Praxisversuche machen Wasser im Boden sichtbar
Die Ackerbauversuche der Landwirtschaftskammer liefern im Extremjahr 2026 viele wertvolle Erkenntnisse. Diese sind für den künftigen Anbau sehr wichtig, um Kulturen gezielt an die veränderten Wetterbedingungen anzupassen und Erträge auch unter schwierigen Bedingungen abzusichern.
Bodensensoren
Viele Versuchsflächen der Landwirtschaftskammer sind mit Unterstützung von Bund und Land Steiermark mit Online-Bodensensoren in den Tiefen 15, 30, 45 und 60 Zentimeter ausgestattet. Damit wissen wir exakt über die Temperatur- und Feuchtigkeitssituation an den Pflanzenwurzeln im Vegetationsverlauf Bescheid. Die heurigen Messdaten sind für die Beantwortung von Fragestellungen rund um den fortschreitenden Klimawandel von unschätzbarem Wert.
Auswirkung auf Ertrag
Wir können damit konkrete Aussagen über die Auswirkung von verschiedenen Bodenbearbeitungsmaßnahmen, bis hin zur Direktsaat auf den Wasserhaushalt und die Ertragsbildung in der Ebene, in der Hanglage und bei verschiedenen Kulturen und Bodenarten machen.
Bodenbearbeitung
In Summe werden heuer 16 verschiedene Versuche auf 38 Standorten mit 1.523 Versuchsparzellen betreut. Die zentralen, klimawandelrelevanten Fragen konzentrieren sich auf neue Ansätze in der Bodenbearbeitung, der Düngung, der Sortenwahl bis hin zu modernen Lösungsansätzen aus Wissenschaft und Forschung.
Die Bodenbearbeitung untersucht nicht nur die Auswirkungen von wendend (Pflug) versus nicht wendend (Grubber), sondern versucht neue Herangehensweisen, wie Zwei- bis Dreischichtdüngetechnik, zu integrieren. Dabei wird in verschiedenen Tiefen Dünger unterschiedlicher Art abgelegt, um die Wurzel zielgerichtet und schnell an die tieferen wasserführenden Schichten zu lenken.
Die Bodenbearbeitung untersucht nicht nur die Auswirkungen von wendend (Pflug) versus nicht wendend (Grubber), sondern versucht neue Herangehensweisen, wie Zwei- bis Dreischichtdüngetechnik, zu integrieren. Dabei wird in verschiedenen Tiefen Dünger unterschiedlicher Art abgelegt, um die Wurzel zielgerichtet und schnell an die tieferen wasserführenden Schichten zu lenken.
Unterfußdüngung
Mit eigenen Kunststoffröhrenversuchen (Bilder oben rechts) wird untersucht, welcher Dünger die Wurzel am besten fördert. Auf diese Art und Weise konnte die Wurzelmasse um 23 Prozent gesteigert werden (2. Bild oben, von rechts). Ohne diese Düngung reduzierte sich die Wurzelmasse um 80 Prozent (Bild oben ganz rechts).
Messungen
Die Messungen haben ergeben, dass der Mais bereits ab Anfang Juli kein Wasser mehr aus einer Tiefe von 0 bis 30 Zentimetern beziehen konnte. Nur ab 45 Zentimetern war noch ausreichend Wasser für die weitere Entwicklung vorhanden. Der frühe Anbau hat zwar einen starken Anfangsverbrauch, aber kann durch eine bessere Wurzelentwicklung, mehr Wasser entlang des besseren Wurzelsystems in die Tiefe leiten und schlussendlich ab Mitte Juli mehr Wasser für seinen Verbrauch erhalten. Aus diesen Erkenntnissen ist daher alles daran zu setzen, die Maiswurzel so schnell als möglich in die Tiefe zu schicken. Viele Versuche konzentrieren sich deshalb auf dieses Ziel.
Wassergehalte bei Maisanbau in Hofstätten
Größere Wurzelmasse. Ein später Anbau im Mai braucht in der Anfangsphase weniger Wasser. Die stärkere Wurzelbildung des früheren Anbaus begünstigt eine bessere Wasseraufnahme in der Tiefe. Konkret bedeutet dies, dass bis Ende Juli genug Wasser für die Wurzeln verfügbar ist – 30 Volumenprozent Wasser. Die Schlussfolgerung: die Maiswurzeln müssen so schnell wie möglich in die Tiefe.