Rentabiliät ein ständiger Begleiter in der Betriebsführung
Mit Hilfe von Buchhaltungsprogrammen lassen sich gesamtbetriebliche Aufzeichnungen zeitsparend erledigen.
Die eingesetzten Stunden zur Erstellung einer Buchführung sind durch die damit gewonnene umfassende betriebliche Übersicht sehr gut entlohnt, denn dadurch können bessere betriebliche Entscheidungen getroffen werden.
Drei Kennzahlengruppen im Mittelpunkt
Für eine bestmögliche Ausnutzung der gewonnenen Daten aus der Buchführung ist eine Interpretation des Ergebnisses durch eine Bilanzanalyse und Kennzahlenberechnung hilfreich. Dabei sind folgende drei Kennzahlengruppen relevant:
- Rentabilität des Betriebes bzw. der einzelnen Betriebssparten
- Stabilität/Entwicklungsfähigkeit des Betriebes
- Liquidität des Betriebes als höchste Gut jeden Unternehmers
Rentabilität als Indikator des Erfolges
Die Rentabilität - auch als Wirtschaftlichkeit bezeichnet - zeigt uns den Betriebserfolg unserer unternehmerischen Tätigkeit als Land- und Forstwirt auf. Es ist die Abgeltung für die eingesetzten Produktionsfaktoren wie familieneigene - also nicht entlohnte - Arbeitszeit, die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals in Form von Gebäuden, Dauerkulturen, Maschinen, Vorräten, Tierbeständen usw. sowie des Pachtansatzes für Eigenflächen.
Der Betriebserfolg wird in der Buchhaltung durch das Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft ausgedrückt. Dies soll den Lebensunterhalt der Unternehmerfamilie gewährleiten, die Sozialversicherung abdecken und im Idealfall noch eine Eigenkapitalbildung ermöglichen. Daher kann die Beurteilung der Rentabilität eines Betriebes nicht anhand einer bestimmten Einkommenshöhe erfolgen, sondern muss betriebsindividuell entsprechend dem Maß der eingesetzten Produktionsfaktoren entlohnt werden.
Der Betriebserfolg wird in der Buchhaltung durch das Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft ausgedrückt. Dies soll den Lebensunterhalt der Unternehmerfamilie gewährleiten, die Sozialversicherung abdecken und im Idealfall noch eine Eigenkapitalbildung ermöglichen. Daher kann die Beurteilung der Rentabilität eines Betriebes nicht anhand einer bestimmten Einkommenshöhe erfolgen, sondern muss betriebsindividuell entsprechend dem Maß der eingesetzten Produktionsfaktoren entlohnt werden.
Land- und forstwirtschaftliches Einkommen pro nicht entlohnte Arbeitskraft
Damit ist eine einfache und gut geeignete Kennzahl zur Beurteilung der Rentabilität gegeben und ist eine gute Vergleichszahl zu anderen Betrieben. Sie zeigt, welches Einkommen eine Arbeitskraft am eigenen Betrieb erwirtschaftet hat.
Was ist mit der Aufwandsrate gemeint?
Die Aufwandsrate zeigt uns das Verhältnis Aufwand zu Ertrag. Dabei wird der Aufwand durch den Ertrag dividiert und mit 100 multipliziert. Das Ergebnis (z.B.: 75%) zeigt uns, wieviel vom Ertrag zuerst für den Aufwand ausgegeben werden muss, bevor ein Ertrag erzielt werden kann. In diesem Beispiel müssen also vorher 75 Euro ausgegeben werden um 100 Euro einnehmen zu können. Die Differenz auf 100 % ergibt dann die Gewinnrate.
Die Aufwandsrate ist bis zu einem gewissen Grad abhängig von der Produktionssparte, wird aber auch sehr stark von der Betriebsführung beeinflusst. Dabei können geringe biologische Leistungen im Pflanzenbau und/oder Tierhaltung, erhöhte Tierarztkosten, überhöhte Pachtzahlungen, hohe Reparaturkosten, erhöhter Dieselaufwand durch eine hohe Feld-/Hofentfernung bei Pachtflächen und generell hohe Maschinenkosten durch eine Übermechanisierung die Aufwandsrate merklich erhöhen. Hohe Baukosten verursachen durch einen hohen Anteil der Abschreibung ebenfalls eine merkliche Erhöhung der Aufwandsrate und verringern somit den Gewinn. Somit ist die Aufwandsrate entscheidend für die Höhe unseres Gewinns.
