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Webinar Borkenkäfer © Landwirtschaftskammer Steiermark

Borkenkäfer Webinar

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30.09.2026 | von DI Florian Hechenblaikner und Nikolaus Strobl

Fragen & Antworten zum Borkenkäfer

Sind neben Fichten auch andere Baumarten von Borkenkäfern betroffen? Bei uns zum Beispiel eine Atlaszeder?
Ja. Es gibt sehr viele verschiedene Borkenkäferarten, die jeweils unterschiedliche Baumarten befallen können. Neben der Fichte können beispielsweise auch Kiefer, Tanne, Lärche oder Douglasie betroffen sein.
Der Buchdrucker, der derzeit die größte Bedeutung in unseren Fichtenwäldern hat, ist allerdings sehr stark an die Fichte gebunden. Bei einer Atlaszeder wäre daher nicht automatisch von Buchdruckerbefall auszugehen. Hier sollte das konkrete Schad- und Brutbild genauer untersucht und nach Möglichkeit die Käferart bestimmt werden.
 

Wenn ich Ende September erste Anzeichen eines Borkenkäferbefalls wie Bohrmehl und Einbohrlöcher feststelle, muss ich sofort handeln oder kann ich bis zum Winter warten?
Frisches braunes Bohrmehl ist auch im Herbst ein wichtiges Zeichen für aktuellen oder zumindest sehr jungen Befall. Der betreffende Baum sollte daher genauer kontrolliert werden. Befinden sich noch Käfer oder entwicklungsfähige Brut unter der Rinde, sollte der Baum möglichst rasch aufgearbeitet und das befallene Material unschädlich gemacht oder aus dem Wald gebracht werden. Einfach bis zum Frühjahr zuzuwarten ist nicht empfehlenswert. Neuere Untersuchungen zeigen zudem, dass der Buchdrucker bei warmer Witterung auch im Herbst länger aktiv bleiben und teilweise noch Brut anlegen kann.
 

Hatten die hohen Temperaturen in diesem Jahr Einfluss auf die Entwicklung und Vermehrung des Borkenkäfers?
Ja. Hohe Temperaturen beschleunigen grundsätzlich die Entwicklung des Buchdruckers. Generationen können dadurch früher abgeschlossen werden und unter günstigen Bedingungen können zusätzliche Generationen oder Geschwisterbruten entstehen. Gleichzeitig schwächen längere Hitze- und Trockenperioden die Fichten und vermindern deren Abwehrfähigkeit. Entscheidend ist daher immer das Zusammenspiel zwischen Käferentwicklung, Witterung und Vitalität der Wirtsbäume.
 

Woran erkennt man den Unterschied zwischen Einbohrlöchern und Ausbohrlöchern beim Borkenkäfer?
Beim Einbohren wird häufig braunes Bohrmehl aus dem Bohrloch ausgeworfen. Dieses sammelt sich beispielsweise in Rindenschuppen, am Stammfuß, auf Spinnweben oder auf der Bodenvegetation. Beim Ausbohren fertig entwickelter Käfer entsteht dagegen normalerweise kein typisches frisches Bohrmehl mehr. Allein anhand eines einzelnen Loches ist die Unterscheidung aber nicht immer sicher möglich. Deshalb sollten zusätzlich Bohrmehl, Harzfluss, Brutbild und Entwicklungsstadien unter der Rinde kontrolliert werden.
 

Wie lange dauert die Entwicklung vom weißen Stadium bis zum fertigen Jungkäfer?
Das hängt stark von der Temperatur und davon ab, welches Entwicklungsstadium bereits erreicht ist.
Aus den Eiern schlüpfen nach ungefähr ein bis zwei Wochen die Larven. Die Larvenentwicklung dauert mehrere Wochen, anschließend folgt das Puppenstadium. Dieses dauert meist etwa ein bis zwei Wochen. Danach entsteht zunächst ein heller Jungkäfer, der noch einen Reifungsfraß durchführt. Vom Ei bis zum fertig entwickelten Käfer dauert die Entwicklung unter günstigen Bedingungen insgesamt mehrere Wochen. Je wärmer es innerhalb des günstigen Temperaturbereichs ist, desto schneller verläuft sie.
 

