Klimawandel im Milchviehstall: Für Hitzeperioden vorsorgen
Es geht immer noch mehr. Das haben auch Milchviehhalter in Bezug auf Dauer und Intensität der Hitzeperioden im Sommer 2026 erfahren müssen. Nicht nur dass Hitzeperioden immer früher beginnen und deutlich länger dauern, sondern auch die Tatsache extrem hoher Maximal-Temperaturen machen den Rindern in Stall und Weide sehr zu schaffen.
Windchill-Effekt
Grundsätzlich sollten Liegebereiche und Strohboxen, die trocken stehenden Kühe, der Fressgang und der Melkbereich mit Vorwartebereich belüftet werden. Schlauchlüftungen und Ventilatoren kühlen die Kühe durch die Luftgeschwindigkeit (Windchill-Effekt). An die Luftströmung können die Tiere Körperwärme und Feuchtigkeit abgeben und sich dadurch „kühlen. Bei in die Außenwand des Stalles eingebauten Ventilatoren für Schlauchlüftungen und Ventilatorlüftungen werden die Rinder zusätzlich mit Frischluft versorgt. Dazu sind Strömungsgeschwindigkeiten von mindestens zwei bis 2,5 Meter pro Sekunde erforderlich. Die Steuerung sollte immer automatisch in Abhängigkeit von der Temperatur im Stall erfolgen. Ab etwa 26 Grad Celsius sollten beide Systeme mit voller Leistung laufen, da hier eine deutliche Hitzebelastung beginnt.
Schlauchlüftungen
Schlauchlüftungen saugen die Luft mit einem Ventilator von außen an und werden an die Gegebenheiten des Stalles individuell angepasst. Sie versorgen Kühe mit „frischer Außenluft“ und kühlen diese durch die an den Düsen ausströmende Luft. Der Ventilator sollte wenn möglich die Luft nord- oder ostseitig ansaugen. An allen Düsen soll die Luft mit gleicher Geschwindigkeit ausströmen. Dies sollte mit einem Messgerät (Anemometer, Bild) überprüft werden. Schlauchlüftungen haben den Vorteil, dass sie durch die Anordnung der Düsen die Kühe in den Liegeboxen gezielt mit Frischluft versorgen und kühlen können.
Ventilatoren
Je nach stallbaulichen Gegebenheiten können sie zur Kühlung von Liegeboxen in Längs-oder Querrichtung montiert werden. Die Montagehöhe soll 2,70 Meter über dem Boden mit einem Neigungswinkel um die 20 Grad erfolgen. Ab Stalltemperaturen von 20 Grad Celsius sollte mit der Lüftung gestartet werden. Bereits hier beginnt für Rinder Wärmestress. Eine automatische Steuerung mit einem Temperatursensor ist unbedingt erforderlich. Abhängig von seiner Wurfweite und Wurfbreite reicht ein Ventilator in etwa für acht bis zehn Liegeboxen. Ein moderater Stromverbrauch, ein niedriger Geräuschpegel sowie eine gute Druckleistung sind wichtige Kriterien, die für den Kauf entscheidend sind. Für eine zufriedenstellende Funktion ist eine fachmännische Planung von Anzahl und Position der Lüfter erforderlich.
Worauf achten
Wasserzulauf
Genügend Tränkebecken mit gutem Zufluss (20 Liter/min) und tägliche Reinigung (mit Bürste)
Tränkestellen
Immer zwei Tränkestellen. Ab 20 bis 40 Kühen, drei Tränken. Ab 40 bis 60 Kühen vier Tränken.
Futterzeiten
Futtervorlage besser in die Zeit mit kühleren Temperaturen verlegen.
Silagen stabilisieren
Stabilität der Silagen durch konservierende Säuren in die Mischung oder am Silostock verbessern
Sauberkeit
Glatter und sauberer Futtertisch, täglich reinigen
Genügend Tränkebecken mit gutem Zufluss (20 Liter/min) und tägliche Reinigung (mit Bürste)
Tränkestellen
Immer zwei Tränkestellen. Ab 20 bis 40 Kühen, drei Tränken. Ab 40 bis 60 Kühen vier Tränken.
Futterzeiten
Futtervorlage besser in die Zeit mit kühleren Temperaturen verlegen.
Silagen stabilisieren
Stabilität der Silagen durch konservierende Säuren in die Mischung oder am Silostock verbessern
Sauberkeit
Glatter und sauberer Futtertisch, täglich reinigen