Impfungen gegen Atemwegserkrankungen im Mastbetrieb: Das Wichtigste auf einen Blick
Um dieser Herausforderung zu begegnen und gleichzeitig die Wirksamkeit verfügbarere Antibiotika langfristig zu sichern, erweist sich die Etablierung eines betriebsspezifischen Impfprotokolls als ökonomisches und veterinärmedizinisches Kerninstrument.
Die Rindergrippe resultiert aus einem multifaktoriellen Krankheitsgeschehen, das auf zwei Hauptkomponenten basiert: Einerseits schwächt die Summe aus Transportbelastung, Neugruppierung, Futterumstellung, Rangordnungskämpfen, hoher Besatzdichte und ungünstigem Stallklima die Immunabwehr. Andererseits bewirkt die Durchmischung von Tieren aus unterschiedlichen Herkunftsbetrieben eine Ansammlung von Erregern, die den Infektionsdruck massiv erhöht. Im Krankheitsverlauf fungieren virale Erreger als Wegbereiter: Durch die Schädigung der Atemwegsschleimhaut ermöglichen sie bakteriellen Sekundärerregern den Befall des Lungengewebes. Dies kann schwere, eitrige Lungenentzündungen nach sich ziehen. Eine Sonderstellung nimmt Mycoplasmopsis bovis ein: Als Multiorganerreger verursacht er neben chronischen Lungenentzündungen häufig auch Gelenk-, Ohr- oder Augenentzündungen. Ein Gefahrenpotenzial, das in der Praxis nach wie vor oft unterschätzt wird. Zudem besitzt dieser Erreger eine natürliche Resistenz gegenüber bestimmten Antibiotika. Für die Prophylaxe des Rindergrippe-Komplexes stehen in Österreich Impfstoffe gegen die viralen und bakteriellen Erreger zur Verfügung; die bisherige Versorgungslücke bei Mycoplasmopsis bovis wurde Anfang 2026 durch die Zulassung des ersten kommerziellen Impfsfoffes geschlossen.
Die Bedeutung der einzelnen Erreger unterscheidet sich zwischen den Betrieben. Ein universelles Impfstoffprotokoll gibt es daher nicht.
Die Rindergrippe resultiert aus einem multifaktoriellen Krankheitsgeschehen, das auf zwei Hauptkomponenten basiert: Einerseits schwächt die Summe aus Transportbelastung, Neugruppierung, Futterumstellung, Rangordnungskämpfen, hoher Besatzdichte und ungünstigem Stallklima die Immunabwehr. Andererseits bewirkt die Durchmischung von Tieren aus unterschiedlichen Herkunftsbetrieben eine Ansammlung von Erregern, die den Infektionsdruck massiv erhöht. Im Krankheitsverlauf fungieren virale Erreger als Wegbereiter: Durch die Schädigung der Atemwegsschleimhaut ermöglichen sie bakteriellen Sekundärerregern den Befall des Lungengewebes. Dies kann schwere, eitrige Lungenentzündungen nach sich ziehen. Eine Sonderstellung nimmt Mycoplasmopsis bovis ein: Als Multiorganerreger verursacht er neben chronischen Lungenentzündungen häufig auch Gelenk-, Ohr- oder Augenentzündungen. Ein Gefahrenpotenzial, das in der Praxis nach wie vor oft unterschätzt wird. Zudem besitzt dieser Erreger eine natürliche Resistenz gegenüber bestimmten Antibiotika. Für die Prophylaxe des Rindergrippe-Komplexes stehen in Österreich Impfstoffe gegen die viralen und bakteriellen Erreger zur Verfügung; die bisherige Versorgungslücke bei Mycoplasmopsis bovis wurde Anfang 2026 durch die Zulassung des ersten kommerziellen Impfsfoffes geschlossen.
Die Bedeutung der einzelnen Erreger unterscheidet sich zwischen den Betrieben. Ein universelles Impfstoffprotokoll gibt es daher nicht.
Was soll mit Impfungen erreicht werden?
Das primäre Ziel einer Schutzimpfung liegt in der zielgerichteten Aktivierung des Immunsystems. Weitere Punkte sind: klinische Symptome und der Krankheitsverlauf werden signifikant abgemildert und es kommt zu weniger Komplikationen und Behandlungen. Selbst wenn sich ein geimpftes Tier mit einem Erreger infiziert, verhindert die bestehende Immunantwort effektiv, dass sich daraus eine schwere Erkrankung entwickelt. Dadurch leisten strategische Impfprogramme einen unverzichtbaren Beitrag dazu, den betrieblichen Antibiotikaeinsatz nachhaltig zu senken.
Unterschied intranasale und parenterale Impfstoffe
Bei der Auswahl der optimalen Impfstrategie wägt der bestandsbetreuende Tierarzt verschiedene Faktoren (z.B. Alter der Kälber, Vorhandensein mütterlicher Antikörper, Gesundheitszustand, Infektionsdruck und Managementbedingungen) sorgfältig ab. Dem Tierarzt stehen zwei grundlegend unterschiedliche Impfstofftypen zur Verfügung:
- Die intranasale Impfung wird direkt über die Nase verabreicht und wirkt primär lokal auf der Nasen-Rachen-Schleimhaut. Sie verringert dadurch die virale Ausscheidung und klinische Symptomatik. Intranasale Impfungen bauen bereits nach drei bis fünf Tagen einen raschen, aber eher kurz- bis mittelfristigen Schutz (ca. zwölf Wochen) auf und werden nicht durch mütterliche Antikörper gestört. In Kälbermastbetrieben, in denen die Tiere bereits nach etwa drei Monaten geschlachtet werden, ist die intranasale Impfung in vielen Fällen ausreichend.
In Mastbetrieben, in denen die Tiere über einen längeren Zeitraum gehalten werden, gibt es meist eine Kombinationsstrategie. Die Tiere erhalten zunächst eine intranasale Impfung gefolgt von der parenteralen Impfung etwa zwei bis drei Wochen später.
- Parenterale Impfstoffe werden in den Muskel oder unter die Haut gespritzt und entfalten ihre Wirkung systemisch über das Blut. Der Schutz nach der Grundimmunisierung (zwei Impfungen im Abstand von 21 bis 28 Tagen) tritt nach zehn bis 14 Tagen ein, hält dafür aber langfristig (ca. sechs Monate) an. Bei zu früher Anwendung von parenteralen Impfstoffen besteht hier das Risiko, dass mütterliche Antikörper den Impfstoff neutralisieren.
Gibt es Argumente oder Nebenwirkungen, die gegen Impfungen sprechen?
Im Sinne des Tierschutzes, der Tiergesundheit und der Ökonomie überwiegen die Vorteile der Impfung deutlich: Die reinen Impfkosten stehen in keinem Verhältnis zu den viel höheren wirtschaftlichen Verlusten durch erkrankte oder verendete Tiere. Neben milden Impfreaktionen wie leichtem Fieber, Abgeschlagenheit oder Fressunlust sowie lokalen Schwellungen an der Einstichstelle existieren seltene Risiken. Grundsätzlich sollten nur gesunde Tiere geimpft werden.
Fazit
Letztlich entfaltet eine Impfung ihre volle Schutzwirkung erst, wenn sie als Baustein eines ganzheitlichen Konzepts aus optimaler Hygiene, Fütterung und Haltung integriert wird.
Nähere Informationen zu Impfungen können Sie der "Kalb rosè Gesundheitsmanagementbroschüre" des LFI entnehmen.
Nähere Informationen zu Impfungen können Sie der "Kalb rosè Gesundheitsmanagementbroschüre" des LFI entnehmen.