Hat ein Fangbaum im Herbst eine bessere Wirkung, weil sich die Borkenkäfer zur Überwinterung im Stammholz einfinden?
Nein. Fangbäume werden in erster Linie im Frühjahr eingesetzt. Dazu werden geeignete Fichten rechtzeitig vor dem Schwärmflug gefällt. Die ausschwärmenden Käfer nutzen diese Bäume als attraktives Brutmaterial.
Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle. Der Fangbaum muss rechtzeitig aufgearbeitet oder anderweitig unschädlich gemacht werden, bevor sich die neue Käfergeneration fertig entwickelt und ausfliegt. Als gezielte Methode zum Abfangen überwinternder Käfer im Herbst eignet sich der Fangbaum nicht.
 

Wie finde ich Borkenkäfer im Winter?
Im Winter ist frisches Bohrmehl als Befallsmerkmal weniger bedeutend. Stattdessen sollte gezielt nach bereits im Sommer oder Herbst befallenen Fichten gesucht werden. Hinweise können Rindenabfall, Spechtabschläge, Kronenverfärbung oder Nadelverlust sein. Die Krone kann bei spät befallenen Bäumen aber durchaus noch grün aussehen. Bei verdächtigen Bäumen sollte die Rinde an mehreren Stellen kontrolliert werden. Buchdrucker können als Käfer, Larven oder Puppen unter beziehungsweise in der Rinde überwintern. Ein Teil der fertigen Käfer überwintert auch in der Bodenstreu.
 

Was kann ich tun, wenn mein Waldnachbar Käferholz nicht aufarbeitet?
Zunächst sollte das direkte Gespräch gesucht und auf die mögliche Gefährdung angrenzender Bestände hingewiesen werden. Nach dem Forstgesetz sind Waldeigentümer verpflichtet, einer gefahrdrohenden Vermehrung von Forstschädlingen vorzubeugen beziehungsweise entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen zu setzen. Besteht weiterhin eine konkrete Gefahr und werden keine Maßnahmen getroffen, sollte der zuständige Bezirksforstdienst beziehungsweise die Bezirksverwaltungsbehörde informiert werden.
 

Mit welchem Alter ist der Buchdrucker geschlechtsreif und kann Eier ablegen?
Nach der Verpuppung entsteht zunächst ein heller und noch weicher Jungkäfer. Dieser führt unter der Rinde einen sogenannten Reifungsfraß durch. Erst danach ist der Käfer vollständig ausgereift und kann sich an einer weiteren Brut beteiligen. Dieser Reifungsfraß dauert abhängig von der Temperatur ungefähr zwei bis drei Wochen.
 

Wie viele Eier kann ein Buchdruckerweibchen ablegen?
Ein Weibchen legt entlang des Mutterganges mehrere Eier ab. Je Muttergang werden etwa 20 bis 80 Eier abgelegt. Nach der ersten Brut können die Altkäfer weitere sogenannte Geschwisterbruten anlegen. Ein Weibchen kann deshalb im Laufe einer Vegetationsperiode deutlich mehr Eier produzieren als bei einer einzelnen Brut.
 

Überleben Eier und Larven auch länger anhaltende Minusgrade?
Das hängt stark vom Entwicklungsstadium, von der Dauer der Kälte und von den tatsächlichen Temperaturen unter der Rinde ab. Eier und junge Larven sind gegenüber starkem Frost empfindlicher. Ältere Larven, Puppen und insbesondere fertig entwickelte Käfer sind deutlich widerstandsfähiger. Ein kalter Winter bedeutet daher nicht automatisch, dass die Borkenkäferpopulation stark zurückgeht. Viele Käfer können geschützt unter beziehungsweise in der Rinde überwintern.
 

Welche Form von Totholz ist ökologisch wertvoller – stehendes oder liegendes Totholz?
Aus Sicht der Biodiversität ist eine Mischung aus unterschiedlichen Totholzformen besonders wertvoll. Stehendes, stärkeres Totholz bietet unter anderem Lebensraum für Spechte, Höhlenbewohner und zahlreiche Insekten. Liegendes Totholz ist wiederum für viele Pilze, Insekten, Bodenorganismen und den Nährstoffkreislauf wichtig. Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen Totholz und noch käferwirksamem Brutmaterial. Befinden sich in einer frisch befallenen Fichte noch Buchdrucker oder entwicklungsfähige Brut, sollte diese aus Forstschutzsicht entsprechend behandelt werden.
 

Muss jeder alte Käferbaum noch gefällt werden?
Nein. Entscheidend ist, ob sich noch entwicklungsfähige Brut oder Käfer im Baum befinden. Ist die Rinde bereits großflächig abgefallen und sind die Buchdrucker vollständig ausgeflogen, hat die Entnahme aus Sicht der unmittelbaren Borkenkäferbekämpfung keinen Nutzen mehr. Solche Bäume können – sofern keine anderen Gründe wie beispielsweise Verkehrssicherheit dagegensprechen – auch als Totholz im Bestand verbleiben.
 

