, konnte dennoch mit dem bestehenden Preisniveau eine gute Wirtschaftlichkeit erreicht werden. Angesichts der guten Nachfrage seitens der Mühlenwirtschaft und der Veredelungsbetriebe ist weiterhin von einem stabilen Preisniveau auszugehen.
Bio-Geflügel und Bio-Schwein
Der positive Trend in der Geflügelhaltung setzte sich auch 2025 weiter fort. Eine hohe
Nachfrage nach Geflügelprodukten gab es im In- und Ausland. In der Eiererzeugung und der Hühnermast werden seitens der Händler:innen neue Betriebe aktiv gesucht. Weiterhin herausfordernd bleiben jedoch hohe Produktions- sowie Baukosten. Zunehmendes Interesse erfährt auch die Haltung von Gänsen, Enten und Spezialgeflügel, wie ein gut besuchtes Webinar zeigte. Da speziell in der Geflügelhaltung präzise Kennzahlen für den wirtschaftlichen Erfolg maßgeblich sind, wurden in einem weiteren Seminar praxisorientierte Kalkulationen durchgeführt und die Resultate entsprechend ausgewertet. Die Bio-Schweinehaltung hat sich 2025 positiv weiterentwickelt und erstmals Basispreise für Mastschweine über 4 €/kg Schlachtgewicht (netto) ermöglicht!
Bio-Obst
Die österreichische Bio-Erwerbsobstfläche ist etwas rückläufig und betrug 2025 ca. 4.100 ha; davon befinden sich in der Steiermark etwas weniger als 50 %. Den größten Flächenanteil (ca. 55 %) nimmt in der Steiermark der Tafelapfel ein. Das Jahr 2025 war ein Jahr ohne gravierende Frostschäden und der Großteil der Betriebe konnte eine zufriedenstellende
Ernte einfahren. Herausforderungen gab es durch die lange Trocken- und Warmphase im Juni/Juli, die auf Betrieben ohne Bewässerung das Fruchtwachstum negativ beeinflusste und gleichzeitig auch die Regulierung verschiedener Wicklerarten erschwerte. Dadurch gab es auch wieder einen höheren Anteil an Industrie-Ware, wobei die Preise dafür nach wie vor gut sind. Die erst 2024 gestiegenen Konsumentenpreise für die Bio-Tafeläpfel waren hingegen nur von kurzer Dauer und wurden mit der Ernte 2025 wieder gesenkt. Für eine stabile und wirtschaftliche Produktion sind weiterhin Maßnahmen zur Frostabwehr/Bewässerung und eine gewisse Sortenbereinigung wichtig.
Bio-Weinbau
Die Pflanzenschutzsaison war hinsichtlich Peronospora eher entspannt, die massive Befallsdynamik von Flavescence dorée im südlichen Vulkanland war kritisch und wird in den kommenden Jahren eine Herausforderung. Von der Bio-Weinbauberatung wurden Einzelberatungen, Erfahrungsaustausche und Weiterbildungsveranstaltungen angeboten. Auf EU-Ebene vertrat Sabrina Dreisiebner-Lanz für BIO AUSTRIA die Interessen der Bio-Weinbaubetriebe hinsichtlich der Zulassung von Kaliumphosphonat bei zahlreichen persönlichen Treffen und Online-Terminen. Im Jahr 2025 wurden das Bildungsprojekt BeeP! (Stärkung der Biodiversität im Obst- und Weinbau) und das LIFE-Projekt VineAdapt (Nachhaltiger Weinbau zur Anpassung an den Klimawandel) abgeschlossen. Aktuell läuft zum Thema Pflanzenschutz das EIP-AGRI Projekt „CUrt“ mit Exakt- und Feldversuchen zu Kupferreduzierung im Apfel- und Weinbau. Dem Thema Biodiversität widmen sich das Biotopverbund-Projekt und das Horizon-Projekt FarmBioNet.
