Im Herbst gepflanzt, im Frühling vitaler
Die Trockenheit und anhaltende Hitzewellen haben heuer zu großen Ausfällen der Neuanpflanzungen geführt. Eine gründliche Begehung der Aufforstungsfläche spart bares Geld. Welche Flächenanteile sind bereits natürlich verjüngt, welche lassen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Naturverjüngung erwarten und welche Flächen sind tatsächlich wieder zu bepflanzen? Hohe Kosten bei der Aufforstung können mit einem baumartenangepassten Pflanzverband eingespart werden. Gute Qualität (Vitalität, Sortierung) des Pflanzmaterials und sorgfältige Pflanzung sind Grundvoraussetzung. Bei der Aufforstung ist auf kleinklimatische oder kleinstandörtliche Gegebenheiten (Wurzelanlauf, Stockachsel, frische Mulden oder Trockenstandorte) zu achten. Sie können zum Schutz und Vorteil der jungen Bäumen ausgenützt werden. Mulden sind etwa feuchter, Stockachseln schützen vor Schneedruck. Die Wiederaufforstung ist aus Mitteln des Waldfonds förderbar. Wichtig ist, rechtzeitig vor der geplanten Aufforstung Kontakt mit einem Berater aufzunehmen, um richtlinienkonforme und förderbare Baumartenmischungen zu pflanzen. Erst nach Projekteinreichung darf Material bestellt werden, um förderbar zu sein.
Vorteile des Herbstes
Für die Herbstaufforstung eignen sich unsere Nadel- und Laubbaumarten, die nach dem Triebabschluss im September aus den Forstgärten ausgenommen werden können. Im Herbst findet bei milden Temperaturen und entsprechender Bodenfeuchtigkeit noch ein Wurzelsprosswachstum statt und damit haben diese Pflanzen einen Startvorteil im Frühjahr. Kleinräumig muss aber beurteilt werden, ob die herbstlichen Niederschläge ausgereicht haben, um das Bodenfeuchtigkeitsdefizit aus dem Sommer ausreichend auszugleichen. Bei den Laubbaumarten ist der Blattabfall ab Oktober abzuwarten. Dieser zeitliche Unterschied der Pflanzenverfügbarkeit macht bei Mischwaldaufforstungen oft organisatorische Probleme. Die Aufforstung auf Herbst und Frühjahr zu verteilen, könnte Arbeitsspitzen verringern. Ungünstige Frühjahreswitterungsbedingungen wie Trockenheit oder Hitze wirken sich weniger stark aus und die Pflanzen können sich den natürlichen Witterungsbedingungen am jeweiligen Standort gut anpassen. Der oft erkennbare Pflanzschock im Frühjahr durch Einschlag, Transport und Lagerung kann vermieden werden.
Qualität der Pflanzung
Die beste Planung und der kostengünstigste Pflanzverband nützen wenig, wenn die Qualität der Pflanzung vernachlässigt wird. Die sorgfältige Arbeit beim Setzen ist Grundvoraussetzung für gesundes Anwachsen der Pflanzen und die Entwicklung eines vitalen Wurzelsystems. Fehlender Wurzelschnitt, Eindrehen der Wurzeln in zu kleine Pflanzlöcher oder Pflanzschlitze und mangelhafter Bodenschluss führen zu Wurzeldeformationen oder zum Austrocknen. Auch bei Containerpflanzen ist im Herbst auf sorgfältigen Bodenschluss zum umliegenden Bodenkörper zu achten. Containerpflanzen sind zwar in der Anschaffung etwas teurer, bieten aber auch viele Vorteile. Die Pflanzarbeiten sind zeitlich flexibler und mit dem Hohlspaten einfacher und hinsichtlich Pflanzschock weniger empfindlich. Die Lagerung im Container ist gut möglich, aber es ist darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht austrocknen. Speziell bei der Herbstpflanzung ist auf sehr guten Bodenschluss der Wurzelballen (Containerpflanzen) zu achten, da Frost den Wurzelballen sehr leicht ausfrieren kann (Barfrostschäden). Die Kontrolle im darauffolgenden Frühjahr ist wichtig, um bei Bedarf die Pflanzen wieder fest anzudrücken. Die Pflanzen sind gegen Winterwildverbiss (rechts unten) vor der Auspflanzung noch im Container relativ einfach zu schützen.