Kann es für den Borkenkäfer auch zu warm werden?
Ja. Die Entwicklung des Buchdruckers beschleunigt sich nicht unbegrenzt mit steigender Temperatur.
Bei sehr hohen Temperaturen kann seine Aktivität eingeschränkt werden. Während heißer Sommerperioden kann sich der Befall beispielsweise von stark aufgeheizten Bestandesrändern stärker in kühlere Bestandesbereiche verlagern. Gleichzeitig schwächen Hitze und Trockenheit die Fichten. Sehr warme und trockene Jahre können daher insgesamt trotzdem günstige Bedingungen für eine starke Borkenkäferentwicklung schaffen.
 

Gibt es beim Borkenkäfer eine „Verwirrungsmethode“ wie im Obstbau?
Pheromone werden beim Buchdrucker sehr erfolgreich eingesetzt, allerdings vor allem für das Monitoring des Schwärmverlaufs. Eine mit dem Obstbau vergleichbare flächige Verwirrungsmethode, mit der der Befall zuverlässig verhindert werden kann, steht beim Buchdrucker derzeit nicht zur Verfügung. Pheromonfallen ersetzen daher weder die laufende Kontrolle der Bestände noch die rasche Aufarbeitung befallener Bäume.
 

Kann ich aus den Fangzahlen einer Pheromonfalle ableiten, wie viele Käferbäume entstehen werden?
Nein. Fangzahlen zeigen vor allem, wann und wie intensiv die Käfer fliegen. Aus einer bestimmten Fangmenge lässt sich nicht direkt ableiten, wie viele Fichten anschließend befallen werden. Das hängt unter anderem vom vorhandenen Brutmaterial, der Vitalität der Fichten, der Käferpopulation und der Witterung ab. Pheromonfallen sind deshalb vor allem ein Monitoringinstrument, um den Schwärmverlauf zu beobachten und den richtigen Zeitpunkt für verstärkte Bestandeskontrollen zu erkennen.
 

Warum kann ein Käferbaum noch eine grüne Krone haben?
Zwischen dem erfolgreichen Befall einer Fichte und deutlich sichtbaren Veränderungen in der Krone können mehrere Wochen liegen. Unter der Rinde kann sich deshalb bereits eine weit entwickelte Brut befinden, obwohl die Krone noch grün aussieht. Gerade bei spät im Sommer oder Herbst befallenen Bäumen ist das häufig der Fall. Deshalb sollte man sich bei der Befallssuche nicht ausschließlich auf rote oder braune Kronen verlassen. Frisches braunes Bohrmehl ist ein wesentlich früheres Befallsmerkmal.
 

Wo soll ich bei der Suche nach Bohrmehl besonders genau hinschauen?
Bohrmehl bleibt häufig in Rindenschuppen hängen. Es kann sich aber auch am Stammfuß, auf Spinnweben, Moos, Wurzelanläufen oder auf der Vegetation rund um den Stamm sammeln. Besonders gute Chancen hat man bei trockenem und möglichst windstillem Wetter. Nach stärkeren Regenfällen kann vorhandenes Bohrmehl abgewaschen sein.
 

Wo sollte ich im Bestand zuerst nach Käferbäumen suchen?
Besonders wichtig sind Bereiche, in denen bereits Befall aufgetreten ist, sowie Bestandesränder und Bereiche mit vorgeschädigten Fichten. Im Frühjahr werden häufig stärker besonnte Bestandesränder zuerst befallen. Bei sehr hohen Sommertemperaturen kann sich der Befall dagegen auch stärker in das Bestandesinnere verlagern. Auch Einzelwürfe, Schneebrüche, frisch geschädigte Fichten oder noch vorhandenes Brutmaterial sollten besonders genau kontrolliert werden.
 

Wie oft sollte ich gefährdete Fichtenbestände kontrollieren?
Während der Schwärm- und Befallszeit sollten gefährdete Bestände regelmäßig kontrolliert werden. Bei hohem Befallsdruck und günstiger Käferwitterung sind kurze Kontrollintervalle in einem Abstand von ein bis zwei Wochen besonders wichtig. Entscheidend ist, neuen Befall möglichst früh zu erkennen. Ist die Krone bereits rotbraun und die Rinde großflächig abgefallen, sind die Käfer häufig schon ausgeflogen.
 

