Grünschnittroggen liefert früher Futter
Grünschnittroggen ist eine Form des Winterroggens mit einer besonders schnellen Entwicklung im Frühjahr und wurde für die Ernte der ganzen grünen Pflanze gezüchtet. Als Zwischenfrucht angebaut, kann Grünschnittroggen als zusätzliche Futterquelle bei Futtermangel dienen. Zudem ist das Saatgut vergleichsweise günstig.
Anbau
280 bis 420 keimfähige Körner sollen pro Quadratmeter zwischen Ende August bis Mitte Oktober ausgesät werden. Als Saattiefe sind zwei bis drei Zentimeter zu wählen, damit eine gute Bestockung gelingen kann.
Düngung
Zwischenfrucht-Grünschnittroggen, der genutzt wird, ist jedenfalls düngungswürdig. Aufpassen muss man jedoch auf die unterschiedlichen Regelungen in der NAPV (Nitrataktionsprogrammverordnung) und im Österreichischen Umweltprogramm (Öpul).
- NAPV: Bei Zwischenfruchtfutterbau mit Leguminosen dürfen über den gesamten Begrünungszeitraum maximal 40 Kilo Stickstoff jahreswirksam je Hektar gedüngt werden. Sind keine Leguminosen in der Zwischenfrucht, dürfen 80 Kilo Stickstoff jahreswirksam gedüngt werden. Leichtlösliche stickstoffhaltige Düngemittel (Gülle, Jauche, Mineraldünger) dürfen im Herbst bis zum 31. Oktober auf Zwischenfrüchte ausgebracht werden, wenn diese bis 15. Oktober angelegt wurden. Die Menge ist hier mit 60 Kilo Stickstoff ab Lager je Hektar beschränkt.
- Öpul-Regelungen für Zwischenfrucht und System Immergrün: Hier ist die Düngung mit stickstoffhaltigen Mineraldüngern verboten, Wirtschaftsdünger sind erlaubt. Ansonsten gelten die Regelungen laut NAPV. Geht der Bestand zu hoch in den Winter, kann Schneeschimmel hohe Ausfälle verursachen. Daher wäre eine Düngung nur im Frühjahr zu empfehlen.
Ernte
Bei frühen Saaten kann eine Nutzung im Herbst noch möglich sein. Ansonsten ist eine Nutzung im Frühjahr üblich. Der optimale Erntezeitpunkt ist vor dem Ährenschieben (bis BBCH 49). Wird weiter zugewartet, steigt zwar die Erntemenge in Form von Trockenmasse, aber der Rohproteingehalt fällt ab (Grafik links; sowie Antworten rechts). Außerdem steigt mit zunehmendem Längenwachstum das Risiko für Lager.
Folgen für Hauptkultur
Grünroggen entzieht dem Boden Wasser, das der Folgefrucht nicht zur Verfügung steht. Da die Nutzung von Grünschnittroggen im Frühjahr erst nach dem frühestmöglichen Umbruchtermin (für Öpul-Begrünungen) erfolgen wird, bedingt diese Nutzung somit auch einen verspäteten Maisanbau und daher mögliche Ertragseinbußen bei Mais. Die gesamte Erntemenge (Grünroggen und Silomais) kann jedoch im Bereich von regulär gesätem Silomais liegen. Somit ist das Futter schneller am Betrieb verfügbar.
Die mechanische Beseitigung von Grünschnittroggen vor dem Anbau von Mais darf nur unter trockenen Bedingungen erfolgen, da es sonst zu Schmierzonen kommt. Handelt es sich um keine Öpul-Begrünung, ist auch eine chemische Beseitigung möglich. Die Beseitigungsmöglichkeiten für Öpul-Begrünungen können im aktuellen Merkblatt der AMA nachgelesen werden: ama.at/fachliche-informationen/oepul/merkblaetter.
Die mechanische Beseitigung von Grünschnittroggen vor dem Anbau von Mais darf nur unter trockenen Bedingungen erfolgen, da es sonst zu Schmierzonen kommt. Handelt es sich um keine Öpul-Begrünung, ist auch eine chemische Beseitigung möglich. Die Beseitigungsmöglichkeiten für Öpul-Begrünungen können im aktuellen Merkblatt der AMA nachgelesen werden: ama.at/fachliche-informationen/oepul/merkblaetter.
Letzte Option
Ab Mitte September ist die Anlage von Gräser-Leguminosen-Mischungen zu riskant, da die Keimlinge sehr frostempfindlich sind und bei sehr frühen Frösten absterben könnten.
Leiden bereits etablierte Zwischenfrüchte für die Futtergewinnung unter Trockenstress und stehen ein, kann mit der Entscheidung, diese fortzuführen, noch zugewartet werden, da Grünroggen bis Mitte Oktober angebaut werden kann.
