Holzheizungen sind sauberer als ihr Ruf
Es gibt Momente, in denen Zahlen eine Geschichte erzählen, die eigentlich jeder kennen sollte – und die dennoch kaum jemand kennt. Die Österreichische Luftschadstoffinventur 2025 und eine brandaktuelle Studie des Forschungszentrums BEST liefern genau solche Zahlen. Sie zeichnen ein Bild, das sich von der öffentlichen Debatte rund um Holzheizungen und Feinstaub fundamental unterscheidet. Wer die Daten liest, staunt – und fragt sich, wie die Diskussion so weit von der Realität abgleiten konnte.
Denn eines ist klar: Österreichische Biomasseheizungen sind eine Technologie, auf die dieses Land stolz sein kann. Was hier in den vergangenen Jahrzehnten an Entwicklungsarbeit geleistet wurde – von der Kesselindustrie, den Forschungsinstituten, den Bäuerinnen und Bauern, die früh auf erneuerbare Wärme umgestiegen sind – das sucht international seinesgleichen. Österreich hat weltweite Maßstäbe gesetzt. Dies droht in einer aufgeheizten Klimadebatte unter die Räder zu kommen, weil pauschale Kritik lauter klingt als belegte Fakten.
CO2-neutral und sauber
„Wer heute eine moderne Holzheizung betreibt, heizt nicht nur CO₂-neutral, sondern sorgt auch für saubere Luft“, betont Klaus Engelmann, Energieexperte der Landwirtschaftskammer Steiermark. „Die Technik ist längst dort, wo sie sein muss. Jetzt braucht es die richtigen Rahmenbedingungen, um sie in die Fläche zu bringen – mit gezielter Förderung und klarer Planungssicherheit. Solange die rund 1,4 Millionen fossilen Heizungen, die noch immer in Betrieb sind, nicht ersetzt werden, bleibt viel Potenzial ungenutzt.“
Bestraft für Weitblick
Und genau hier liegt das eigentliche Problem. Während die Technologie voranschreitet, hinkt die Förderpolitik hinterher – oder schlägt gar in die falsche Richtung. Wer als landwirtschaftlicher Betrieb früh Verantwortung übernommen hat, wird heute dafür nicht belohnt, sondern bestraft. Wer zuwartete und weiter mit Öl oder Gas heizte, kommt nun in den Genuss großzügiger Förderungen. Das ist nicht nur ungerecht – es ist auch klimapolitisch kontraproduktiv. Die Zahlen belegen: Der Absatz von Pellets- und Scheitholzkesseln brach zuletzt ein, Öl- und Gasheizungen legten wieder zu. Ein fatales Signal. Dabei wäre der richtige Weg so klar: Der Schlüssel zur weiteren Verbesserung der Luftqualität liegt nicht in Verboten oder immer schärferen Grenzwerten, die an technische Machbarkeitsgrenzen stoßen und die Anlagekosten in die Höhe treiben. Er liegt im konsequenten Austausch veralteter Anlagen. Solange Tausende alte Allesbrenner und fossile Kessel in Betrieb sind, verpufft jede Debatte über Spitzentechnologie. Hier muss die Förderung ansetzen – breit, unbürokratisch und unabhängig vom derzeitigen Heizsystem. Jeder ersetzte Altkessel bringt mehr für die Luftqualität als jede weitere Verschärfung von Grenzwerten für ohnehin schon saubere Neugeräte.
Steiermark macht es vor
Die steirische Land- und Forstwirtschaft steht bereit und hat in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen, dass bäuerliche Initiative und Energiewende keine Gegensätze sind, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Die Steiermark ist längst ein Energieland – mit Heizwerken, die ganze Gemeinden mit CO₂-neutraler Wärme versorgen, mit Waldbewirtschaftern, die nachhaltigen Brennstoff für hunderttausende Haushalte bereitstellen und mit Betrieben, die zehnmal mehr erneuerbare Energie ins System einspeisen als sie selbst verbrauchen. Das ist gelebte Energiewende.
Diese Betriebe brauchen Verlässlichkeit. Verlässliche Förderungen für den Kesseltausch: ein System, das frühe Investoren nicht benachteiligt und langfristige Planungssicherheit für jene, die in die Zukunft investieren. Die Fakten der Studie lassen keinen Zweifel daran, in welche Richtung die Reise gehen muss.
Denn eines ist klar: Österreichische Biomasseheizungen sind eine Technologie, auf die dieses Land stolz sein kann. Was hier in den vergangenen Jahrzehnten an Entwicklungsarbeit geleistet wurde – von der Kesselindustrie, den Forschungsinstituten, den Bäuerinnen und Bauern, die früh auf erneuerbare Wärme umgestiegen sind – das sucht international seinesgleichen. Österreich hat weltweite Maßstäbe gesetzt. Dies droht in einer aufgeheizten Klimadebatte unter die Räder zu kommen, weil pauschale Kritik lauter klingt als belegte Fakten.