Bio-Gemüsebau
Das Bildungsprogramm im Bio-Gemüsebau bot ein breites Themenspektrum: Von Bio-Pilzzucht mit praktischem Substratbau, über Wintergemüse mit Informationen zu Sortenwahl, Anbau und Vermarktung inklusive Betriebsbesichtigung bis hin zu Webinaren über Extremwetter und syntropischer Landwirtschaft. Einen wichtigen Schwerpunkt bildeten die vier verschiedenen Vernetzungstreffen, bei denen es neben einer Betriebsführung auch viel Raum für gegenseitigen Erfahrungsaustausch gab.
Bio-Direktvermarktung
Rund 230 Betriebe sind derzeit als Direktvermarkter:innen bei BIO AUSTRIASteiermark gelistet - das entspricht etwa zehn Prozent aller Mitglieder in der Steiermark. Gegenüber dem Jahr 2024 ist die Zahl der direktvermarktenden Betriebe um zehn Betriebe gestiegen. Diese Entwicklung bestätigt den insgesamt sehr positiven Trend in der Direktvermarktung. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass knapp 80 Prozent der Betriebe mit ihren wirtschaftlichen Ergebnissen zufrieden sind, weitere 15 Prozent sogar sehr zufrieden. Die Direktvermarktung erweist sich damit für viele Betriebe als stabiles und zukunftsfähiges Standbein. Um diesen Erfolg weiter zu stärken und auszubauen, wurden im Jahr 2025 gezielte Maßnahmen für direktvermarktende Betriebe gesetzt. Im Rahmen gezielter Serviceangebote wurde der Workshop zum Thema „Bio überzeugend präsentieren“ durchgeführt. Zur rechtlichen Absicherung und Professionalisierung der Produktkennzeichnung werden Etikettenchecks angeboten, die 30 Betriebe nutzten. Zusatzlich unterstützten Vor-Ort-Beratungen den Einstieg in die Direktvermarktung. Ein Schwerpunkt lag auf der Betreuung der vier steirischen Bio-Bauernmärkte. 2025 wurden das 30-jahrige Jubiläum des Bio-Bauernmarkts Neumarkt sowie das einjährige Bestehen des Bio-Bauernmarkts Lendplatz begangen.
Die Bio-Beratung in der Steiermark wird gemeinsam von BIO AUSTRIA Steiermark und dem Biozentrum der Landwirtschaftskammer Steiermark angeboten – dabei werden die positiven Synergien für eine schlagkräftige Beratung für die steirische Bio-Landwirtschaft genutzt. Quer über alle Produktionsbereiche werden die Betriebe direkt am Hof, telefonisch, per Mail und über diverse Kommunikationskanäle betreut. Im Jahr 2025 wurden vom gesamten Team 2.800 Stunden an Beratungen absolviert - dabei wurden 2.200 Bäuerinnen und Bauern beraten. Die Beratungen gliedern sich in die Bereiche Umstellungsberatung, Grundlagenberatungen zu Richtlinien, VIS-Anträgen und produktionsspezifische Beratungen.
2025 wurde der überwiegende Teil der Beratungsleistungen zur Betreuung bestehender Bio-Betriebe genutzt, Umstellungsberatungen wurden aufgrund einer geringen Anzahl an Neueinsteiger:innen in geringem Maße gebucht.
Bio-Grünland
In der Steiermark ist das Bio-Grünland die mit Abstand wichtigste Kultur in der landwirtschaftlichen Erzeugung. 35 % des Dauergrünlands in der Steiermark werden
biologisch bewirtschaftet. Das Bio-Grünlandberatungsteam arbeitet fachlich eng mit dem Grünlandkompetenzzentrum im Murtal unter der Leitung von Wolfgang Angeringer zusammen. Aktuelle Themen sind das häufigere Auftreten von Neophyten, wie den giftigen Kreuzkrautarten, oder die länger werdende Vegetationsperiode mit der Frage der Verwertung der Herbstaufwüchse. Dauerbrenner bleiben die abgestufte Wiesenbewirtschaftung, der effiziente Einsatz der Wirtschaftsdünger und der Betriebsmittel wie Kalk und Saatgut.
