Steirische Sommer-Paradeiser: Hochsaison zum Tag der Paradeiser am 8. August
Sonnengereift und nachhaltig produziert
Steirische Sommer-Paradeiser wachsen während der Frühjahrs- und Sommermonate in bäuerlichen Betrieben – überwiegend in Folienhäuser direkt in der Erde. Weil nur in der warmen Jahreszeit produziert wird, ist keine energieaufwändige Belichtung erforderlich. Auch beheizt werden die Tunnel im Normalfall nicht. Tröpfchenbewässerung sorgt für einen sparsamen Umgang mit Wasser, Nützlinge schützen vor Pflanzenkrankheiten. Steirische Sommer-Paradeiser werden also sehr ressourcenschonend produziert. „Das Ergebnis sind intensive, fruchtige Aromen und viele wertvolle Inhaltsstoffe, wie sie nur sonnengereifte Sommer-Paradeiser entwickeln“, sagt Fritz Rauer, Obmann der steirischen Gemüsebauern. Einer dieser wertvollen Inhaltsstoffe ist Lycopin, ein antioxidativ wirkender Pflanzenstoff, der vom Körper besonders gut aufgenommen wird, wenn Paradeiser erhitzt und mit etwas Fett verzehrt werden.
Vielfalt aus der Region
Für den Lebensmittelhandel werden vor allem klassische runde Paradeiser, Rispenparadeiser, Cherryparadeiser und Ochsenherzsorten produziert. Wer außergewöhnliche Sorten sucht, wird bei Direktvermarktern, auf Bauernmärkten oder in Hofläden fündig. „Die Auswahl reicht von fruchtig-süßen bis frisch-säuerlichen Sorten, von rot, gelb, orange und grün über gestreifte bis dunkelviolette Früchte. Auch bei der Größe ist für jeden Geschmack etwas dabei – von kleinen Cocktailparadeisern bis zu eindrucksvollen Exemplaren mit einem Gewicht von bis zu einem Kilogramm“, erläutert Gemüsebäuerin Christa Wonisch. Und: „Jetzt ist es höchste Zeit zum Einkochen – denn mit selbstgemachtem Ketchup und Chutneys kann man steirische Sommerparadeiser auch im Winter genießen.“
Konsument:innen lieben Ochsenherzen
Ochsenherzparadeiser haben große, gerippte Früchte, deren Form an ein Ochsenherz erinnert – daher der Name. Sie sind bei Konsument:innen besonders beliebt. Je nach Reifestadium variieren Geschmack und Verwendung: Orange-grüne Früchte bieten ein ausgewogenes Süße-Säure-Verhältnis und eignen sich ideal für den Rohverzehr. Orange Früchte sind süßer und weicher – perfekt zum Füllen oder Grillen. Vollreife, rote Ochsenherzen haben ein intensives Aroma und zarte Haut und eignen sich besonders gut für Ketchup oder Saucen.
Paradeiser: das Lieblingsgemüse der Steirer:innen
Mit aktuell über 32 Kilogramm pro Kopf und Jahr führen Paradeiser die Beliebtheitsskala der Gemüsesorten in der Steiermark klar an. Frischgepflückt im Sommer sind sie besonders gefragt: Sie enthalten viel Wasser, erfrischen an heißen Tagen und liefern wertvolle Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen – ideal für den Flüssigkeits- und Mineralhaushalt bei Sommerhitze. Hinzu kommen wichtige Vitamine (A, B, C und E), Fruchtsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und sogar stimmungsaufhellendes Serotonin.
Richtig lagern: Nicht in den Kühlschrank!
Sommer-Paradeiser gehören nicht in den Kühlschrank – bei Temperaturen unter 12 °C verlieren sie ihr Aroma. Die richtige Lagerung: luftig und trocken in der Küche oder Speisekammer, idealerweise unter einer Obsthaube. So bleiben Geschmack und Qualität erhalten.
Trend: Das Interesse am Gemüsebau wächst
Eine wachsende Zahl an jungen Menschen sieht ihre berufliche Zukunft im Gemüsebau. Um damit erfolgreich zu sein, ist eine gute Fachausbildung notwendig. Die Gartenbauschule Großwilfersdorf mit Direktorin Martina Teller-Pichler bietet verschiedene Ausbildungen im Gemüse- und Gartenbau an. Eine davon ist der zweijährige berufsbegleitende Feldgemüsebau-Lehrgang, der im September mit 34 Teilnehmerinnen und Teilnehmern beginnen wird und sehr gefragt ist. „Die meisten Schüler:innen kommen aus der Steiermark, aber auch Tirol, Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland und Salzburg sind vertreten. Auffallend ist der hohe Anteil an Berufsumsteiger:innen, die zum Beispiel bestehende, elterliche Betriebe um den Gemüsebau erweitern oder mit einer Marktgärtnerei in den regionalen Gemüsebau einsteigen wollen“, berichtet Gemüsebäuerin und Lehrerin Christa Wonisch.
Fruchtgemüse: Sommerliche Vielfalt
Neben Paradeisern haben auch Gurken, Zucchini, Melanzani, Paprika Hochsaison. Erhältlich sind sie im Lebensmittelhandel oder direkt ab Hof, auf Bauernmärkten oder in Gemüsehaltestellen. Manche Betriebe bieten zudem Raritäten wie Physalis an – ein Nachtschattengewächs mit goldgelben Früchten, die sich wunderbar für die Zubereitung von Desserts und Salaten eignen. Das saftige Fruchtfleisch enthält viele kleine essbare Samenkerne und ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen wie Flavonoiden, Provitamin A, B-Vitaminen und Vitamin C, Kalzium, Eisen und Phosphor.
Zahlen und Fakten:
Rund 60 steirische Gemüsebaubetriebe kultivieren Sommer-Paradeiser überwiegend in Folienhäusern. Die Paradeiser-Anbaufläche betrug 2025 rund 38 Hektar, die Erntemenge lag bei knapp 7.200 Tonnen. Fruchtgemüse wurde auf insgesamt 92 Hektar angebaut, die Erntemenge betrug rund 10.500 Tonnen. Am 8. August wird österreichweit der Tag der Paradeiser gefeiert.