Die Aufwandsrate ist bis zu einem gewissen Grad abhängig von der Produktionssparte, wird aber auch sehr stark von der Betriebsführung beeinflusst. Dabei können geringe biologische Leistungen im Pflanzenbau und/oder Tierhaltung, erhöhte Tierarztkosten, überhöhte Pachtzahlungen, hohe Reparaturkosten, erhöhter Dieselaufwand durch eine hohe Feld-/Hofentfernung bei Pachtflächen und generell hohe Maschinenkosten durch eine Übermechanisierung die Aufwandsrate merklich erhöhen. Hohe Baukosten verursachen durch einen hohen Anteil der Abschreibung ebenfalls eine merkliche Erhöhung der Aufwandsrate und verringern somit den Gewinn. Somit ist die Aufwandsrate entscheidend für die Höhe unseres Gewinns.
Ein Beispiel
Das Beispiel in Abbildung 1 zeigt wie sich ein hoher Aufwand auf das Ergebnis auswirkt. Bei dem Beispiel sind 45.648,- Euro Einkommen als gewünschtes Ziel unterstellt. Dieses ergibt sich aus 36.475,- Euro Privatverbrauch (durchschnittliche Ergebnisse Grüner Bericht 2021) der Unternehmerfamilie und 9.173,- Euro Sozialversicherung. Dafür ist bei einer Aufwandsrate von 58 % ein Ertrag von 108.686,- Euro ausreichend. Bei einer Aufwandsrate von 75 % ist jedoch ein Ertrag von 182.592,- Euro und bei einer Aufwandsrate von 92 % schon 570.600,- Euro Umsatz notwendig. Um also das selbe Einkommen von 45.648,- Euro zu erzielen, ist also mehr als der fünffache Umsatz notwendig.
Abbildung 1: Auswirkungen der Aufwandsrate auf den erforderlichen Umsatz zur Erzielung des notwendigen Einkommens zur Finanzierung des Lebensunterhaltes der Unternehmerfamilie
| Erwartete Einkünfte LuF | Aufwandsrate | Erforderlicher Umsatz - jährlich |
| 45.648 € | 58% | 108.686 € |
| 45.648 € | 65% | 130.423 € |
| 45.648 € | 75% | 182.592 € |
| 45.648 € | 92% | 570.600 € |
Kalkulatorisches Betriebsergebnis bzw. Rentabilitätskoeffizient
Der Rentabilitätskoeffizient ist die umfassendste Kennzahl zur Beurteilung der Rentabilität eines LuF Betriebes. Dabei werden die bereits erwähnten drei Produktionsfaktoren, die dem Betrieb zur Verfügung gestellt werden, monetär bewertet. Dies stellt somit auch eine Art gesamtbetriebliche Vollkostenrechnung dar, da eben sämtliche anfallenden Kosten bewertet werden. Für das eingesetzte Kapital, abgelesen aus der Bilanz, wird eine Verzinsung angesetzt und die Eigenflächen könnten ja auch verpachtet werden und somit muss der entgangene Pachterlös auch erwirtschaftet werden. Dazu wird ein zu erwartendes SOLL-Einkommen berechnet, welches in weiterer Folge dem tatsächlichen Einkommen aus der Buchführung gegenübergestellt wird.
Wenn also vom tatsächlichen Einkommen aus der Buchführung das SOLL-Einkommen abgezogen wird und das Ergebnis eine positive Zahl ist, wurde neben der vollständigen Entlohnung der eingesetzten Produktionsfaktoren auch noch ein Unternehmergewinn erwirtschaftet bzw. eine höhere Arbeitsentlohnung erzielt. Ergibt die Berechnung einen negativen Wert, so konnten die unterstellten monetären Ansätze nicht zur Gänze erreicht werden. Somit wurde eine geringere Arbeitsentlohnung und/oder keine Kapitalverzinsung bzw. Pachterlös erzielt.
