Trockenheit bei Grünland: Was jetzt noch möglich ist
Maßnahmen zur Bestandes-Verbesserung
Herausfordernde Jahre bieten auch die Möglichkeit, Maßnahmen zur Bestandes-Verbesserung zu setzen. Bei manchen Themen, wie der Nachsaat von Mähwiesen, bieten sich sogar gute Chancen, etwas zu erreichen. Der folgende Artikel beleuchtet die wichtigsten Maßnahmen der Grünlandwirtschaft unter dem Gesichtspunkt der Trockenheit und informiert über davon abgeleitete Handlungsempfehlungen.
1) Dünung
Die wichtigste Maßnahme für ertragreiche Wiesen ist die nutzungsabhängige Düngung. Als Faustregel gilt, dass für jeden Aufwuchs 20 bis 60 Kilogramm Stickstoff benötigt wird, um mittlere Erträge zu erreichen. Bei der herrschenden Trockenheit ist allerdings einiges an Stickstoff verloren gegangen (Gülle, Jauche) oder wurde noch gar nicht verfügbar. (Bild 1)
Die rein mit festem Wirtschaftsdünger versorgten Wiesen mussten heuer die größten Ertragseinbußen hinnehmen, da der gebundene Stickstoff noch nicht vom Bodenleben umgesetzt werden konnte. Gülle ist hier schon besser wirksam, vor allem wenn ausreichend verdünnt wurde.
Grundsätze der Gülledüngung bei Trockenheit sind:
Konventionelle Betriebe haben zudem die Möglichkeit, mit Gülledüngung im Wechsel auch einen oder zwei Aufwüchse mit mineralischem Stickstoff zu versorgen. Bei den ersten beiden Aufwüchsen kann man dabei auch den Kombinationsdünger mit Phosphor und auch Schwefel verwenden, später den Stickstoffdünger allein. Die Menge Stickstoff sollte nicht den Bedarf des Aufwuchses übersteigen, also bei vier Schnitten 40 Kilogram pro Hektar Aufwuchs und bei fünf Schnitten 50 Kilogramm pro Hektar Aufwuchs. Die Festmistbehandlung wird bei Trockenheit immer wichtiger. Ein- bis zweimaliges Umsetzen, dabei mit Rohphosphat, tonreicher Erde oder Steinmehlen mischen und anschließend mit Kompostvlies abdecken gehören dazu. Kompostfräsen mischen auch alten Grasschnitt, Siloballen etc. gut mit ein. (Bild 3)
Die rein mit festem Wirtschaftsdünger versorgten Wiesen mussten heuer die größten Ertragseinbußen hinnehmen, da der gebundene Stickstoff noch nicht vom Bodenleben umgesetzt werden konnte. Gülle ist hier schon besser wirksam, vor allem wenn ausreichend verdünnt wurde.
Grundsätze der Gülledüngung bei Trockenheit sind:
- am Abend (kühler)
- mit Wasser verdünnt (1:1 am besten)
- bodennah nach Möglichkeit (verdünnt )
- separierte Gülle bei knapper Lagerkapazität und geringem Verdünnungsgrad (verdünnt Bild 2)
Konventionelle Betriebe haben zudem die Möglichkeit, mit Gülledüngung im Wechsel auch einen oder zwei Aufwüchse mit mineralischem Stickstoff zu versorgen. Bei den ersten beiden Aufwüchsen kann man dabei auch den Kombinationsdünger mit Phosphor und auch Schwefel verwenden, später den Stickstoffdünger allein. Die Menge Stickstoff sollte nicht den Bedarf des Aufwuchses übersteigen, also bei vier Schnitten 40 Kilogram pro Hektar Aufwuchs und bei fünf Schnitten 50 Kilogramm pro Hektar Aufwuchs. Die Festmistbehandlung wird bei Trockenheit immer wichtiger. Ein- bis zweimaliges Umsetzen, dabei mit Rohphosphat, tonreicher Erde oder Steinmehlen mischen und anschließend mit Kompostvlies abdecken gehören dazu. Kompostfräsen mischen auch alten Grasschnitt, Siloballen etc. gut mit ein. (Bild 3)
2) Nachsaat und Rekultivierung
Der alte Spruch „egal wann, feucht muss es sein“, stimmt bei der Nachsaat im Dauergrünland erst nach erfolgter Saatbettbereitung und Einsaat! Bis zur Saat sollen Boden und Grasfilz in Form der Gemeinen Rispe eingetrocknet sein. Dann reicht ein einmaliger leichter Striegelstrich mit Nachsaatstriegel aus und das Saatgut fällt auf die Erde. Mindestens handflächengroße offene Stellen sollen für eine Nachsaat im Dauergrünland vorhanden sein. (Bild 4 und 5)
Bei besonders trockenen Bedingungen und geeignetem Boden kann auch mit Schlitzsägeräten nachgesät werden, dabei darf der feine Samen maximal 0,5 Zentimeter tief abgelegt werden! Grünlandsamen möchte den Himmel sehen. Nach der Saat ruht der Samen im Trockenen solange, bis zum ersten Niederschlag. Danach sollte es jedenfalls vier bis fünf Wochen feucht bleiben. Der geeignete Monat für eine Grünlandnachsaat und auch Neuanlage ist demnach der August bis Anfang September. Die Nachsaaten im Frühjahr und Sommer 2026 waren bis jetzt leider wenig erfolgreich.