Vorteile des Herbstes
Für die Herbstaufforstung eignen sich unsere Nadel- und Laubbaumarten, die nach dem Triebabschluss im September aus den Forstgärten ausgenommen werden können. Im Herbst findet bei milden Temperaturen und entsprechender Bodenfeuchtigkeit noch ein Wurzelsprosswachstum statt und damit haben diese Pflanzen einen Startvorteil im Frühjahr. Kleinräumig muss aber beurteilt werden, ob die herbstlichen Niederschläge ausgereicht haben, um das Bodenfeuchtigkeitsdefizit aus dem Sommer ausreichend auszugleichen. Bei den Laubbaumarten ist der Blattabfall ab Oktober abzuwarten. Dieser zeitliche Unterschied der Pflanzenverfügbarkeit macht bei Mischwaldaufforstungen oft organisatorische Probleme. Die Aufforstung auf Herbst und Frühjahr zu verteilen, könnte Arbeitsspitzen verringern. Ungünstige Frühjahreswitterungsbedingungen wie Trockenheit oder Hitze wirken sich weniger stark aus und die Pflanzen können sich den natürlichen Witterungsbedingungen am jeweiligen Standort gut anpassen. Der oft erkennbare Pflanzschock im Frühjahr durch Einschlag, Transport und Lagerung kann vermieden werden.
Qualität der Pflanzung
Die beste Planung und der kostengünstigste Pflanzverband nützen wenig, wenn die Qualität der Pflanzung vernachlässigt wird. Die sorgfältige Arbeit beim Setzen ist Grundvoraussetzung für gesundes Anwachsen der Pflanzen und die Entwicklung eines vitalen Wurzelsystems. Fehlender Wurzelschnitt, Eindrehen der Wurzeln in zu kleine Pflanzlöcher oder Pflanzschlitze und mangelhafter Bodenschluss führen zu Wurzeldeformationen oder zum Austrocknen. Auch bei Containerpflanzen ist im Herbst auf sorgfältigen Bodenschluss zum umliegenden Bodenkörper zu achten. Containerpflanzen sind zwar in der Anschaffung etwas teurer, bieten aber auch viele Vorteile. Die Pflanzarbeiten sind zeitlich flexibler und mit dem Hohlspaten einfacher und hinsichtlich Pflanzschock weniger empfindlich. Die Lagerung im Container ist gut möglich, aber es ist darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht austrocknen. Speziell bei der Herbstpflanzung ist auf sehr guten Bodenschluss der Wurzelballen (Containerpflanzen) zu achten, da Frost den Wurzelballen sehr leicht ausfrieren kann (Barfrostschäden). Die Kontrolle im darauffolgenden Frühjahr ist wichtig, um bei Bedarf die Pflanzen wieder fest anzudrücken. Die Pflanzen sind gegen Winterwildverbiss (rechts unten) vor der Auspflanzung noch im Container relativ einfach zu schützen.
Nicht jedes Schadbild verlangt die Säge
Gelbe Nadeln, lichte Kronen, Harzfluss oder abgestorbene Triebe können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Wer im Herbst durch den eigenen Wald geht, sieht vieles davon. Gerade jetzt lohnt ein genauer Blick, weil in diesen Wochen viele Entscheidungen für die Holzernte im Winter fallen. Entscheidend ist, zuerst Ursache und Ausmaß richtig anzusprechen und erst dann zu entscheiden, ob und wie eingegriffen wird. Hilfreich ist dabei das Forstschutzdreieck. Ob ein Schaden entsteht und wie stark er ausfällt, hängt vom Zusammenspiel zwischen Baum bzw. Bestand, Umwelt und Schadorganismus ab. Trockenheit, Hitze, Sturm oder Spätfrost lassen sich nicht beeinflussen, die Entwicklung von Insekten und Pilzen nur begrenzt. Sehr wohl in der Hand der Waldbesitzer liegen Baumartenwahl, Mischung, Bestandesdichte und Stabilität und damit die Vitalität der Einzelbäume. Wer diese Stellschrauben nutzt, kann das Risiko nicht ausschalten, aber deutlich senken. Wie eng das zusammenhängt, zeigen die letzten Jahre. Trockenheit schwächt die Abwehr der Fichte und erleichtert den Borkenkäfern den Befall. Wurzelverletzungen, Staunässe oder Pflanzschock begünstigen den Hallimasch. Junge Tannen, die schlagartig freigestellt werden, sind anfälliger für die Tannentrieblaus. Beim Eschentriebsterben hängt es stark von der Veranlagung des einzelnen Baumes ab, wie sehr er leidet. Ein Schadorganismus allein bedeutet also noch keinen wirtschaftlichen Schaden. Meist entscheidet erst das Zusammentreffen mehrerer Belastungen. Ein großer Teil des Forstschutzes passiert lange bevor ein Schaden sichtbar wird. Standortgerechte Baumarten, Mischbestände, rechtzeitige Pflege und stabile Einzelbäume verteilen das Risiko und verbessern die Ausgangslage. Waldbau ist damit immer auch vorbeugender Forstschutz. Ganz verhindern lassen sich Schäden trotzdem nicht. Dann kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Beim Borkenkäfer muss gehandelt werden, solange Käfer und Brut noch im Baum sitzen. Bei anderen Schadbildern richtet ein vorschneller Eingriff mehr Schaden an, als er verhindert. Eine nach Trockenheit früh verfärbte Krone ist noch kein Grund zur Entnahme und vitale oder nur schwach geschädigte Eschen sollen bewusst stehen bleiben. Forstschutz ist damit in erster Linie Risikomanagement: Bestände regelmäßig begehen, Veränderungen bemerken, die Ursache möglichst sicher ansprechen und die Maßnahme am tatsächlichen Schaden ausrichten. Wo Gefahr im Verzug ist, braucht es konsequentes Handeln. Wo sie nicht besteht, ist Beobachten oft die bessere Entscheidung. Im Zweifel helfen die Forstberaterinnen und Forstberater der Bezirkskammern bei der Ansprache weiter.