Wenn also vom tatsächlichen Einkommen aus der Buchführung das SOLL-Einkommen abgezogen wird und das Ergebnis eine positive Zahl ist, wurde neben der vollständigen Entlohnung der eingesetzten Produktionsfaktoren auch noch ein Unternehmergewinn erwirtschaftet bzw. eine höhere Arbeitsentlohnung erzielt. Ergibt die Berechnung einen negativen Wert, so konnten die unterstellten monetären Ansätze nicht zur Gänze erreicht werden. Somit wurde eine geringere Arbeitsentlohnung und/oder keine Kapitalverzinsung bzw. Pachterlös erzielt.
Die Berechnung des Rentabilitätskoeffizienten erfolgt durch Division des IST-Einkommens durch das SOLL-Einkommen.
Bei der betriebsindividuellen Berechnung des Kalkulatorischen Betriebsergebnis bzw. des Rentabilitätskoeffizienten können natürlich ganz betriebsindividuelle Erwartungen zur Entlohnung der familieneigenen Arbeitskräfte angesetzt werden. Genauso verhält es sich mit dem Zinssatz zur Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals und Pachtansatzes.
Bei der betriebsindividuellen Berechnung des Kalkulatorischen Betriebsergebnis bzw. des Rentabilitätskoeffizienten können natürlich ganz betriebsindividuelle Erwartungen zur Entlohnung der familieneigenen Arbeitskräfte angesetzt werden. Genauso verhält es sich mit dem Zinssatz zur Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals und Pachtansatzes.
Abbildung 2: Schema zur Berechnung des Kalkulatorischen Betriebsergebnis
| Lohnansatz | Zinsansatz | Pachtansatz (Eigenflächen) | Soll-Einkommen |
| nAK * 20.900 € + SVS-Beitrag | Eigenkapital aus BF vom 1.1.20xx mal Verzinsung (2%) | LN in ha mal Pachthöhe | Summe aus Lohnansatz, Zinsansatz und Pachtansatz |
Tipp: Betriebsvergleiche nach Produktionssparten nutzen
Zur besseren Einschätzung des eigenen Ergebnisses bzw. der daraus gewonnenen Kennzahlen eignen sich horizontale Betriebsvergleiche nach Produktionssparten wie z.B. mit den Ergebnissen aus dem „Grünen Bericht“ und im Arbeitskreis Unternehmensführung sehr gut. Alle diese Kennzahlen zur Beurteilung der Rentabilität betrachten den Gesamtbestrieb als solches, dabei ist es gut möglich, dass einzelne Betriebszweige oder Kulturen das Betriebsergebnis positiv beeinflussen und andere wieder es nach unten ziehen bzw. keine Kostendeckung gegeben ist. Dazu bietet die Vollkostenrechnung aussagekräftige Informationen. Heruntergebrochen auf ein Hektar, ein Stück bzw. einen Stallplatz ergibt sich eine gute Vergleichsmöglichkeit und Aussagekraft.
Kennzahlen zeigen IST-Stand auf
Alle diese aufgezeigten Kennzahlen helfen der Betriebsleiterfamilie die Bewertung der betrieblichen IST-Situation auf Basis von Daten und Fakten zu beurteilen und bieten somit eine unentbehrliche Unterstützung zur Beurteilung der Rentabilität.
Da sich das betriebliche Umfeld, in dem wir unser Familienunternehmen Landwirtschaft führen, laufend verändert, sind auch wir in der Betriebsführung gefordert, die IST-Situation zu bewerten und den Betrieb weiter zu entwickeln. Jene, die hier das Gespür und hohe Unternehmerkompetenz besitzen, erkennen die Potenziale früher und entwickeln ihre Betriebe entsprechend weiter als viele andere.
Jetzt Mitglied beim Arbeitskreis Unternehmensführung werden
Die Mitgliedschaft im Arbeitskreis Unternehmensführung bietet ihren Mitgliedern eine Unterstützung ihre Kompetenzen zur Interpretation der Kennzahlen und Bilanzanalyse zu stärken und somit die Basis zu legen um die Unternehmerkompetenz der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter stetig weiterzuentwickeln.