Leiden bereits etablierte Zwischenfrüchte für die Futtergewinnung unter Trockenstress und stehen ein, kann mit der Entscheidung, diese fortzuführen, noch zugewartet werden, da Grünroggen bis Mitte Oktober angebaut werden kann.
Grünroggen Erntezeitpunkt
Ertrag und Rohproteingehalt von verschiedenen Grünroggensorten im Durchschnitt, in Abhängigkeit von Erntezeitpunkt in den Standorten in Piber und Gumpenstein
Rinderfütterung mit Grünschnittroggen – LK-Expertin beantwortet Fragen
Welche Futterqualität hat Grünschnittroggen?
Die beste Futterqualität wird bei Grünschnittroggen und anderen Futtergetreiden vor dem Ähren- oder Rispenschieben erreicht. In diesem Stadium liegen die höchsten Energie- und Eiweißgehalte vor. Mit zunehmender Reife steigen zwar die Trockenmasseerträge, gleichzeitig sinken Rohproteingehalt, Energiekonzentration und Verdaulichkeit. Unter optimalen Bedingungen sind 6,0 bis 6,5 MJ NEL und 120 bis 150 Gramm Rohprotein je Kilo Trockenmasse möglich. Ein früher Schnitt ist daher entscheidend.
Was ist bei der Silierung zu beachten?
Futterverschmutzungen zu vermeiden, ist die wichtigste Voraussetzung für hochwertige Silagen. Eine Schnitthöhe von mindestens acht Zentimetern verbessert die Gärqualität. Da Grünschnittroggen zum Erntezeitpunkt oft weniger als 20 Prozent Trockenmasse aufweist, sollte er auf etwa 30 Prozent Trockenmasse angewelkt werden, um Sickersaftverluste und Fehlgärungen zu vermeiden. Die Silierung erfolgt bevorzugt in Rundballen oder im eigenen Fahrsilo. Von Sandwichsilagen wird abgeraten, da Sickersäfte das darunterliegende Futter verderben können. Kurze Schnittlänge, hohe Verdichtung und ein rascher, luftdichter Abschluss sichern die Qualität. Bei kühlen Herbstbedingungen kann der Einsatz von Siliermitteln (Salze oder Säuren) eine stabile Vergärung unterstützen.
Welche Mengen können eingesetzt werden?
Grünschnittroggen kann frisch oder siliert verfüttert werden. In Milchviehrationen sollten Zwischenfrüchte oder Ganzpflanzensilagen höchstens 30 Prozent der Grundfuttertrockenmasse ausmachen. Frischer Grünroggen kann mit bis zu 35 Kilo Frischmasse je Kuh und Tag eingesetzt werden. Bei Silagen haben sich etwa 25 Kilo Frisch- oder fünf bis sieben Kilo Trockenmasse bewährt. Für Jungvieh und Mastrinder sollte der Anteil 20 Prozent Trockenmasse nicht überschreiten. Mischrationen fördern eine gleichmäßige Futteraufnahme. Ohne Mischwagen sollte die Ganzpflanzensilage zweimal täglich vorgelegt und die Rinder dabei im Fressgitter fixiert werden. So kann eine gleichmäßige Aufnahme erreicht und die Akzeptanz beobachtet werden.
Ist eine frische Futtervorlage – Eingrasen oder Weide – möglich?
Grünroggen eignet sich sowohl zum Eingrasen als auch zur Beweidung, bevorzugt mit Jungvieh. Die Beweidung sollte bereits bei 15 bis 20 Zentimeter Bestandeshöhe beginnen. Portionsweide reduziert Futterverluste. Beim Eingrasen täglich frisch mähen (mindestens acht Zentimeter hoch) und vorlegen. Ab Beginn Ährenschieben oder sobald die Grannen spitzen, steigt der Rohfasergehalt stark an, Akzeptanz sowie Futterwert sinken stark ab.
Was muss in der Rationsgestaltung berücksichtigt werden?
Wie bei jeder Futterumstellung ist ein langsame Anpassung über acht bis 14 Tage notwendig. Futtermittelanalysen und Rationsberechnungen schaffen die Grundlage für eine bedarfsgerechte Ergänzung mit Kraft- und Mineralfutter. Kraftfutter mit beständiger Stärke wie Trockenschnitzel, Körnermais und dergleichen einsetzen.
Wie kann ich die Ration kontrollieren?