Reicht es, befallene Bäume nur zu fällen?
Nein. Durch das Fällen wird die Brut unter der Rinde nicht automatisch unschädlich. Befallenes Holz muss rechtzeitig aus dem gefährdeten Bereich entfernt oder so behandelt werden, dass die weitere Entwicklung beziehungsweise der Ausflug der Käfer verhindert wird. Je nach Entwicklungsstadium kommen beispielsweise rechtzeitiger Abtransport, Entrindung oder andere geeignete Verfahren infrage.
 

Wann ist Entrinden sinnvoll?
Entrinden ist besonders wirksam, solange sich überwiegend Eier, Larven oder Puppen unter der Rinde befinden. Durch das Entfernen der Rinde werden diese Entwicklungsstadien freigelegt und trocknen in der Regel rasch aus. Sind bereits fertig entwickelte Käfer vorhanden, ist die Situation schwieriger. Fertige Käfer können teilweise auch in abgelöster Rinde überleben. Das Entwicklungsstadium sollte deshalb vor der Maßnahme kontrolliert werden.
 

Kann ich Käferholz einfach im Wald lagern, wenn es ausreichend weit vom nächsten Fichtenbestand entfernt ist?
Eine ausreichende Entfernung zu gefährdeten Fichtenbeständen kann das Risiko reduzieren, ersetzt aber nicht automatisch eine wirksame Behandlung des Käferholzes. Befinden sich noch entwicklungsfähige Käfer im Holz, können diese ausfliegen und neue Brutbäume suchen. Entscheidend sind daher Entwicklungsstadium, Lagerort, Entfernung zu gefährdeten Beständen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen.
 

Sind einzelne Windwurf- oder Schneebruchfichten tatsächlich problematisch?
Ja. Frisch geworfene oder gebrochene Fichten sind für den Buchdrucker besonders attraktives Brutmaterial, weil ihre Abwehr geschwächt oder bereits ausgefallen ist. Gerade im Frühjahr können einzelne liegende Stämme oder kleinere Windwurfnester den Aufbau einer lokalen Käferpopulation begünstigen. Deshalb sollten solche Bereiche frühzeitig kontrolliert und gegebenenfalls aufgearbeitet werden.

Befällt der Buchdrucker nur geschwächte Fichten?
Bei niedrigen Populationsdichten werden bevorzugt geschwächte, geworfene oder anderweitig vorgeschädigte Fichten besiedelt. Bei hohen Käferdichten können durch den gemeinsamen Angriff allerdings auch vitale stehende Fichten erfolgreich befallen werden. Deshalb können sich aus zunächst kleineren Befallsnestern bei starkem Käferdruck zunehmend größere Schäden entwickeln.

Was ist der Unterschied zwischen einer neuen Generation und einer Geschwisterbrut?
Bei einer neuen Generation handelt es sich um die Nachkommen der ersten Brut, die sich fertig entwickeln, ausfliegen und anschließend selbst wieder neue Bruten anlegen. Eine Geschwisterbrut wird dagegen noch von den ursprünglichen Elternkäfern angelegt. Nach der ersten Eiablage verlassen diese ihren Brutbaum und können in einem weiteren Baum nochmals Eier ablegen. Neue Generationen und Geschwisterbruten können zeitlich parallel auftreten.
 

Überwintert der Buchdrucker hauptsächlich im Boden?
Nein. Ein bedeutender Teil überwintert direkt am Brutbaum unter beziehungsweise in der Rinde.
Daneben können fertige Käfer den Brutbaum verlassen und in der Bodenstreu beziehungsweise an anderen geschützten Stellen überwintern. Wie groß die jeweiligen Anteile sind, hängt unter anderem von Entwicklungszeitpunkt und Witterung ab.
 

Wann beginnt der Buchdrucker im Frühjahr wieder zu fliegen?
Der Schwärmbeginn hängt vor allem von Temperatur, Witterung und Höhenlage ab. Als grober Richtwert gelten Tagestemperaturen von etwa 16 bis 16,5 °C bei trockener und möglichst windarmer Witterung. Dann können die ersten überwinterten Käfer aktiv werden und ausfliegen. Wann der eigentliche Hauptschwärmflug einsetzt, kann regional und von Jahr zu Jahr deutlich unterschiedlich sein. In tieferen, wärmeren Lagen beginnt er meist früher als in höheren Lagen. Deshalb sind aktuelle Monitoringdaten und die örtliche Witterungsentwicklung wesentlich aussagekräftiger als ein fixes Kalenderdatum.
 

