Zahlungsfähig bleiben – auch in schwierigen Zeiten
Die Dürre 2026 stellt viele landwirtschaftliche Betriebe in der Steiermark vor enorme wirtschaftliche Herausforderungen. Mindererträge, zusätzliche Futterzukäufe und steigende Kosten für Betriebsmittel belasten die Liquidität. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig auf das Gespräch mit der Hausbank vorzubereiten und den finanziellen Handlungsspielraum für die kommenden Monate abzusichern. Unser Betriebswirtschaftsexperte Michael Schaffer beantwortet dazu zentrale Fragen.
Worauf kommt es beim Bankgespräch an?
Ein erfolgreiches Bankgespräch beginnt mit Ehrlichkeit und Offenheit. Landwirte sollten ihre aktuelle Ertragslage, die Dürrefolgen sowie die erwarteten Einnahmen und Ausgaben übersichtlich darstellen können. Besonders wichtig ist eine Liquiditätsplanung bis Jahresende, im Idealfall auch für das nächste Jahr. Diese zeigt auf, wann Zahlungen anfallen, welche Einnahmen und Ausgaben zu erwarten sind und wie groß ein möglicher Finanzierungsbedarf tatsächlich ist.
Worauf kommt es bei der Vorbereitung an?
Zur Vorbereitung gehören aktuelle betriebliche Zahlen, Kreditübersichten sowie eine realistische Einschätzung der Ertragsausfälle. Banken erwarten derzeit keine auf Nachkommastelle genaue Prognose, aber nachvollziehbare Zahlen und wie die Überbrückungskredite bedient werden können.
Gerade in dieser Krise stehen den Betrieben mehrere Unterstützungsangebote zur Verfügung. Steirische Banken bieten betroffenen Betrieben zinsfreie Dürre-Soforthilfekredite von bis zu 20.000 Euro an. Diese können unter anderem für Futterzukäufe, Saatgut, Wasserversorgung oder zur Überbrückung von Ernteausfällen genutzt werden. Zusätzlich unterstützen viele Banken ihre Kunden mit Kreditstundungen, Laufzeitverlängerungen oder auch Betriebsmittelfinanzierungen.
Gerade in dieser Krise stehen den Betrieben mehrere Unterstützungsangebote zur Verfügung. Steirische Banken bieten betroffenen Betrieben zinsfreie Dürre-Soforthilfekredite von bis zu 20.000 Euro an. Diese können unter anderem für Futterzukäufe, Saatgut, Wasserversorgung oder zur Überbrückung von Ernteausfällen genutzt werden. Zusätzlich unterstützen viele Banken ihre Kunden mit Kreditstundungen, Laufzeitverlängerungen oder auch Betriebsmittelfinanzierungen.
Welche Rolle spielt das Dürre-Hilfspaket?
Einen wichtigen Beitrag leistet außerdem auch das Dürre-Hilfspaket der österreichischen Bundesregierung. Das Paket umfasst Entlastungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen, Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite, Möglichkeiten zur Stundung von Agrarinvestitionskrediten sowie eine stärkere Förderung der Hagelversicherungsprämie um zehn Prozent. Ziel ist es, die Liquidität der Betriebe rasch zu verbessern und die finanziellen Folgen der Extremwetterlage abzufedern.
Welchen Stellenwert haben die Dezember-Ausgleichszahlungen?
Von besonderer Bedeutung ist die Auszahlung der öffentlichen Gelder durch die Agrarmarkt Austria (AMA) im Dezember. Für viele Betriebe stellen diese Ausgleichszahlungen einen wesentlichen und notwendigen Liquiditätszufluss dar. Daher sollten Landwirte im Bankgespräch darlegen, welche Fördermittel zu erwarten sind und wie diese für die Rückführung kurzfristiger Überbrückungsfinanzierungen eingesetzt werden können. Viele Banken berücksichtigen diese planbaren Einnahmen positiv bei ihren Finanzierungsentscheidungen.
Welche Relevanz hat die Risikovorsorge?
Neben der kurzfristigen Finanzierung gewinnt aber die langfristige Risikovorsorge zunehmend an Bedeutung. Investitionen in Bewässerung, Wasserspeicherung, Humusaufbau oder trockenheitstolerantere Kulturen zeigen, dass sich ein Betrieb aktiv auf häufigere Wetterextreme vorbereiten kann. Solche Maßnahmen stärken auch das Vertrauen von Banken und verbessern die betriebliche Zukunftsfähigkeit.
Wie wichtig sind nachvollziehbare Zahlen?
Die Dürre 2026 wird für viele Betriebe noch länger spürbar sein. Wer seine Liquidität laufend plant, verfügbare Hilfsmaßnahmen nützt und das Gespräch mit der Bank rechtzeitig sucht, schafft die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewältigung dieser aktuellen Krise. Offenheit, nachvollziehbare Zahlen und eine klare Strategie bleiben die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Finanzierungsentscheidungen in schwierigen Zeiten.
Liquiditätsplan gibt einen guten Überblick über die Zahlungsfähigkeit des Betriebes
Jeder Betriebsführende sollte einen Liquiditätsplan (hier unser Beispiel unten) aufstellen, bei dem die erwarteten Zu- und Abflüsse für jedes Monat beziehungsweise für den Planungszeitraum dargestellt werden und der zu erwartende Finanzierungsbedarf ermittelt werden kann.
Webinar: Trotz Dürre liquid bleiben
Zum kostenlosen Webinar „Liquidität trotz Dürre 2026 sichern“ lädt die Landwirtschaftskammer am Freitag, 11. September, 19 Uhr. Erfahren Sie in unserem Webinar, welche Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten beansprucht werden können. Und welche Maßnahmen jetzt helfen, um die Liquidität zu sichern, Kosten zu steuern und finanzielle Engpässe zu vermeiden.
- Hauptinhalte: Fördermaßnahmen des Bundes, Unterstützungen der Banken, Liquidität planen und sichern, praktische Handlungsempfehlungen sowie Ausblick und Maßnahmen für das Jahr 2027
- Referenten: Ing. Michael Schaffer, BA und Mag. Martin Karoshi, LK-Betriebswirtschaftsexperten
- Webinar: Liquidität trotz Dürre 2026 sichern
- Datum: 11. September 2026 um 19 Uhr