Schweiz, Deutschland, Österreich kämpfen um Wettbewerbsfähigkeit
Die Schweiz geht einen Sonderweg: Einerseits gibt sie als Nicht-EU-Mitglied ihren bäuerlichen Betrieben zwar mehr finanzielle Unterstützung und schottet ihren Markt stärker ab; andererseits sind die Auflagen aber noch deutlich höher als im benachbarten EU-Umfeld. Beispielsweise sind noch weniger Pflanzenschutzmittel verfügbar, Vollspaltenböden in Schweine- und Rinderhaltung sind untersagt und in Biogasanlagen dürfen nur Abfall- und Reststoffe verwertet werden.
Außerdem ist der Kampf mit Wirtschaft und Industrie um Arbeitskräfte gewaltig, obwohl diese in der Landwirtschaft einen Mindestmonatslohn von rund 3.500 CHF (ca. 3.750 Euro) erhalten.
Gleichzeitig liegt der Schweizer Selbstversorgungsgrad bei Lebensmitteln deutlich unter 50%. Vor diesem Hintergrund kritisierten Schweizer Bauernvertreter beim Drei-Länder-Treffen deutschsprachiger Agrarjournalisten, dass Lebensmittel importiert werden, die nicht den landeseigenen, überaus hohen Produktionsstandards und Kostenstrukturen entsprechen.
Zu denken gibt, dass bei den dortigen Düngungsnormen kaum brauchbarer Brotbackweizen mit dem dafür erforderlichen Eiweißgehalt hergestellt werden kann. Außerdem stehen im Fokus der Schweizer Agrarpolitik ebenso Entschärfungen der überbordenden Bürokratie.
Außerdem ist der Kampf mit Wirtschaft und Industrie um Arbeitskräfte gewaltig, obwohl diese in der Landwirtschaft einen Mindestmonatslohn von rund 3.500 CHF (ca. 3.750 Euro) erhalten.
Gleichzeitig liegt der Schweizer Selbstversorgungsgrad bei Lebensmitteln deutlich unter 50%. Vor diesem Hintergrund kritisierten Schweizer Bauernvertreter beim Drei-Länder-Treffen deutschsprachiger Agrarjournalisten, dass Lebensmittel importiert werden, die nicht den landeseigenen, überaus hohen Produktionsstandards und Kostenstrukturen entsprechen.
Zu denken gibt, dass bei den dortigen Düngungsnormen kaum brauchbarer Brotbackweizen mit dem dafür erforderlichen Eiweißgehalt hergestellt werden kann. Außerdem stehen im Fokus der Schweizer Agrarpolitik ebenso Entschärfungen der überbordenden Bürokratie.
Moosbrugger gegen ständiges Gold Plating
LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger hob in seinem Statement einerseits hervor, wie jung, vielfältig, innovativ, auch weiblich und nachhaltigvorbildhaft die österreichische Landwirtschaft ist. Andererseits beleuchtete er die enormen weltpolitischen und europäischen Herausforderungen, die sich in hohen Kosten, stagnierenden Erzeugerpreisen bei gleichzeitig hohen Auflagen niederschlagen.
"Das Nein zu Mercosur war richtig und wichtig, denn seither wird in Brüssel endlich darüber gesprochen, dass nichts im Import verloren hat, was nicht unseren Anforderungen entspricht. Alles andere würde uns am Markt massiv schaden. Wir würden mit völlig ungleichen Waffen kämpfen", so Moosbrugger. "Und zum Finanzrahmen: Die EU erhöht das Budget, aber bei der Landwirtschaft soll gespart werden - ein absoluter Humbug. Ja zu Investitionen in Europas Sicherheit, aber auch in Versorgungssicherheit. Bei der Landwirtschaft zu sparen ist ein völlig verkehrter Ansatz. Da braucht es eine Kurskorrektur", forderte der LKÖ-Präsident.
"Das Nein zu Mercosur war richtig und wichtig, denn seither wird in Brüssel endlich darüber gesprochen, dass nichts im Import verloren hat, was nicht unseren Anforderungen entspricht. Alles andere würde uns am Markt massiv schaden. Wir würden mit völlig ungleichen Waffen kämpfen", so Moosbrugger. "Und zum Finanzrahmen: Die EU erhöht das Budget, aber bei der Landwirtschaft soll gespart werden - ein absoluter Humbug. Ja zu Investitionen in Europas Sicherheit, aber auch in Versorgungssicherheit. Bei der Landwirtschaft zu sparen ist ein völlig verkehrter Ansatz. Da braucht es eine Kurskorrektur", forderte der LKÖ-Präsident.
