Kannibalismus bei Legehennen
Ursachen
Die Entstehung von Kannibalismus ist meist multifaktoriell. Zu den wichtigsten Ursachen zählen Haltungs- und Managementfehler. Eine zu hohe Besatzdichte erhöht Stress und Aggressionen. Auch die Umstellung auf Stallplicht durch die Geflügelpest kann bei den Tieren Stress auslösen und zu Kannibalismus führen. Ungeeignete Lichtverhältnisse, insbesondere zu hohe Lichtintensitäten oder plötzliche Lichtwechsel fördern krankhaftes Pickverhalten. Auch Fütterungsfehler spielen eine zentrale Rolle: Mängel an Rohfaser, Protein, essenziellen Aminosäuren (z. B. Methionin), Mineralstoffen oder Salz können das Risiko deutlich erhöhen. Weitere Auslöser sind mangelnde Beschäftigung, unzureichende Strukturierung des Stalls, genetische Veranlagung sowie das Vorhandensein von Wunden oder Blut, die das Pickinteresse verstärken.
Vermeidung
Eine wirksame Prävention setzt bei der Haltungsoptimierung an. Eine angepasste Besatzdichte, strukturierte Ställe mit Rückzugsbereichen, Sitzstangen und Einstreu zur Beschäftigung reduzieren Stress. Die Lichtführung sollte gleichmäßig sein, mit moderater Intensität und ohne abrupte Änderungen. Eine ausgewogene, bedarfsgerechte Fütterung mit ausreichender Rohfaser und allen notwendigen Nährstoffen ist entscheidend. Beschäftigungsmaterialien wie Picksteine, Heunetze oder Strohballen lenken das Pickverhalten um. Zudem ist die Auswahl ruhiger, weniger aggressiver Linien sowie eine sorgfältige Gesundheitskontrolle wichtig, um Verletzungen frühzeitig zu erkennen und zu versorgen. Bereits „angepickte“ Tiere müssen rasch aus dem Stall verbracht und behandelt werden, damit das Problem nicht noch mehr eskaliert.
Insgesamt lässt sich Kannibalismus bei Legehennen durch gutes Management, tiergerechte Haltung, Beschäftigungsmöglichkeiten und aufmerksame Betreuung wirksam vorbeugen.