Kräuter- und Blütensirup erweitern das Hofangebot
Sirup bietet Direktvermarktern eine attraktive Chance, den Hofladen um ein feines Nischenprodukt zu erweitern. Blüten, Kräuter und Früchte vom eigenen Betrieb lassen sich zu haltbaren Spezialitäten verarbeiten und damit über die Saison hinaus vermarkten. Der Einstieg ist einfach: Mit vorhandener Küche, sauberen Arbeitsabläufen und schon mit kleinen Mengen kann ohne große Investitionen getestet werden, welche Sorten bei Kunden ankommen. So entstehen regionale Produkte mit hoher Wertschöpfung, die bäuerliche Vielfalt sichtbar machen. Selbst hergestellter Kräuter- oder Blütensirup eignet sich nicht nur als Verdünnungsgetränk, sondern auch zum Verfeinern von Desserts, Joghurt, Tee oder sommerlichen Erfrischungsgetränken. Sirup darf lebensmittelrechtlich in der eigenen Küche hergestellt werden. Geeignet sind Pflanzen, die intensive Aromen oder natürliche Farbstoffe abgeben. Ein guter Sirup lebt von seinem ausgewogenen Geschmack und einer ansprechenden Farbe. Besonders interessant ist Goldmelisse, da sie neben ihrem aromatischen Geschmack auch eine kräftige rote Färbung abgibt. Auch bei Minze ergeben sich je nach Sorte unterschiedliche Geschmacksrichtungen.
Herstellung
Für einen hochwertigen Sirup sollten nur Pflanzenteile verwendet werden, die Geschmack und Farbe liefern. Bei Rosen und Goldmelisse hauptsächlich die Blütenblätter. Bei Schafgarbe und Johanniskraut die Blüten. Bei Minze und Zitronenverbene die Blätter. Die Pflanzen sollten frisch, sauber und möglichst trocken verarbeitet werden. Verwelkte oder beschädigte Teile aussortieren. Die vorbereiteten Kräuter und Blüten werden in ein geeignetes Gefäß gegeben und mit etwa 60 Grad warmem Wasser übergossen. Pro Liter Wasser wird ungefähr ein Esslöffel Zitronensäure zugegeben. Bei einer Kühlschranktemperatur von etwa vier bis fünf Grad bis zu 24 Stunden, bei noch kühlerer Lagerung bis zu 48 Stunden ziehen lassen.
Nach dem Absieben werden pro Liter Extrakt 1,5 Kilo Zucker benötigt, um den geforderten Trockenmasseanteil bei Sirup von mindestens 55 Grad Brix (bei Kräutersirup 45 Grad Brix) mit Sicherheit zu erreichen. Die Temperatur beim Pasteurisieren sollte nicht wesentlich über 80 Grad steigen, da hohe Temperaturen empfindliche Aromastoffe beeinträchtigen können. Den heißen Sirup unmittelbar in saubere, möglichst sterilisierte Flaschen abfüllen.
Kennzeichnung
Wer Sirup nicht nur für den Eigenbedarf herstellen, sondern verkaufen möchte, muss auf eine korrekte Kennzeichnung achten. Am Etikett enthalten sein müssen die Bezeichnung des Lebensmittels, Name und Anschrift des Lebensmittelunternehmers, Nettofüllmenge, Los-/Chargennummer, Mindesthaltbarkeitsdatum, Zutaten. Zusätzlich können freiwillige Angaben wie Servierempfehlungen oder Hinweise zur Lagerung hilfreich sein.
Herstellung
Für einen hochwertigen Sirup sollten nur Pflanzenteile verwendet werden, die Geschmack und Farbe liefern. Bei Rosen und Goldmelisse hauptsächlich die Blütenblätter. Bei Schafgarbe und Johanniskraut die Blüten. Bei Minze und Zitronenverbene die Blätter. Die Pflanzen sollten frisch, sauber und möglichst trocken verarbeitet werden. Verwelkte oder beschädigte Teile aussortieren. Die vorbereiteten Kräuter und Blüten werden in ein geeignetes Gefäß gegeben und mit etwa 60 Grad warmem Wasser übergossen. Pro Liter Wasser wird ungefähr ein Esslöffel Zitronensäure zugegeben. Bei einer Kühlschranktemperatur von etwa vier bis fünf Grad bis zu 24 Stunden, bei noch kühlerer Lagerung bis zu 48 Stunden ziehen lassen.