Schädlinge im Forst
- Borkenkäfer
Der heurige Sommer hat die Entwicklung des Buchdruckers begünstigt und die Fichten zusätzlich geschwächt. In warmen, tieferen Lagen sind mehrere Generationen und Geschwisterbruten möglich, bei warmer Witterung auch Befall bis in den Oktober. Spät befallene Fichten sind schwer zu erkennen, weil die Krone oft noch grün ist. Hinweise geben Bohrmehl am Stammfuß und in den Rindenschuppen, Harztropfen, Spechtabschläge und sich lösende Rinde. Jetzt handeln! Bäume mit Käfern, Larven oder Puppen unter der Rinde sind rasch aufzuarbeiten und vor dem Ausflug im Frühjahr aus dem Wald zu bringen oder zu entrinden. Auch befallenes Kronenmaterial nicht liegen lassen, es dient dem Kupferstecher als Brutraum. Jeder Käfer, der jetzt entfernt wird, fehlt im Frühjahr in der Ausgangspopulation. Gefährdete Fichtenbestände daher bis zum Wintereinbruch regelmäßig begehen. - Hallimasch
Im Herbst fallen die Fruchtkörper an Stöcken und Stammfüßen auf. Sie allein sagen aber wenig über den Zustand eines Baumes aus. Hallimasch-Arten gehören zur natürlichen Pilzflora und leben vor allem von totem Holz. Einige Arten befallen jedoch auch lebende Bäume, meist wenn diese bereits geschwächt sind, etwa durch Trockenheit, Staunässe, Pflanzschock, Bodenverdichtung oder Wurzelverletzungen bei der Holzernte. Stammfuß prüfen! Ob ein Baum tatsächlich betroffen ist, zeigen Harzfluss bei Nadelbäumen, weißes, fächerförmiges Myzel unter der Rinde und schwarze, wurzelähnliche Stränge (Rhizomorphen) im Boden. Eine Bekämpfung im Bestand ist nicht möglich. Vorbeugen heißt: standortgerechte Baumarten, sorgfältige Pflanzung und bodenschonende Holzernte auf Rückegassen statt flächiger Befahrung. - Eschentriebsterben
Die Krankheit wird durch den eingeschleppten Pilz Hymenoscyphus fraxineus verursacht. Typisch sind abgestorbene Triebe, verlichtete Kronen und Rindennekrosen. Kritisch wird es, wenn Nekrosen am Stammfuß dazukommen, da diese oft von Hallimasch besiedelt werden. Bekämpfen lässt sie sich nicht. Gesunde Eschen erhalten! Ein kleiner Teil der Eschen zeigt eine deutlich höhere Toleranz. Diese Bäume sollen erhalten und gefördert werden, ebenso ihre Naturverjüngung. Mit der Nachzucht solcher Eschen beschäftigt sich das Projekt „Esche in Not“. Erste Versuche sind vielversprechend, bis daraus Pflanzmaterial angezogen werden kann, wird es aber noch einige Jahre dauern. Vorrang bei Entnahmen haben stark geschädigte Bäume an Straßen, Wegen und Gebäuden. Gering geschädigte Eschen pauschal zu entnehmen, ist nicht sinnvoll. - Tannentrieblaus
Die Weißtanne ist eine Schlüsselbaumart im klimafitten Mischwald. In Verjüngungen und Jungbeständen kann ihr die Tannentrieblaus erheblich zusetzen. Typisch sind nach unten gekrümmte Nadeln an den jungen Trieben, die an eine Flaschenbürste erinnern. Bei starkem Befall sterben Gipfel- und Seitentriebe ab, wiederholter Befall kann Jungtannen dauerhaft verformen. Schrittweise freistellen! Die Laus mag es warm und sonnig. Werden überschirmte Jungtannen plötzlich freigestellt, steigt das Befallsrisiko deutlich. Bestände über Tannenverjüngung sollten über mehrere Eingriffe aufgelichtet werden. Befallene Flächen im Frühjahr beim Austrieb kontrollieren. Zur Bekämpfung dürfen nur dafür zugelassene Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Einzelne stark befallene Bäumchen können entnommen und von der Fläche gebracht werden.