CO2-neutral und sauber
„Wer heute eine moderne Holzheizung betreibt, heizt nicht nur CO₂-neutral, sondern sorgt auch für saubere Luft“, betont Klaus Engelmann, Energieexperte der Landwirtschaftskammer Steiermark. „Die Technik ist längst dort, wo sie sein muss. Jetzt braucht es die richtigen Rahmenbedingungen, um sie in die Fläche zu bringen – mit gezielter Förderung und klarer Planungssicherheit. Solange die rund 1,4 Millionen fossilen Heizungen, die noch immer in Betrieb sind, nicht ersetzt werden, bleibt viel Potenzial ungenutzt.“
Bestraft für Weitblick
Und genau hier liegt das eigentliche Problem. Während die Technologie voranschreitet, hinkt die Förderpolitik hinterher – oder schlägt gar in die falsche Richtung. Wer als landwirtschaftlicher Betrieb früh Verantwortung übernommen hat, wird heute dafür nicht belohnt, sondern bestraft. Wer zuwartete und weiter mit Öl oder Gas heizte, kommt nun in den Genuss großzügiger Förderungen. Das ist nicht nur ungerecht – es ist auch klimapolitisch kontraproduktiv. Die Zahlen belegen: Der Absatz von Pellets- und Scheitholzkesseln brach zuletzt ein, Öl- und Gasheizungen legten wieder zu. Ein fatales Signal. Dabei wäre der richtige Weg so klar: Der Schlüssel zur weiteren Verbesserung der Luftqualität liegt nicht in Verboten oder immer schärferen Grenzwerten, die an technische Machbarkeitsgrenzen stoßen und die Anlagekosten in die Höhe treiben. Er liegt im konsequenten Austausch veralteter Anlagen. Solange Tausende alte Allesbrenner und fossile Kessel in Betrieb sind, verpufft jede Debatte über Spitzentechnologie. Hier muss die Förderung ansetzen – breit, unbürokratisch und unabhängig vom derzeitigen Heizsystem. Jeder ersetzte Altkessel bringt mehr für die Luftqualität als jede weitere Verschärfung von Grenzwerten für ohnehin schon saubere Neugeräte.
Steiermark macht es vor
Die steirische Land- und Forstwirtschaft steht bereit und hat in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen, dass bäuerliche Initiative und Energiewende keine Gegensätze sind, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Die Steiermark ist längst ein Energieland – mit Heizwerken, die ganze Gemeinden mit CO₂-neutraler Wärme versorgen, mit Waldbewirtschaftern, die nachhaltigen Brennstoff für hunderttausende Haushalte bereitstellen und mit Betrieben, die zehnmal mehr erneuerbare Energie ins System einspeisen als sie selbst verbrauchen. Das ist gelebte Energiewende.
Diese Betriebe brauchen Verlässlichkeit. Verlässliche Förderungen für den Kesseltausch: ein System, das frühe Investoren nicht benachteiligt und langfristige Planungssicherheit für jene, die in die Zukunft investieren. Die Fakten der Studie lassen keinen Zweifel daran, in welche Richtung die Reise gehen muss.
Wer für den Feinstaub verantwortlich ist
Holzheizungen und Feinstaub – kaum ein Thema wird in der öffentlichen Debatte so oft falsch dargestellt wie dieses. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen der österreichischen Luftschadstoffinventur 2025 bringt Klarheit – und dürfte manchen Kritiker überraschen.
Im Jahr 2023 wurden in Österreich insgesamt rund 26.160 Tonnen Feinstaub (PM10) emittiert. Der mit Abstand größte Verursacher ist die Industrie mit fast 9.900 Tonnen – das sind knapp 38 Prozent der Gesamtemissionen. Der Verkehr folgt auf Platz zwei: Zusammen mit Brems- und Reifenabrieb sowie Straßenabnutzung kommt er auf über 6.600 Tonnen, also mehr als 25 Prozent. Die Landwirtschaft verursacht rund 4.550 Tonnen oder 17 Prozent – überwiegend aus Tierhaltung, Gülleausbringung und mechanischer Aufwirbelung bei der Feldbearbeitung. Biomasse-Kleinfeuerungen in Wohn- und Gewerbegebäuden sowie öffentlichen Einrichtungen tragen insgesamt 5.177 Tonnen bei – das sind 19,8 Prozent.