Nach dem Absieben werden pro Liter Extrakt 1,5 Kilo Zucker benötigt, um den geforderten Trockenmasseanteil bei Sirup von mindestens 55 Grad Brix (bei Kräutersirup 45 Grad Brix) mit Sicherheit zu erreichen. Die Temperatur beim Pasteurisieren sollte nicht wesentlich über 80 Grad steigen, da hohe Temperaturen empfindliche Aromastoffe beeinträchtigen können. Den heißen Sirup unmittelbar in saubere, möglichst sterilisierte Flaschen abfüllen.
Kennzeichnung
Wer Sirup nicht nur für den Eigenbedarf herstellen, sondern verkaufen möchte, muss auf eine korrekte Kennzeichnung achten. Am Etikett enthalten sein müssen die Bezeichnung des Lebensmittels, Name und Anschrift des Lebensmittelunternehmers, Nettofüllmenge, Los-/Chargennummer, Mindesthaltbarkeitsdatum, Zutaten. Zusätzlich können freiwillige Angaben wie Servierempfehlungen oder Hinweise zur Lagerung hilfreich sein.
Mit Lindenblütensirup und Kracherl erfolgreich
Mit Ihrem Sommerlinde-Kracherl wurden Sie vor fünf Jahren zweiter beim Agrarinnovationspreis Vifzack. Was ist seitdem geschehen?
Christoph Reinhart: Im Rahmen von dem, was wir als Familienbetrieb machen können, machen wir von Jahr zu Jahr immer ein bisschen mehr. Wir verkaufen den Sirup ab Hof im Webshop, in Geschäften, Gastronomie und seit damals auch im Regionalangebot von Spar.
Wie viel produzieren Sie?
Pro Jahr sind es rund 3.000 Liter Lindenblütensirup.
Immer noch von einem Baum?
Ja. Die Ernte steht rund um den 20. Juni an. Dann haben wir drei bis fünf Tage, wo die Blüten ihr volles Aroma haben. Ich beschneide den Baum – so behält er die Form und hat immer frisches Holz für die Blütenbildung. Dann setzen wir uns als Familie drunter und zupfen die Blüten ab.
Wie verarbeiten Sie die Blüten weiter?
Sie werden – wie beim Holunderblütensaft auch – ganz normal mit Zitronen, Orangen und Limetten für knapp 24 Stunden angesetzt. Dann kommen Säure und Zucker dazu, er wird erhitzt und abgefüllt. Sowohl Sirup als auch Kracherl sind Lohnabfüllung. Das Säure-Zuckerverhältnis ist sehr wichtig und eine Erfahrungssache, aber das haben die Abfüller voll im Griff.
Wie bewerben Sie den Sirup?
Bei der Zeit, die man in die Vermarktung steckt, gibt es nach oben ja nie Grenzen! Wir machen schon Marketingaktivitäten, aber nur soviel, wie es die Zeit in der Familie zulässt. Auf Social Media zum Beispiel. Positives Feedback gibt es zu unserem Retro-Etikett.
Interview: Roman Musch
Christoph Reinhart: Im Rahmen von dem, was wir als Familienbetrieb machen können, machen wir von Jahr zu Jahr immer ein bisschen mehr. Wir verkaufen den Sirup ab Hof im Webshop, in Geschäften, Gastronomie und seit damals auch im Regionalangebot von Spar.
Wie viel produzieren Sie?
Pro Jahr sind es rund 3.000 Liter Lindenblütensirup.
Immer noch von einem Baum?
Ja. Die Ernte steht rund um den 20. Juni an. Dann haben wir drei bis fünf Tage, wo die Blüten ihr volles Aroma haben. Ich beschneide den Baum – so behält er die Form und hat immer frisches Holz für die Blütenbildung. Dann setzen wir uns als Familie drunter und zupfen die Blüten ab.
Wie verarbeiten Sie die Blüten weiter?
Sie werden – wie beim Holunderblütensaft auch – ganz normal mit Zitronen, Orangen und Limetten für knapp 24 Stunden angesetzt. Dann kommen Säure und Zucker dazu, er wird erhitzt und abgefüllt. Sowohl Sirup als auch Kracherl sind Lohnabfüllung. Das Säure-Zuckerverhältnis ist sehr wichtig und eine Erfahrungssache, aber das haben die Abfüller voll im Griff.
Wie bewerben Sie den Sirup?
Bei der Zeit, die man in die Vermarktung steckt, gibt es nach oben ja nie Grenzen! Wir machen schon Marketingaktivitäten, aber nur soviel, wie es die Zeit in der Familie zulässt. Auf Social Media zum Beispiel. Positives Feedback gibt es zu unserem Retro-Etikett.
Interview: Roman Musch