Wildverbissschutzmaßnahmen
Im Wesentlichen sind Aufforstungen gegen Verbiss und Verfegen zu schützen. Großflächige Zäunungen bewähren sich nicht sehr gut, da die Kontrolle des Zaunes schwierig und der Aufwand der Zaunräumung nicht zu unterschätzen ist. Grundsätzlich ist niemand verpflichtet, Wildverbissschutzmaßnahmen zu setzen. In vielen Gemeindejagdrevieren ist es üblich, dass den Waldbesitzern Wildverbissschutzmittel von der Jägerschaft zur Verfügung gestellt werden. Chemische Mittel dürfen aber nur an Personen mit gültigem Pflanzenschutzausweis abgegeben werden.
Schutzhülle: Schutzhüllen eignen sich ideal für Laubholzpflanzen. Sie schützen kleine Pflanzen vor Verbiss und größere Heister vor Fegeschäden. Die luftdurchlässigen Netzhüllen bewähren sich besser gegenüber den geschlossenen Hüllen, da es nicht zu Überhitzungen in der Hülle kommen kann. Es gibt auch verrottbare Baumschutzhüllen aus Holz.
Einzäunung: Kleinräumige Zäunungen schützen vor allem Naturverjüngungsflächen effizient. Die Errichtung mit Scherenstehern ist dauerhafter als mit Säulenstehern. Die Entfernung eingewachsener Zäune ist aber sehr aufwendig und nach Forstgesetz verpflichtend.
Fegeschutz-Streichmittel: Der Schutzbelag wirkt gegen Fegeschäden und muss alle ein bis zwei Jahre erneuert werden. Es wird mit einer Rückenspritze am Stamm verteilt.
Streich- oder Spritzmittel gegen Verbiss: Die einfache Ausbringung dieser Mittel begünstigt die Verwendung. Wichtig ist die Anwendung bei trockener Witterung und vor den ersten Frösten. Die gebrauchsfertigen Mittel wirken sowohl durch mechanischen Schutzbelag als auch durch vergällende Geruchsstoffe. Die Einfärbung hat auch einen Lerneffekt fürs Wild.
Verbissschutzmanschette: Diese kostengünstigen mechanischen Verbissschutzvorkehrungen sind einfach anzubringen und können mehrmals verwendet werden. Im Herbst werden sie eine Etage höher auf dem frischen Terminaltrieb montiert.
Schutzhülle: Schutzhüllen eignen sich ideal für Laubholzpflanzen. Sie schützen kleine Pflanzen vor Verbiss und größere Heister vor Fegeschäden. Die luftdurchlässigen Netzhüllen bewähren sich besser gegenüber den geschlossenen Hüllen, da es nicht zu Überhitzungen in der Hülle kommen kann. Es gibt auch verrottbare Baumschutzhüllen aus Holz.
Einzäunung: Kleinräumige Zäunungen schützen vor allem Naturverjüngungsflächen effizient. Die Errichtung mit Scherenstehern ist dauerhafter als mit Säulenstehern. Die Entfernung eingewachsener Zäune ist aber sehr aufwendig und nach Forstgesetz verpflichtend.
Fegeschutz-Streichmittel: Der Schutzbelag wirkt gegen Fegeschäden und muss alle ein bis zwei Jahre erneuert werden. Es wird mit einer Rückenspritze am Stamm verteilt.
Streich- oder Spritzmittel gegen Verbiss: Die einfache Ausbringung dieser Mittel begünstigt die Verwendung. Wichtig ist die Anwendung bei trockener Witterung und vor den ersten Frösten. Die gebrauchsfertigen Mittel wirken sowohl durch mechanischen Schutzbelag als auch durch vergällende Geruchsstoffe. Die Einfärbung hat auch einen Lerneffekt fürs Wild.
Verbissschutzmanschette: Diese kostengünstigen mechanischen Verbissschutzvorkehrungen sind einfach anzubringen und können mehrmals verwendet werden. Im Herbst werden sie eine Etage höher auf dem frischen Terminaltrieb montiert.