Kann ein Buchdrucker im Herbst noch neue Bruten anlegen?
Ja. Das ist bei entsprechend warmer Witterung möglich. Neuere österreichische Untersuchungen zeigen, dass bei Tageshöchsttemperaturen zwischen etwa 22 und 26 °C Flugaktivität und Fortpflanzung auch noch im Oktober auftreten können. Warme Herbstperioden verlängern damit den Zeitraum, in dem mit Käferaktivität gerechnet werden muss.
 

Hilft ein kalter Winter gegen den Borkenkäfer?
Ein kalter Winter kann insbesondere empfindlichere Entwicklungsstadien schädigen. Darauf verlassen sollte man sich allerdings nicht. Fertig entwickelte Buchdrucker sind vergleichsweise kälteresistent und unter der Rinde zusätzlich geschützt. Ein kalter Winter ersetzt deshalb keine saubere Käferholzaufarbeitung und Winterkontrolle.
 

Ist eine rotbraune Krone ein sicheres Zeichen für aktuellen Borkenkäferbefall?
Eine rotbraune Krone ist ein typisches Zeichen eines bereits länger zurückliegenden Befalls, aber kein besonders frühes Warnsignal. Bis sich die Krone deutlich verfärbt, können die Käfer bereits weit entwickelt oder sogar ausgeflogen sein. Für eine wirksame Bekämpfung ist deshalb die Suche nach frühen Befallsmerkmalen wie braunem Bohrmehl wesentlich wichtiger.
 

Sind Spechtabschläge ein gutes Zeichen zum Auffinden von Käferbäumen?
Ja. Spechte suchen unter der Rinde nach Käfern und deren Entwicklungsstadien und lösen dabei oft auffällige Rindenstücke vom Stamm. Solche Spechtabschläge können insbesondere im Herbst und Winter ein sehr guter Hinweis auf einen befallenen Baum sein. Der Baum sollte anschließend genauer kontrolliert werden.
 

Soll man nach der Entnahme eines Käferbaumes auch die Nachbarbäume kontrollieren?
Ja. Das ist besonders wichtig. Buchdruckerbefall tritt häufig gruppen- oder nesterweise auf. Deshalb sollten die unmittelbar angrenzenden Fichten und der Bereich rund um einen gefundenen Käferbaum besonders sorgfältig auf Bohrmehl, Harzfluss und andere Befallsmerkmale kontrolliert werden. Die Kontrolle sollte auch in den folgenden Wochen wiederholt werden.
 

Welche Maßnahme ist bei Borkenkäferbefall am wichtigsten?
Die wichtigste Maßnahme ist, frisch befallene Bäume möglichst früh zu erkennen und die darin befindlichen Käfer beziehungsweise deren Brut rechtzeitig unschädlich zu machen. Dafür sind regelmäßige Bestandeskontrollen entscheidend. Je früher ein Befall erkannt wird, desto größer ist der Handlungsspielraum. Pheromonfallen, Fangbäume und technische Maßnahmen können unterstützen. Sie ersetzen aber nicht die laufende Suche nach frisch befallenen Bäumen.
 

Was kann ich langfristig tun, um das Borkenkäferrisiko zu reduzieren?
Borkenkäfer lassen sich nicht vollständig verhindern. Das Risiko kann aber durch eine standortgerechte und stabile Waldbewirtschaftung reduziert werden. Dazu gehören insbesondere standortgerechte Baumarten, Mischbestände, stabile Einzelbäume mit ausreichend großen Kronen, rechtzeitige Pflege und Durchforstung sowie die Vermeidung unnötiger Wurzel- und Rückeschäden. Gerade auf trockenen und wärmeren Standorten sollte die zukünftige Baumartenwahl besonders sorgfältig an den Standort angepasst werden.

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    LK Beratungsvideo - Borkenkäfer

    Borkenkäfer sind eine stete Gefahr für die heimischen Wälder. Das Video erklärt, wie man den Befall erkennen kann und was zu tun ist, wenn der Schädling Bäume befallen hat.
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    Rechtliches zur Wiederbewaldung

    Sofern sich auf einem Grundstück Wald befindet, muss der Waldeigentümer die Wiederbewaldung sicherstellen. Was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie hier.
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    Wald im Klimawandel

    Der Klimawandel ist nicht nur ein weltweites Phänomen, sondern ist auch lokal spürbar und hat Auswirkungen auf die jeweiligen Waldbestände. Hier die wichtigsten Tipps für Ihren Wald.
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    Waldbauliche Pflegemaßnahmen

    Forstliche Pflegemaßnahmen fördern die gewünschte Zusammensetzung der Baumarten und lenken das Zuwachspotenzial auf die vitalsten und wertvollsten Bäume.

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