Im Bildungsprogramm wurden einige Kurse speziell zur Bio-Grünlandbewirtschaftung angeboten. Ein jährlicher Fixpunkt war der Weidefachtag, der heuer wegen der Maul- und Klauenseuche kurzfristig online umgesetzt wurde.
Bio-Rind
Einen großen Arbeitsbereich stellte heuer die Abwicklung der Folgeanträge für die betriebsbezogenen Enthornungen der Kälber dar, da die VIS-Anträge 2025 größtenteils ausgelaufen sind. Zahlreiche Newsletter, Aussendungen sowie telefonische Beratungen informierten unsere Betriebe über Richtlinien und Änderungen und hielt diese somit auf dem Laufenden. Die Versorgung der Betriebe mit den Informationen über das Bildungsangebot war ein weiterer Aufgabenbereich. Der Bereich Bio-Rinder und Grünlandbewirtschaftung ist ein wichtiges Standbein unserer Mitgliedsbetriebe und konnte durch rund 200 Hofbesuche im Rahmen des Q-Plus-Rind-Projektes vertieft werden. Vorrangig wurden die Betriebe über Haltungsmanagement, Tiergesundheit, Fütterungstechniken und Düngermanagement informiert und beraten.
Bio-Schaf und Bio-Ziege
Der überwiegende Teil der Bio-Schafe und Bio-Ziegen wurde 2025 über den Steirischen Schaf- und Ziegenzuchtverband sowie über die Weizer Schafbauern vermarktet. Die Direktvermarktung bleibt weiterhin ein zentraler Bestandteil, insbesondere für Bio-Milchprodukte. Die Fachgruppe „Fleisch aus Gras – Schafhaltung ohne Kraftfutter“ war 2025 erneut aktiv. Im Laufe des Jahres fanden zwei Treffen mit Betriebsbesichtigungen statt. Darüber hinaus war die Fachgruppe wieder beim Biofest Graz vertreten.
Im Bildungsbereich wurde der Kurs „Weide für Schafe und Ziegen“ sowohl in der Ost- als auch in der Obersteiermark erfolgreich durchgeführt. Ergänzend dazu fanden weitere Bildungsveranstaltungen unter anderem für Schaf- und Ziegenhalter:innen statt.
Bio-Tiergesundheit
Im Jahr 2025 wurde wieder eine Vielzahl an Kursen rund um die Bio-Tierhaltung und Tiergesundheit angeboten. Der Schwerpunkt lag dabei im Bereich der Wiederkäuer und reichte von „Mutter- und Ammengebundener Kälberaufzucht“ über „Grundfutterbasierte Wiederkäuerhaltung“ bis hin zum „Gesundheits-Check im Rinderstall“ inklusive Praxisteil. Auch Geflügelhalter:innen konnten an Kursen wie „Geflügelhaltung einmal anders“ teilnehmen. Für Bienenhalter:innen stand zudem eine Varroa-Schulung am Programm. Gerne genutzt wurden auch wieder die Servicetelefone Tiergesundheit mit Dr. Elisabeth Stöger für Wiederkäuer, Dr. Doris Gansinger für Geflügel und Mag. Charlotte Schlenker für Schweine.
Bio-Milchvermarktung
817 steirische Bio-Betriebe lieferten 93,65 Mio. kg Milch an die steirischen Molkereien.
Davon lieferten 420 Bio-Betriebe 48 Mio. kg Milch an die OM. Die steirischen Bio-Milchzuschläge liegen zwischen 7,8 Cent und 18,6 Cent netto. Das Ziel aller Molkereien ist eine marktkonforme Weiterentwicklung bei der Bio-Milchsammlung.