Kein neuer Sonderweg, den niemand bezahlt
"Für die österreichische Landwirtschaft gibt es nur den Qualitätsweg: Auf Masse zu setzen, kann nicht unser Ziel sein. Gleichzeitig müssen wir in Österreich aufpassen, nicht immer noch 'gescheiter' zu sein und die EU-Standards überzuerfüllen - Stichwort Gold Plating", so Moosbrugger. "Wir brauchen nicht ständig 'Zugaben', die niemand bezahlt."
So warnt er z.B. vor einem Sonderweg beim Thema neue Züchtungsmethoden. "Wenn die Wissenschaft sagt, dass sie unbedenklich sind, und Europa sie nicht speziell kennzeichnen will, wäre es der schlechteste Schritt, wenn Österreich wieder auf dem offenen EU-Markt einen Sonderweg geht, den keiner abgelten will", warnte der LKÖ-Präsident vor einer weiteren massiven Wettbewerbsbenachteiligung.
Günther Felßner, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands, berichtete wiederum: "Deutschland ist ein toxischer Wirtschaftsstandort geworden durch die Politik der letzten zehn Jahre. Die Energiekosten sind zu hoch, die Arbeitskosten zu hoch, die Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr gegeben. Unternehmen und Kapital wandern ab, es wird nicht mehr investiert und der Bundeshaushalt bricht ein."
Der Agrarhaushalt dürfe in der Folge nicht als Steinbruch gesehen werden, aus dem Geld für andere Bereiche herausgebrochen werde. Ebenso wie Moosbrugger erachtet er es als wichtig, verstärkt in die Landwirtschaft zu investieren.
So warnt er z.B. vor einem Sonderweg beim Thema neue Züchtungsmethoden. "Wenn die Wissenschaft sagt, dass sie unbedenklich sind, und Europa sie nicht speziell kennzeichnen will, wäre es der schlechteste Schritt, wenn Österreich wieder auf dem offenen EU-Markt einen Sonderweg geht, den keiner abgelten will", warnte der LKÖ-Präsident vor einer weiteren massiven Wettbewerbsbenachteiligung.
Günther Felßner, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands, berichtete wiederum: "Deutschland ist ein toxischer Wirtschaftsstandort geworden durch die Politik der letzten zehn Jahre. Die Energiekosten sind zu hoch, die Arbeitskosten zu hoch, die Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr gegeben. Unternehmen und Kapital wandern ab, es wird nicht mehr investiert und der Bundeshaushalt bricht ein."
Der Agrarhaushalt dürfe in der Folge nicht als Steinbruch gesehen werden, aus dem Geld für andere Bereiche herausgebrochen werde. Ebenso wie Moosbrugger erachtet er es als wichtig, verstärkt in die Landwirtschaft zu investieren.
Unerpressbar machen, "vier Ernten" einfahren
Um wieder mehr Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen, seien vor allem vier Ziele zu verfolgen: "Wir müssen Lebensmittel in Europa für Europa erzeugen und uns von Importen unabhängig und somit unerpressbar machen", hob Felßner hervor. Er forderte weiters den Ersatz fossiler Energien durch erneuerbare. Drittens gelte es, die Bioökonomie aufzubauen und dieser Marktreife und Wettbewerbsfähigkeit zu verschaffen.
"Neben diesen drei Ernten ist die vierte Ernte der Ressourcenschutz, den wir für die ersten drei Ernten dauerhaft brauchen: Boden, saubere Luft und Wasser sowie Arten- und genetische Vielfalt", so Felßner. Eine große Rolle müsse bei all diesen Zielen auch der Tierhaltung zur Veredelung unverdaulicher Stoffe zugesprochen werden.
"Neben diesen drei Ernten ist die vierte Ernte der Ressourcenschutz, den wir für die ersten drei Ernten dauerhaft brauchen: Boden, saubere Luft und Wasser sowie Arten- und genetische Vielfalt", so Felßner. Eine große Rolle müsse bei all diesen Zielen auch der Tierhaltung zur Veredelung unverdaulicher Stoffe zugesprochen werden.