Feind Borkenkäfer
Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Borkenkäfer gemacht?
Klaus Teschl: Keine guten! Fast jedes Jahr muss ich Käfernester beseitigen, obwohl die Fichte bei uns eh schon in der Minderheit ist. Hauptbaumart ist Buche. Ich bin Milchbauer, der 20 Hektar große Wald spielt bei uns auf 270 Meter Seehöhe eine untergeordnete Rolle.
Wolfgang Göschl: Ich bin da von klein auf forstwirtschaftlich geprägt. Mein Großvater war nach dem Krieg Förster und hatte da mit sämtlichen Borkenkäfern zu tun. In heißen Phasen habe ich immer wieder mit Käfernestern zu tun. 2022 etwa musste ich über fünf Wochen hinweg jede Woche 100 Festmeter Käferholz aus dem Wald entfernen.
Wolfgang Göschl: Ich bin da von klein auf forstwirtschaftlich geprägt. Mein Großvater war nach dem Krieg Förster und hatte da mit sämtlichen Borkenkäfern zu tun. In heißen Phasen habe ich immer wieder mit Käfernestern zu tun. 2022 etwa musste ich über fünf Wochen hinweg jede Woche 100 Festmeter Käferholz aus dem Wald entfernen.
Zitat: Klaus Teschl
"Die Fichte ist in unseren Lagen eh schon in der Minderheit, trotzdem muss man dahinter sein."
Welche Rolle spielt die Zeit?
Göschl: In der Regel schaffe ich es, dass ich befallene Fichten binnen einer Woche bis zehn Tagen im Sägewerk habe. Das Holz ist da noch weiß – das macht natürlich einen großen preislichen Unterschied. Wenn die Rinde erst einmal herunterklappt, ist dieser Baum nicht mehr gefährlich. Aber es heißt, dann die umliegenden Fichten genau zu beurteilen. Ich weiß dann auch, dass ich diese Stelle im nächsten Jahr gut im Auge haben muss.
Zitat: Wolfgang Göschl
"Finde ich ein Käfernest, ist das Holz binnen einer Woche im Sägewerk."
Wie behalten Sie Ihre Fichten im Auge?
Teschl: Ich schaue, ob die Baumkronen vital aussehen und im Detail, ob ich Bohrmehl oder grüne Nadeln am Stammfuß erkenne. Und ich zähle darauf, dass mir meine Nachbarn Bescheid geben, wenn sie etwas Verdächtiges sehen.
Göschl: Ich mache die Fernerkundung, mein Vater die Naherkundung. Ich schaue mir vom Gegenhang meinen Wald an. Erkenne ich verdächtige Verfärbungen, gebe ich die Stelle meinem Vater weiter, der sich das dann aus der Nähe anschaut. Zu Schwärmzeiten machen wir das intensiver – die sehe ich online übers Borkenkäfermonitoring. Und ich achte auf schwärmende Meisen und die Pick-Geräusche von Spechten.
Göschl: Ich mache die Fernerkundung, mein Vater die Naherkundung. Ich schaue mir vom Gegenhang meinen Wald an. Erkenne ich verdächtige Verfärbungen, gebe ich die Stelle meinem Vater weiter, der sich das dann aus der Nähe anschaut. Zu Schwärmzeiten machen wir das intensiver – die sehe ich online übers Borkenkäfermonitoring. Und ich achte auf schwärmende Meisen und die Pick-Geräusche von Spechten.
Welche Zukunft hat die Fichte für Sie?
Göschl: Ich mache keine Euthanasie für Fichten. Aber es funktioniert nicht mehr so wie früher, dass man eine Fichte 60 bis 80 Jahre einfach wachsen lässt und sie dann erntet. Man muss sie ständig bewirtschaften. Außerdem sind die Fichten ja da. Ich kann nicht einen 20-jährigen Bestand einfach umschneiden. Ich muss ihn so gut es geht begleiten und auf ihn schauen.
Teschl: Ich denke, dass die Fichte als Mischbaumart bei mir weiter eine Rolle spielen wird.
Teschl: Ich denke, dass die Fichte als Mischbaumart bei mir weiter eine Rolle spielen wird.
Einzelwürfe wegräumen
- Borkenkäfer. Die Aufarbeitung der Windwurfschäden, vor allem in der Oststeiermark, ist beinahe abgeschlossen. Wichtig ist nun, vereinzelt geworfene Fichten aus den Wäldern zu entfernen. Zurückbleibende Wipfel sind mehrfach zu durchtrennen.
- Waldlager. Holzpolter können zu Brutstätten werden und sind genau zu beobachten. Wird ein Befall entdeckt, das Holz rasch abführen.
Käfer-Kontrollgänge
- Standort. Wo im Vorjahr Käferbäume standen, besteht große Gefahr. Fichten am Waldrand, wo die Sonne voll hinknallt, sind besonders gefährdet. Ganz wichtig ist es auch, geworfene oder gebrochene Fichten schnell aufzuarbeiten
- Bohrmehl. Frischen Befall erkennt man am Bohrmehl an Rinde und Stammfuß nach zwei Tagen Schönwetter. Regen wäscht das Bohrmehl weg
- Viele Nadeln. Etwas weiter fortgeschritten ist der Befall, wenn unter einem Baum viele grüne Nadeln am Boden liegen
- Dürre Kronen. Hier sind die Borkenkäfer schon wieder ausgeflogen und man muss davon ausgehen, dass auch die umliegenden Fichten schon befallen sind. Die Käfer beginnen, sich oben in der Baumkrone einzubohren. Die Entwicklung dauert sechs bis acht Wochen. Haben die Eltern die Brutgänge an- und die Eier abgelegt, können sie wieder ausfliegen und andere Bäume befallen – sie legen sogenannte Geschwisterbruten an
- Nachbarschaftshilfe. Sich unter Nachbarn gegenseitig auf Käferbefall aufmerksam zu machen und sich bei der raschen Aufarbeitung zu helfen, ist ein wertvoller Freundschaftsdienst und keine Anzeige