Bio-Fleischvermarktung
Die Nachfrage nach Bio-Rindfleisch war im Jahr 2025 hoch. Besonders im Segment der Bio-Jungrinder werden Lieferant:innen gesucht. Hauptgrund für die Verknappung ist ein Rückgang der Mutterkuhbetriebe. Die Preise sowohl für Bio-Jungrinder, Bio-Ochsen und -Kalbinnen als auch für Einsteller befand sich zu Jahresende auf einem sehr hohen Niveau. Markenfleischprogramme bieten interessante Absatz-möglichkeiten. Bio-Fresseraufzucht wird vermutlich in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
Bio-Ackerbau
Feldbegehungen und Praxisseminare sollen insbesondere den Erfahrungsaustausch zwischen den Betrieben fordern. Insgesamt wurden auf 10 Betrieben Feldbegehungen durchgeführt, bei denen auch besondere Kulturen und verschiedene Bodenbearbeitungsverfahren thematisiert wurden. In den gut besuchten Ackerbauseminaren wurde versucht, aktuelles Wissen zum biologischen Ackerbau praxisnah an die Teilnehmer:innen weiterzugegeben. Im Dezember stand beim Tag des Bodens erneut die Bodenfruchtbarkeit im Zentrum.
Bio-Ackerfrüchte
Nach zwei Jahren mit sehr niedrigen Preisen für Ackerfrüchte signalisierten die geringen
Lagerbestände im Frühjahr 2025 eine Preissteigerung. Diese Entwicklung bestätigte sich zur Ernte der Sommerfrüchte: Für Speise- und Futtergetreide konnten gute bis sehr gute Preise erzielt werden. Der Witterungsverlauf mit zeitweise ausgeprägter Trockenheit im Juni bis in den Juli hatte auf die Erträge keinen negativen Einfluss mehr und führte zu guten Qualitäten. Für den Herbst wurden weitere Preissteigerungen bei Soja und Mais erwartet, die am Markt aber nicht mehr umsetzbar waren. Da die Erträge bei Mais, Soja und vielfach auch beim Ölkürbis über dem langjährigen Durchschnitt lagen, konnte dennoch mit dem bestehenden Preisniveau eine gute Wirtschaftlichkeit erreicht werden. Angesichts der guten Nachfrage seitens der Mühlenwirtschaft und der Veredelungsbetriebe ist weiterhin von einem stabilen Preisniveau auszugehen.
Bio-Geflügel und Bio-Schwein
Der positive Trend in der Geflügelhaltung setzte sich auch 2025 weiter fort. Eine hohe
Nachfrage nach Geflügelprodukten gab es im In- und Ausland. In der Eiererzeugung und der Hühnermast werden seitens der Händler:innen neue Betriebe aktiv gesucht. Weiterhin herausfordernd bleiben jedoch hohe Produktions- sowie Baukosten. Zunehmendes Interesse erfährt auch die Haltung von Gänsen, Enten und Spezialgeflügel, wie ein gut besuchtes Webinar zeigte. Da speziell in der Geflügelhaltung präzise Kennzahlen für den wirtschaftlichen Erfolg maßgeblich sind, wurden in einem weiteren Seminar praxisorientierte Kalkulationen durchgeführt und die Resultate entsprechend ausgewertet. Die Bio-Schweinehaltung hat sich 2025 positiv weiterentwickelt und erstmals Basispreise für Mastschweine über 4 €/kg Schlachtgewicht (netto) ermöglicht!
Bio-Obst
Die österreichische Bio-Erwerbsobstfläche ist etwas rückläufig und betrug 2025 ca. 4.100 ha; davon befinden sich in der Steiermark etwas weniger als 50 %. Den größten Flächenanteil (ca. 55 %) nimmt in der Steiermark der Tafelapfel ein. Das Jahr 2025 war ein Jahr ohne gravierende Frostschäden und der Großteil der Betriebe konnte eine zufriedenstellende
Ernte einfahren. Herausforderungen gab es durch die lange Trocken- und Warmphase im Juni/Juli, die auf Betrieben ohne Bewässerung das Fruchtwachstum negativ beeinflusste und gleichzeitig auch die Regulierung verschiedener Wicklerarten erschwerte. Dadurch gab es auch wieder einen höheren Anteil an Industrie-Ware, wobei die Preise dafür nach wie vor gut sind. Die erst 2024 gestiegenen Konsumentenpreise für die Bio-Tafeläpfel waren hingegen nur von kurzer Dauer und wurden mit der Ernte 2025 wieder gesenkt. Für eine stabile und wirtschaftliche Produktion sind weiterhin Maßnahmen zur Frostabwehr/Bewässerung und eine gewisse Sortenbereinigung wichtig.