Futteraufnahme, Wiederkauverhalten und Kot kontrollieren. Dünnflüssiger Kot weist häufig auf einen Strukturmangel hin. In diesem Fall können Heu oder Stroh ergänzt werden. Bei Milchkühen liefern auch Milcheiweiß- und Milchharnstoffgehalte wichtige Hinweise zur Energie- und Eiweißversorgung.
Gertrude Freudenberger, LK-Rinderexpertin: "Grünschnittroggen kann bis zum Ähren-/Rispenschieben beweidet, eingegrast oder siliert werden."
Die beste Futterqualität wird bei Grünschnittroggen und anderen Futtergetreiden vor dem Ähren- oder Rispenschieben erreicht. In diesem Stadium liegen die höchsten Energie- und Eiweißgehalte vor. Mit zunehmender Reife steigen zwar die Trockenmasseerträge, gleichzeitig sinken Rohproteingehalt, Energiekonzentration und Verdaulichkeit. Unter optimalen Bedingungen sind 6,0 bis 6,5 MJ NEL und 120 bis 150 Gramm Rohprotein je Kilo Trockenmasse möglich. Ein früher Schnitt ist daher entscheidend.
Was ist bei der Silierung zu beachten?
Futterverschmutzungen zu vermeiden, ist die wichtigste Voraussetzung für hochwertige Silagen. Eine Schnitthöhe von mindestens acht Zentimetern verbessert die Gärqualität. Da Grünschnittroggen zum Erntezeitpunkt oft weniger als 20 Prozent Trockenmasse aufweist, sollte er auf etwa 30 Prozent Trockenmasse angewelkt werden, um Sickersaftverluste und Fehlgärungen zu vermeiden. Die Silierung erfolgt bevorzugt in Rundballen oder im eigenen Fahrsilo. Von Sandwichsilagen wird abgeraten, da Sickersäfte das darunterliegende Futter verderben können. Kurze Schnittlänge, hohe Verdichtung und ein rascher, luftdichter Abschluss sichern die Qualität. Bei kühlen Herbstbedingungen kann der Einsatz von Siliermitteln (Salze oder Säuren) eine stabile Vergärung unterstützen.
Welche Mengen können eingesetzt werden?
Grünschnittroggen kann frisch oder siliert verfüttert werden. In Milchviehrationen sollten Zwischenfrüchte oder Ganzpflanzensilagen höchstens 30 Prozent der Grundfuttertrockenmasse ausmachen. Frischer Grünroggen kann mit bis zu 35 Kilo Frischmasse je Kuh und Tag eingesetzt werden. Bei Silagen haben sich etwa 25 Kilo Frisch- oder fünf bis sieben Kilo Trockenmasse bewährt. Für Jungvieh und Mastrinder sollte der Anteil 20 Prozent Trockenmasse nicht überschreiten. Mischrationen fördern eine gleichmäßige Futteraufnahme. Ohne Mischwagen sollte die Ganzpflanzensilage zweimal täglich vorgelegt und die Rinder dabei im Fressgitter fixiert werden. So kann eine gleichmäßige Aufnahme erreicht und die Akzeptanz beobachtet werden.
Ist eine frische Futtervorlage – Eingrasen oder Weide – möglich?
Grünroggen eignet sich sowohl zum Eingrasen als auch zur Beweidung, bevorzugt mit Jungvieh. Die Beweidung sollte bereits bei 15 bis 20 Zentimeter Bestandeshöhe beginnen. Portionsweide reduziert Futterverluste. Beim Eingrasen täglich frisch mähen (mindestens acht Zentimeter hoch) und vorlegen. Ab Beginn Ährenschieben oder sobald die Grannen spitzen, steigt der Rohfasergehalt stark an, Akzeptanz sowie Futterwert sinken stark ab.
Was muss in der Rationsgestaltung berücksichtigt werden?
Wie bei jeder Futterumstellung ist ein langsame Anpassung über acht bis 14 Tage notwendig. Futtermittelanalysen und Rationsberechnungen schaffen die Grundlage für eine bedarfsgerechte Ergänzung mit Kraft- und Mineralfutter. Kraftfutter mit beständiger Stärke wie Trockenschnitzel, Körnermais und dergleichen einsetzen.
Wie kann ich die Ration kontrollieren?
Futteraufnahme, Wiederkauverhalten und Kot kontrollieren. Dünnflüssiger Kot weist häufig auf einen Strukturmangel hin. In diesem Fall können Heu oder Stroh ergänzt werden. Bei Milchkühen liefern auch Milcheiweiß- und Milchharnstoffgehalte wichtige Hinweise zur Energie- und Eiweißversorgung.
Gertrude Freudenberger, LK-Rinderexpertin: "Grünschnittroggen kann bis zum Ähren-/Rispenschieben beweidet, eingegrast oder siliert werden."