Wo unsere Bäuerinnen wirken, wächst Zukunft!
„Kochen, backen, Kinder schauen und im Dirndl heuen – dieses einseitige Bild von uns Bäuerinnen haben leider noch viele“, bedauert Landwirtin Maria Kamsker. Und betont: „Wir sind aber auch Managerinnen der Höfe und des Alltags, packen überall am Betrieb an, sitzen vor dem Computer. Und all das vor dem Hintergrund bester Ausbildungen.“ Auch Katharina Maderebner aus Liezen lebt längst dieses moderne Bäuerinnenleben: „Ich bin stolze Bäuerin, aber immer mehr auch Unternehmerin. Und ich greife zur Mistgabel genauso wie zum Lippenstift.“ Die beiden Frauen sind zwei von zehn Gesichtern, die heuer bei der „Woche der Land- und Forstwirtschaft“, 20. bis 26. Juli, bei Pressegesprächen stellvertretend für alle steirischen Bäuerinnen sprechen und das realistische Bild einer Landwirtin präsentieren werden. Motto: Wo Bäuerinnen wirken, wächst Zukunft! Die „Woche der Land- und Forstwirtschaft“ steht heuer, im internationalen Jahr der Bäuerin, ganz im Zeichen der Frauen auf den Höfen und rückt sie entsprechend ins Rampenlicht. „Das ist mehr als notwendig, denn überholte Bilder und Sprüche stehen leider nach wie vor an der Tagesordnung“, betont Landesbäuerin Ursula Reiter. Mit den landesweiten Veranstaltungen wird der Öffentlichkeit gezeigt, was Bäuerinsein heute tatsächlich bedeutet – nämlich eigenständig, innovativ, verantwortungsvoll sein. Bäuerinnen bekennen sich heute übrigens mehr denn je voll Stolz zu ihrem Beruf – und machen ihn so zu einem Trend- und Zukunftsberuf!
Unsere Leistung verdient Respekt: Ursula Reiter, Landesbäuerin
In diesen Tagen finden in den Bezirken die Pressegespräche zur Woche der Landwirtschaft statt. Im internationalen Jahr der Bäuerin steht dabei ein Thema besonders im Mittelpunkt: Die Sichtbarkeit jener Frauen, die auf unseren Höfen Tag für Tag Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen und mit ihrer Arbeit wesentlich zum Erfolg der Betriebe beitragen. Auf jedem Hof werden unzählige Aufgaben oft im Hintergrund erledigt. Viele davon werden kaum wahrgenommen, weil sie selbstverständlich sind. Doch gerade diese Tätigkeiten halten den Betrieb am Laufen: Organisation, Versorgung, Planung, Pflege, Büroarbeit, Familie und vieles mehr greifen ineinander. Sie verdienen Anerkennung, weil sie Zeit, Können und Verlässlichkeit erfordern. Bäuerinnen sind längst nicht mehr auf Aufgaben im Haus reduziert. Das müssen wir leider immer wieder betonen, weil noch immer alte Bilder und überholte Sprüche auftauchen. Wenn behauptet wird, die Frau habe ihren Platz in der Küche, zeigt das vor allem eines: Wie notwendig es ist, die Realität auf den Höfen sichtbar zu machen. Wir Bäuerinnen leisten unseren Teil der Arbeit dort, wo sie anfällt: bei der Ernte, auf den Wiesen, am Traktor, im Stall, bei der Vermarktung, in der Direktverarbeitung, bei Terminen, in der Buchhaltung oder auf dem Weg zum Schlachthof. Wir sind nicht nur dabei, wir sind mittendrin. Wie in einer Partnerschaft, braucht es auch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, Arbeit gemeinsam geplant und getragen. Deshalb sollte auch das Wort „helfen“ endlich aus unserem Wortschatz verschwinden, wenn wir über die Arbeit am Hof sprechen. Auf Bauernhöfen wird nicht einfach „mitgeholfen“: Es wird gearbeitet, geplant, produziert, gepflegt, versorgt und Verantwortung übernommen. Lebensmittel entstehen nicht nebenbei. Tiere werden nicht nebenbei betreut. Jede und jeder am Hof übernimmt Aufgaben, bringt Fähigkeiten ein und trägt zum Ganzen bei. Genau diese gemeinsame Leistung verdient Respekt, Sichtbarkeit und Wertschätzung.