Worauf es beim Futterzukauf ankommt
Viele Betriebe sind aufgrund der erheblichen Ertragsausfälle gezwungen, Grundfutter zuzukaufen. Grundlage jeder Entscheidung ist eine sorgfältige Futterbilanz. Der voraussichtliche Grundfutterbedarf sollte den vorhandenen Vorräten gegenübergestellt werden. Fehlmengen müssen durch Futtermittelzukäufe ausgeglichen werden. Eine Milchkuh benötigt einschließlich unvermeidbarer Futterverluste rund 15 Kilogramm Trockenmasse Grundfutter pro Tag. Daraus ergibt sich ein Jahresbedarf von etwa 5.500 Kilogramm Trockenmasse oder rund 30 Kubikmeter Silage je Kuh. Für Jungrinder ist etwa die Hälfte davon einzuplanen. In Extremjahren wie heuer entsprechen die angebotenen Futterqualitäten häufig nicht den Erwartungen der Käufer. Trotzdem dürfen bei der Futterhygiene keine Kompromisse eingegangen werden. Schimmeliges oder stark verschmutztes Heu und Stroh, verdorbene Silagen sowie minderwertige, giftige Pflanzen im Zukaufsfutter gefährden die Tiergesundheit und mindern die Leistung.
Qualität überprüfen
Vor dem Kauf sollten Herkunft, Qualität und Nährstoffgehalt des Futters gemeinsam mit dem Verkäufer überprüft werden. Auch die Anlieferung sollte persönlich kontrolliert werden, damit Qualitätsmängel sofort beanstandet oder die Annahme der Ware gegebenenfalls verweigert werden kann. Insbesondere bei größeren Mengen bieten Futtermittelanalysen Sicherheit über den tatsächlichen Futterwert. Minderwertiges Grundfutter ist häufig wirtschaftlich ungünstiger als eine gezielte Anpassung der Ration.
Tadellose Ballen
Bei der Anlieferung von Siloballen ist darauf zu achten, dass die Folie während des Transports nicht beschädigt wurde. Da zugekaufte Siloballen häufig strukturreiches Futter enthalten, empfiehlt sich eine achtlagige Folienwicklung, um die Silage ausreichend vor Lufteintritt zu schützen. Folienbeschädigungen müssen sofort zugeklebt werden.
Körner und Stärke
In den vergangenen Jahren waren die meisten Betriebe mit der zugekauften Maissilage-Qualität zufrieden. Vor allem muss darauf geachtet werden, dass die Maissilage ausreichend Körner und Stärke enthält. Bei notgereiftem Silomais können diese zur Gänze fehlen. Wird Heu zugekauft, sollte dessen Trockenmassegehalt überprüft werden. Dieser sollte mindestens 84 Prozent betragen (entspricht einem Wassergehalt von höchstens 16 Prozent), damit es im Lager nicht zu einer gefährlichen Selbsterwärmung kommt.
Futtermittellieferschein
Um die Transportkosten möglichst gering zu halten, sollten Transporte nach Möglichkeit mit anderen Landwirten gebündelt und die Auslastung der Transportfahrzeuge optimiert werden. Jeder Futterzukauf muss dokumentiert werden. Für den Handel zwischen landwirtschaftlichen Betrieben empfiehlt sich die Verwendung eines Futtermittellieferscheins. Dadurch sind die Rückverfolgbarkeit sowie die Futtermittelsicherheit gesichert.