Allesbrenner, alte Kessel
Doch auch hier gilt: Nicht alle Holzheizungen sind gleich. Mehr als die Hälfte dieser Emissionen stammt aus Allesbrennern und veralteten Naturzugkesseln – technisch überholten Bauformen, die bei weitem nicht dem Stand moderner Biomassefeuerungen entsprechen. Moderne automatische Kessel mit Hackgut und Pellets kommen zusammen auf lediglich rund 2,6 Prozent der gesamten österreichischen Feinstaubemissionen. Diese Differenzierung ist entscheidend, denn sie zeigt den eigentlichen Hebel zur Verbesserung der Luftqualität: Nicht das Heizen mit Holz ist das Problem, sondern das Heizen mit veralteter Technik.
Pauschale Kritik an Holzheizungen geht damit ins Leere. Die richtige Antwort liegt nicht in immer strenger werdenden Grenzwerten, sondern im konsequenten Tausch alter Anlagen gegen moderne Technologie mit elektronischer Verbrennungsregelung – genau das, wofür es Förderungen braucht.
Im Jahr 2023 wurden in Österreich insgesamt rund 26.160 Tonnen Feinstaub (PM10) emittiert. Der mit Abstand größte Verursacher ist die Industrie mit fast 9.900 Tonnen – das sind knapp 38 Prozent der Gesamtemissionen. Der Verkehr folgt auf Platz zwei: Zusammen mit Brems- und Reifenabrieb sowie Straßenabnutzung kommt er auf über 6.600 Tonnen, also mehr als 25 Prozent. Die Landwirtschaft verursacht rund 4.550 Tonnen oder 17 Prozent – überwiegend aus Tierhaltung, Gülleausbringung und mechanischer Aufwirbelung bei der Feldbearbeitung. Biomasse-Kleinfeuerungen in Wohn- und Gewerbegebäuden sowie öffentlichen Einrichtungen tragen insgesamt 5.177 Tonnen bei – das sind 19,8 Prozent.
Allesbrenner, alte Kessel
Doch auch hier gilt: Nicht alle Holzheizungen sind gleich. Mehr als die Hälfte dieser Emissionen stammt aus Allesbrennern und veralteten Naturzugkesseln – technisch überholten Bauformen, die bei weitem nicht dem Stand moderner Biomassefeuerungen entsprechen. Moderne automatische Kessel mit Hackgut und Pellets kommen zusammen auf lediglich rund 2,6 Prozent der gesamten österreichischen Feinstaubemissionen. Diese Differenzierung ist entscheidend, denn sie zeigt den eigentlichen Hebel zur Verbesserung der Luftqualität: Nicht das Heizen mit Holz ist das Problem, sondern das Heizen mit veralteter Technik.
Pauschale Kritik an Holzheizungen geht damit ins Leere. Die richtige Antwort liegt nicht in immer strenger werdenden Grenzwerten, sondern im konsequenten Tausch alter Anlagen gegen moderne Technologie mit elektronischer Verbrennungsregelung – genau das, wofür es Förderungen braucht.
Einbruch bei modernen Holzheizungen
Die Verkaufszahlen für das Jahr 2025 sind ein Weckruf: Österreichweit wurden insgesamt 92.500 Heizungsanlagen verkauft – ein Minus von elf Prozent gegenüber 2024. Für die Biomasse ist der Einbruch besonders schmerzhaft: Holzheizungen – Pellets, Hackgut und Stückholz zusammen – kamen auf 23.500 verkaufte Einheiten, ein Rückgang von 19 Prozent gegenüber den rund 31.200 Stück des Vorjahres.
Gasheizungen
Was die Lage noch brisanter macht: Gasheizungen legten auf 31.900 verkaufte Geräte zu – ein Plus von 14 Prozent. Damit übertrafen fossile Gaskessel erstmals seit Jahren wieder die Verkaufszahlen von Holzheizungen. Die Ursache für den Einbruch ist klar: Das lange Warten auf eine Nachfolgeregelung für die Bundesförderung – die Fördertöpfe 2024 waren bereits Ende des Vorjahres ausgeschöpft, eine Neuregelung ließ aufgrund langwieriger Regierungsbildung bis Ende November 2025 auf sich warten – schlug sich direkt in den Absatzzahlen nieder. Die detaillierte Erhebung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich bestätigt dieses Bild: Pelletskessel brachen von rund 20.900 auf 14.400 Einheiten ein, Stückholzgebläsekessel halbierten sich nahezu von 4.200 auf 2.300 Stück. In der Steiermark wurden insgesamt rund 5.400 Biomassekessel neu installiert, davon 3.170 Pelletskessel, 1.072 Kombikessel, 628 Hackgutanlagen und 509 Stückholzgebläsekessel.
