Osterpinze und Osterbrot: Landessieger setzen Gegentrend zu industriellem Einheitsgeschmack
Gutes Ostergebäck darf bei der traditionellen Osterjause nicht fehlen
Geschmackliche Vielfalt in feinen Nuancen mit regionalen, unverfälschten Zutaten – das ist das große Plus der Backkunst der steirischen Bäuerinnen und Bauern sowie der landwirtschaftlichen Fachschulen, die diese traditionelle Handwerkskunst weitergeben. Bei der Landesprämierung 2024/25 für „Osterbrot“ und „Osterpinze“ zeichnete die mehrköpfige Expertenjury Monika Sommer und die Fachschule Grottenhof in Graz mit jeweils einem Landessieg aus. Mit ihrer Handwerkskunst und ihren kreativen Ostergebäcken setzen sie einen Gegentrend zum industriellen Einheitsgeschmack.
Klasse statt Masse
Nicht nur die Backstube, sondern der ganze Ort duftet, wenn die Landesssieger Monika Sommer und die Fachschule Grottenhof ihre Osterspezialitäten backen: Ganz viel Liebe und Leidenschaft sind dabei ebenso wichtige Zutaten wie Mehl, Milch, Eier, Butter und Co, stammen diese doch ausschließlich aus der unmittelbaren Umgebung.
Zitat Monika Sommer:
„Ich verwende nur natürliche Zutaten und sehr viel Zeit für das Backen meiner Osterpinzen“, erklärt die Direktvermarkterin Monika Sommer.

Zitat Fachschule Grottenhof:
„Unsere Schülerinnen und Schüler sind begeisterte Osterbrotbäckerinnen und -bäcker. Bei uns lernen sie dieses traditionelle Handwerk – unsere Osterbrote schmecken einfach nach mehr“, betonen die Fachlehrerinnen Elisabeth Prutsch und Regina Zöbl.
Das sind die großen Sieger:innen:
- Landessieger für Grottenhofer Bio-Osterbrot: Fachschule Grottenhof aus Graz
- Landessieger für Osterpinze, Gold für Osterbrot: Monika Sommer aus Buch-St. Magdalena bei Hartberg
- Ausgezeichnet für Osterbrot: Familie Schaffer vulgo. Utschmoar aus Bruck/ Mur
- Gold für Osterpinze: Karin Ulz aus Stainz
- Gold für Osterbrot ohne Rosinen, Ausgezeichnet für Osterbrot mit Rosinen: Susi Weber aus Lestein bei St. Stefan
- Gold für Osterbrot: Familie Aichinger aus Hitzendorf
- Gold für Osterbrot mit Rosinen und Ausgezeichnet für Osterpinze: Hofladen Marianne Kurz aus Dobl-Zwaring
- Gold für Osterpinze und Ausgezeichnet für Osterbrot sowie leichter Osterbrot: Bauernhof-Heuriger Reiß aus Eggersdorf bei Graz
- Gold für Osterbrot: Familie Walcher aus Kumberg
- Gold für Osterbrot: Österreichs steilstes Weingut Malli aus Kitzeck
- Gold für Osterpinze 2.024: FS Neudorf – St. Martin aus St. Georgen/ Stiefing
- Ausgezeichnet für Osterbrot: Genusseck Martin Sackl aus Hengsberg
- Gold für Osterbrot: Buschenschank Skoff – Weinleiten – Michael Skoff aus Gamlitz
- Gold für Süßes Osterbrot: Weingut & Buschenschank Wechtitisch-Zuser aus Großklein
- Ausgezeichnet für Landgut Osterpinze: Alexander Dornbusch aus Aigen im Ennstal
- Ausgezeichnet für Osterbrot: Familie Theißl aus Kirchberg/ Raag
- Ausgezeichnet für Oster-Dinkelbrot: Katharina Leitner aus Ligist
- Ausgezeichnet für Osterbrot: Zach Gourmet – Florian Zach aus Mooskirchen
Gegentrend zum industriellen Einheitsgeschmack
Während industriell hergestellte Osterbrote bis zu 30 Zutaten haben, darunter Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker, bereiten Direktvermarkterinnen und Direktvermarkter diese aus sechs (ungesüßtes Osterbrot) bis acht naturbelassene Zutaten (gesüßtes Osterbrot) aus der Region zu.
Rund um das Osterbrot
Grundlage für die Osterjause ist das saftige Osterbrot – das Weihbrot. Es ist ein gesüßtes oder ungesüßtes Germgebäck, das mit oder ohne Rosinen in Laibform gebacken wird und mit geselchtem Osterschinken, hartgekochten Eiern und reichlich steirischem Kren im Osterkorb bei der Speisensegnung oder „Fleischweihe“ nicht fehlen darf. Osterbrot ist hauptsächlich ein Weizenbrot, wobei auch Dinkelmehl regionsabhängig hinzugefügt werden kann. Bereits im Mittelalter gehörte das Osterbrot als christliches Symbol des „Fastenbrechens“ zu einer festlich gedeckten Tafel. Nach der 40-tägigen Fastenzeit seit Aschermittwoch, die viele kulinarische Entbehrungen mit sich brachte, durfte zu Ostern endlich wieder herrlich geschlemmt werden.
Rund um die Osterpinze
Als leicht süßliches Gebäck aus Germteig gilt die Osterpinze auch als beliebtes Brauchtumsgebäck in der Osterzeit. Ursprünglich kommt die Osterpinze, oder auch Görzer-Pinze genannt, aus dem italienischen Friaul und ist im 19. Jahrhundert über Slowenien – die damalige Grafschaft Görz nach Graz gekommen. Im Laufe der Zeit hat sie aber im ganzen Land ihre Fans gefunden! Die flaumig weiche Osterpinze duftete sanft nach Anis und ist zart im Geschmack. Der Germteig – verfeinert mit Butter und Dotter – bekommt durch das dreifache Einschneiden des Teiges mit einer Schere ihre typische Form. Daher dürfte auch der Ursprung des Namens Pinze kommen – lautet das italienische Wort für Schere doch pinza. Die Pinze darf im traditionellen Osterkorb ebenso wenig fehlen wie der Osterschinken oder die bunt gefärbten Eier.