Winterservice fürs Wintergetreide
Die anhaltende Trockenheit bereitet besonders Getreideproduzenten Kopfzerbrechen. Die Niederschläge von Anfang September im Ausmaß von 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter werden momentan hauptsächlich in einer Tiefe von 25 bis 35 Zentimetern gespeichert. Der Niederschlag von Mitte Oktober erreicht lokal ein bis 17 Liter je Quadratmeter. Kleinräumige Ausreißer sprechen von noch mehr. Damit wäre zumindest bereits gesätes Getreide in der Keimung und Bestockung etwas unterstützt.
Aufgangsprobleme
Wer seine Saat nur wenige Zentimeter tief abgelegt hat, wird jetzt einen sehr dürftigen Feldaufgang sehen. Tiefer gesätes Getreide auf vier bis maximal fünf Zentimeter zeigt einen guten Feldaufgang, sofern das Bodenwassermanagement gelungen ist. Das heißt, nach dem Pflügen sofortige Saatbeetbereitung und gute Rückverfestigung bei der Saat.
Walze empfohlen
In jedem Fall ist sowohl bei gutem als auch bei lückigem Aufgang das Walzen der Bestände bei trockenen Bodenverhältnissen in mehrfacher Hinsicht sinnvoll. Einerseits wird mit dem Walzen der Bodenschluss verbessert und der kapillare Wasseraufstieg aus der besagten Speicherzone begünstigt – anderseits wird mit dem Walzen die reichliche Luft aus der oberen Bodenschicht reduziert. Damit wird das wichtige Spurenelement Mangan wieder pflanzenverfügbar. Es begünstigt die Wurzelbildung und die Bestockung.
Bodenbedingungen
Sofern die Keimung ein bis zwei Zentimeter unter der Erde läuft, ist das Walzen unter trockenen Bedingungen bis zum Ende der Bestockung möglich, ohne Schäden an der Pflanze anzurichten. Bei grenzwertig klebrigen Böden, die es auch heuer gibt, sollte auf die Walze verzichtet und eher eine Manganspritzung ab dem Dreiblattstadium (EC 13) durchgeführt werden. Dabei kommen ein bis zwei Liter Manganchelat oder drei bis vier Kilo Mangansulfat je Hektar bei 200 Liter Wasser in Frage. Zusätzlich sollte der notorische Bormangel in der Steiermark mit einem Kilo Solubor je Hektar mitbedient werden. Es gibt auch fertige Handelsblattdünger, wie Wuxal Combi B (1,5 Liter pro Hektea) oder Epso Microtop (10 bis 15 Kilo pro Hektar), welche Bor, Mangan und Schwefel abdecken.
Phosphor-Verteilung
Bei Phosphor, welcher als der Klimanährstoff schlecht hin bezeichnet werden kann, kommt es auf die Platzierung an. Er sollte im Nahbereich der Getreidewurzel liegen. Vor der Saat wäre er am besten in Form von DAP oder Gülle bei Wintergerste möglich. Bei den anderen Getreidearten ist nur ein reiner Phosphordünger erlaubt. Blind sollte jedoch nicht gedüngt werden. Bei einer Versorgungsstufe C lohnt sich die Phosphordüngung nur, wenn pH-Werte unter 5,5 vorliegen. Die Wirkung der Phosphordüngung im Frühjahr mit einem Volldünger ist empfehlenswert, weil auf kühlen Böden die P-Versorgung mangelhaft ist, aber nur dann, wenn im Herbst keine P-Düngung erfolgte. Am effektivsten wäre die Phosphordüngung als Unterfußdüngung bei der Saat, welche noch nicht verbreitet ist.