Bei besonders trockenen Bedingungen und geeignetem Boden kann auch mit Schlitzsägeräten nachgesät werden, dabei darf der feine Samen maximal 0,5 Zentimeter tief abgelegt werden! Grünlandsamen möchte den Himmel sehen. Nach der Saat ruht der Samen im Trockenen solange, bis zum ersten Niederschlag. Danach sollte es jedenfalls vier bis fünf Wochen feucht bleiben. Der geeignete Monat für eine Grünlandnachsaat und auch Neuanlage ist demnach der August bis Anfang September. Die Nachsaaten im Frühjahr und Sommer 2026 waren bis jetzt leider wenig erfolgreich.
3) Das richtige Gras und Kraut am richtigen Fleck
Bei der großen Fülle an Grünlandmischungen ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Viele Grünlandmischungen erfüllen zudem nicht die Qualitätsstandards von Saatgut Austria, da sie als Standardmischungen oder nach eigener Rezeptur zusammengestellt werden. Der höchste Standard hinsichtlich Arten- und Sortenauswahl ist nach wie vor von der ÖAG (Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Grünland und Viehwirtschaft mit Sitz in Gumpenstein). Hier werden nur in Österreich von der Agentur für Ernährungssicherheit (Ages) geprüfte Sorten eingesetzt – aber es wird eben auch nicht alles in Österreich geprüft. Auch bei trockenheitstoleranten Arten gibt es große Unsicherheiten – diese gibt es nämlich für das Dauergrünland nicht wirklich. Folgende Grundsätze kurz gefasst:
- Bei trockenheitsgefährdeten Lagen kein Acker-Raygras und wenig Englisch Raygras
- Rotklee in Reinsaat (zehn Kilogram pro Hektar) kann auch in Dauerwiesen rasch wieder Ertrag liefern
- Knaulgras ist bei Trockenheit das stabilste Obergras
- Vorsicht bei Kräutermischungen, nur zwei Arten sind als Futterpflanzen derzeit interessant – Zichorie (Silage, Grünfutter, Weiden) und Spitzwegerich (Bild 6, 7, 8 und 9)
4) Dauerweiden bei Trockenheit
Dauerweiden erweisen sich als erstaunlich robust in der derzeit herrschenden Situation. Dafür müssen ein paar Grundsätze allerdings eingehalten werden, damit die Pflanzenbestände entsprechend dicht werden und sie die wenigen Niederschläge optimal ausnutzen können.
- Rechtzeitiger Weidebeginn: die Vorweide zum Ergrünen der Grasnarbe im April ist entscheidend für die Anregung der Bestockung der wichtigsten Weidegräser.
- Koppeln: nach der Vorweide, die großflächig und kurz erfolgen soll (die Tiere gewöhnen sich an das Weidegras und umgekehrt das Gras an den Verbiss), einrichten der Koppeln. Vier bis sechs gleichmäßige Teilflächen auszäunen und die Besatzzeit je Koppel auf drei bis fünf Tage festlegen. Die Koppeln sollen sich mindestens zwei Wochen nach der Weide erholen können.
- Düngung: Festmist im Herbst und Gülle oder Jauche zwischen den Weidezeiten bei Regen.
- Viehzahl anpassen: zwischen 0,2 und 0,5 Hektar pro Großvieheinheit (GVE) – bei Trockenheit auch noch mehr notwendig. (Bild 10)