Bio-Weinbau
Die Pflanzenschutzsaison war hinsichtlich Peronospora eher entspannt, die massive Befallsdynamik von Flavescence dorée im südlichen Vulkanland war kritisch und wird in den kommenden Jahren eine Herausforderung. Von der Bio-Weinbauberatung wurden Einzelberatungen, Erfahrungsaustausche und Weiterbildungsveranstaltungen angeboten. Auf EU-Ebene vertrat Sabrina Dreisiebner-Lanz für BIO AUSTRIA die Interessen der Bio-Weinbaubetriebe hinsichtlich der Zulassung von Kaliumphosphonat bei zahlreichen persönlichen Treffen und Online-Terminen. Im Jahr 2025 wurden das Bildungsprojekt BeeP! (Stärkung der Biodiversität im Obst- und Weinbau) und das LIFE-Projekt VineAdapt (Nachhaltiger Weinbau zur Anpassung an den Klimawandel) abgeschlossen. Aktuell läuft zum Thema Pflanzenschutz das EIP-AGRI Projekt „CUrt“ mit Exakt- und Feldversuchen zu Kupferreduzierung im Apfel- und Weinbau. Dem Thema Biodiversität widmen sich das Biotopverbund-Projekt und das Horizon-Projekt FarmBioNet.
Bio-Gemüsebau
Das Bildungsprogramm im Bio-Gemüsebau bot ein breites Themenspektrum: Von Bio-Pilzzucht mit praktischem Substratbau, über Wintergemüse mit Informationen zu Sortenwahl, Anbau und Vermarktung inklusive Betriebsbesichtigung bis hin zu Webinaren über Extremwetter und syntropischer Landwirtschaft. Einen wichtigen Schwerpunkt bildeten die vier verschiedenen Vernetzungstreffen, bei denen es neben einer Betriebsführung auch viel Raum für gegenseitigen Erfahrungsaustausch gab.
Bio-Direktvermarktung
Rund 230 Betriebe sind derzeit als Direktvermarkter:innen bei BIO AUSTRIASteiermark gelistet - das entspricht etwa zehn Prozent aller Mitglieder in der Steiermark. Gegenüber dem Jahr 2024 ist die Zahl der direktvermarktenden Betriebe um zehn Betriebe gestiegen. Diese Entwicklung bestätigt den insgesamt sehr positiven Trend in der Direktvermarktung. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass knapp 80 Prozent der Betriebe mit ihren wirtschaftlichen Ergebnissen zufrieden sind, weitere 15 Prozent sogar sehr zufrieden. Die Direktvermarktung erweist sich damit für viele Betriebe als stabiles und zukunftsfähiges Standbein. Um diesen Erfolg weiter zu stärken und auszubauen, wurden im Jahr 2025 gezielte Maßnahmen für direktvermarktende Betriebe gesetzt. Im Rahmen gezielter Serviceangebote wurde der Workshop zum Thema „Bio überzeugend präsentieren“ durchgeführt. Zur rechtlichen Absicherung und Professionalisierung der Produktkennzeichnung werden Etikettenchecks angeboten, die 30 Betriebe nutzten. Zusatzlich unterstützten Vor-Ort-Beratungen den Einstieg in die Direktvermarktung. Ein Schwerpunkt lag auf der Betreuung der vier steirischen Bio-Bauernmärkte. 2025 wurden das 30-jahrige Jubiläum des Bio-Bauernmarkts Neumarkt sowie das einjährige Bestehen des Bio-Bauernmarkts Lendplatz begangen.