Vielfalt am Ackerrand: So geht Vertragsnaturschutz
Im Vorjahr haben 15 Betriebe in Deutschlandsberg und Leibnitz über 2,8 Kilometer naturnahe Hecken angelegt. „Es erfüllt mich mit großer Freude, dass wir unser Heckenprojekt so reibungslos umsetzen konnten“, ist Vera Enzi-Zechner aus Sankt Andrä-Höch begeistert. Eine kleine Hecke am Wegesrand ist hier grundsätzlich ein ebenso wertvoller Beitrag wie eine Hecke, die sich über mehrere hundert Meter erstreckt. So kann es gemeinsam gelingen, wertvolle Lebensräume zu schaffen, miteinander zu verbinden und gleichzeitig positiv auf unsere Produktionsflächen einzuwirken.
Breite Unterstützung
„Die einfache Organisation der Materialien und die Pflanzenübergabe haben gezeigt, wie wertvoll engagierte Partner sind, wenn es darum geht, Naturschutz konkret und sichtbar zu machen. Ich freue mich darauf, wenn die im Herbst gesetzte Hecke zum Leben erwacht und Vielfalt am Ackerrand erlebbar wird“, so Enzi-Zechner. Projektteilnehmer profitieren von der zentralen Organisation, von der Einreichung der Förderung bis hin zur günstigeren Beschaffung der Pflanzen.
Jetzt anmelden
Auch dieses Jahr besteht die Möglichkeit, über das Projekt „Vielfalt am Ackerrand“ Unterstützung bei der Anlage von Hecken zu erhalten und zusätzlich von Förderungen aus dem Landesvertragsnaturschutz (LAV) zu profitieren. Die Landwirtschaftskammer und das Regionalmanagement Südweststeiermark stehen in den Bezirken Leibnitz und Deutschlandsberg beratend zur Seite und zeigen, worauf es ankommt. Ob als Lebensraum für Niederwild, Vögel und Insekten, Erosionsschutzgürtel am Hang oder für ein besseres Wassermanagement, das Projektteam unterstützt kostenfrei bei der Erarbeitung eines Konzeptes und der damit verbundenen Einreichung des Vorhabens für die Förderung beim Land Steiermark. Die Prämien richten sich nach der Flächengröße bei einer Behaltepflicht von zehn Jahren. Die Einreichfrist endet am 31. März.
Naturschutz mit Landes-Vertrag
Seit Mitte Jänner ist es allen interessierten Landwirtinnen und Landwirten wieder möglich, sich mit bestimmten Flächen beim Landesvertragsnaturschutzprogramm (LAV) anzumelden. Die ausgeschriebenen Maßnahmen sowie die Rahmenbedingungen sind online zu finden (QR-Code unten). Achtung: Wiesen können nur von Betrieben angemeldet werden, die nicht Öpul-teilnahmeberichtigt sind (unter 1,5 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche). Die Flächen der angemeldeten Betriebe werden dann im Jahr 2026 von Expertinnen und Experten begutachtet. Die einzelnen Aufrufe sind gedeckelt. Sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind, werden die Anträge nach fachlichen Kriterien gereiht und bekommen bis zum Erreichen der Höchstgrenze gemäß Aufruf einen Vertrag angeboten. Die Prämie der entsprechenden Maßnahme(n) wird ab 2027 ausbezahlt. Flächen bis Ende März anmelden! Flächentypen, die in Frage kommen:
- Wertvolle Wiesen: Artenreiche Weide- oder Wiesenflächen, die nicht ins Öpul eingebracht werden können, kommen für diese Maßnahme in Frage. Einreichfrist: 31. März
- Nassflächen: Gesucht werden naturschutzfachlich hochwertige Nassflächen, die aufgrund der Bodenfeuchte nicht jedes Jahr bewirtschaftbar und daher nicht ins Öpul einbringbar sind. Einreichfrist: 31. März
- Moore: Intakte Moore, die aufgrund der Bodenfeuchte nicht nutzbar sind sowie teilentwässerte Moore werden gefördert. Pflegemaßnahmen werden vereinbart. Einreichfrist: 31. März
- Einzelstehende Habitatbäume: Gesucht werden Einzelbäume mit Nachweisen seltener Tierarten. Einreichfrist: 31. März
- Funktion: Kleinhabitate mit ökologischer Schlüsselfunktion: Kleinflächige Lebensräume mit Nachweis besonders geschützter Arten oder Schlüsselfunktion bei Vernetzung der Habitate oder Inselhabitate werden gefördert. Einreichfrist: 31. März
- Hecken: Es werden Grünland- oder Ackerflächen für die Entwicklung von Hecken gesucht. Im Rahmen eines von Land Steiermark und EU geförderten Projektes unterstützt die LK in den Bezirken Deutschlandsberg und Leibnitz hierbei. Einreichfrist: 31. März
- Entwicklung und Erhaltung von Biberhabitaten: Gesucht werden bestehende Biberhabitate sowie Flächen, die durch Biberaktivitäten in absehbarer Zeit nicht mehr bewirtschaftbar sind. Einreichfrist: 30. Juni
Privat unterstützter Naturschutz in der Landwirtschaft
Mit der Ausschreibung „WIN #landwirtschaft“ stehen in Österreich eine Million Euro für Projekte zur Verfügung, die Naturschutz und Landwirtschaft wirksam verbinden.
Die Projektfinanzierung erfolgt durch „Blühendes Österreich – Billa gemeinnützige Privatstiftung“. Eingereicht werden können Vorhaben von Bäuerinnen und Bauern, landwirtschaftlichen Initiativen sowie von allen, die einen aktiven Beitrag zur Biodiversität im Agrarraum leisten wollen. Projekte können ab sofort bis 28. Februar 2026 eingereicht werden. Hinter „WIN #landwirtschaft“ steht die Werkstatt Innovation Natur. Das Projekt wird von BirdLife Österreich, Blühendes Österreich und Impact Hub Vienna getragen. Der Ausschreibung gingen „WIN #landwirtschaft“ Werkstätten im Herbst 2025 voraus. Dort entwickelte Projektideen können nun eingereicht werden, zugleich ist die Ausschreibung auch für neue Vorhaben offen. Im Herbst 2026 finden weitere Werkstätten auch in Graz statt. Informationen zu den Terminen folgen in Kürze auf der Website. Mit Unterstützung von Bund, Ländern und EU.
Hier klicken: blühendes Österreich
Die Projektfinanzierung erfolgt durch „Blühendes Österreich – Billa gemeinnützige Privatstiftung“. Eingereicht werden können Vorhaben von Bäuerinnen und Bauern, landwirtschaftlichen Initiativen sowie von allen, die einen aktiven Beitrag zur Biodiversität im Agrarraum leisten wollen. Projekte können ab sofort bis 28. Februar 2026 eingereicht werden. Hinter „WIN #landwirtschaft“ steht die Werkstatt Innovation Natur. Das Projekt wird von BirdLife Österreich, Blühendes Österreich und Impact Hub Vienna getragen. Der Ausschreibung gingen „WIN #landwirtschaft“ Werkstätten im Herbst 2025 voraus. Dort entwickelte Projektideen können nun eingereicht werden, zugleich ist die Ausschreibung auch für neue Vorhaben offen. Im Herbst 2026 finden weitere Werkstätten auch in Graz statt. Informationen zu den Terminen folgen in Kürze auf der Website. Mit Unterstützung von Bund, Ländern und EU.
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