Verfärbte Laubbäume sind noch nicht abgestorben
Verfärbte Laubbäume
Mitten im Sommer zeigen Birken, Buchen, Linden und andere Laubbäume gelbe oder braune Blätter. Was wie ein früher Herbst aussieht, ist vielfach eine Reaktion auf Wassermangel und hohe Verdunstung. Bei Wassermangel schließen Bäume ihre Spaltöffnungen. Hält die Trockenheit an, reduzieren sie ihre Blattfläche. Je nach Baumart werden Blätter oder Zweige vorzeitig abgeworfen oder es setzt frühzeitige Herbstfärbung und Laubfall ein.
Trockenheit schwächt
Diese Reaktion ist zunächst ein Schutzmechanismus und bedeutet nicht automatisch, dass der Baum abstirbt. Hält Trockenstress länger an oder wiederholt er sich, sinken Zuwächse, Wurzeln können geschädigt werden und Kronenteile absterben. Gleichzeitig nimmt die Abwehrkraft gegenüber Schädlingen ab. Neben Borkenkäfern können an Laubbäumen Bock- und Prachtkäfer sowie pilzliche Erreger gehäuft auftreten. Besonders gefährdet sind Jungpflanzen sowie Bäume auf flachgründigen, südexponierten oder trockenen Standorten.
Lage beobachten
Waldbesitzer sollten die Bestände in den kommenden Monaten beobachten. Zu achten ist auf Kronenverlichtung, absterbende Äste, Bohrlöcher, Bohrmehl oder Rindenveränderungen. Eine vorzeitige Blattverfärbung allein ist kein Grund für eine Entnahme. Entscheidend ist die weitere Vitalitätsentwicklung. Eine Bewässerung älterer Bestände ist nicht sinnvoll. Bei frisch angepflanzten Kulturen kann sie als gezielte, punktuelle Notmaßnahme zweckmäßig sein. Langfristig bleiben standortgerechte Baumartenwahl, strukturreiche Mischwälder und breite Risikostreuung die wichtigste Vorsorge gegen Extremwetter. Bei Unsicherheit unterstützen die Berater der Landwirtschaftskammer bei der Beurteilung.