Schritt zurück zu Gas
„Diese Zahlen zeigen deutlich, wie abhängig die Wärmewende von verlässlichen Rahmenbedingungen ist“, betont Christian Metschina, Leiter des Referats Energie, Klima und Bioressourcen der Landwirtschaftskammer Steiermark. Und weiter: „Was die Branche braucht, sind langfristig planbare Förderungen – kein jährliches Zittern um Budgettöpfe. Wer Investitionen in moderne Holzheizungen von politischen Verzögerungen abhängig macht, treibt die Menschen zurück zu Gas.“
Gasheizungen
Was die Lage noch brisanter macht: Gasheizungen legten auf 31.900 verkaufte Geräte zu – ein Plus von 14 Prozent. Damit übertrafen fossile Gaskessel erstmals seit Jahren wieder die Verkaufszahlen von Holzheizungen. Die Ursache für den Einbruch ist klar: Das lange Warten auf eine Nachfolgeregelung für die Bundesförderung – die Fördertöpfe 2024 waren bereits Ende des Vorjahres ausgeschöpft, eine Neuregelung ließ aufgrund langwieriger Regierungsbildung bis Ende November 2025 auf sich warten – schlug sich direkt in den Absatzzahlen nieder. Die detaillierte Erhebung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich bestätigt dieses Bild: Pelletskessel brachen von rund 20.900 auf 14.400 Einheiten ein, Stückholzgebläsekessel halbierten sich nahezu von 4.200 auf 2.300 Stück. In der Steiermark wurden insgesamt rund 5.400 Biomassekessel neu installiert, davon 3.170 Pelletskessel, 1.072 Kombikessel, 628 Hackgutanlagen und 509 Stückholzgebläsekessel.
Schritt zurück zu Gas
„Diese Zahlen zeigen deutlich, wie abhängig die Wärmewende von verlässlichen Rahmenbedingungen ist“, betont Christian Metschina, Leiter des Referats Energie, Klima und Bioressourcen der Landwirtschaftskammer Steiermark. Und weiter: „Was die Branche braucht, sind langfristig planbare Förderungen – kein jährliches Zittern um Budgettöpfe. Wer Investitionen in moderne Holzheizungen von politischen Verzögerungen abhängig macht, treibt die Menschen zurück zu Gas.“
Feinstaub-Emissionen um 90 Prozent gesenkt
Wer sagt, moderne Holzheizungen und saubere Luft schließen sich aus, irrt gewaltig. Eine brandaktuelle Studie des Forschungszentrums BEST (Bioenergy and Sustainable Technologies) kommt zum Ergebnis, dass sich die Feinstaubemissionen aus Kleinfeuerungen bis 2050 trotz Ausstieg aus fossilen Heizsystemen um 90 Prozent verringern lassen. Die Zahlen hinter dieser Prognose sind beeindruckend – sie erzählen eine österreichische Erfolgsgeschichte.
30 Jahre Fortschritt
Bereits im Jahr 1994 führte Österreich mit der §15a-Vereinbarung strenge Staubgrenzwerte von 60 Milligramm pro Megajoule (mg/MJ) ein – zu einer Zeit, als im restlichen Europa für manuell beschickte Biomassekessel noch 200 mg/MJ erlaubt waren. Dieser Schritt war der Startschuss für die österreichische Biomassekesselindustrie, er legte den Grundstein für eine beispiellose Technologieentwicklung.
Minus 90 Prozent
Heute, rund drei Jahrzehnte später, limitiert die seit 2025 gültige Richtlinie des Österreichischen Umweltzeichens (UZ37) die Staubemissionen für förderungswürdige Pellets- und Hackgutkessel auf nur noch 7 mg/MJ. Das ist ein Minus beim Emissionsgrenzwert um fast 90 Prozent – ausgehend von einer bereits für damalige Verhältnisse strengen Vorschrift (Grafik). Die BEST-Studie beruht auf einem Szenario der Technischen Universität Wien (Energy Economics Group) für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors bis 2050. Sie geht davon aus, dass veraltete Anlagen altersbedingt ausgetauscht und durch moderne Kessel mit elektronischer Verbrennungsregelung ersetzt werden. Unter diesen Annahmen sinken die PM10-Feinstaubemissionen von Kleinfeuerungen in Wohn- und Gewerbegebäuden von derzeit 5.117 Tonnen auf nur noch 863 Tonnen im Jahr 2050.
Messbare Effekte
Dass dieser Trend bereits messbar ist, belegen Immissionsmessungen: Die Messstellen im inneralpinen Bereich – also genau dort, wo Biomassefeuerungen stark vertreten sind – weisen von 2005 bis 2022 einen Rückgang der gemessenen Feinstaubbelastung um 47 Prozent auf. Zur Einordnung: Moderne automatische Kessel (Hackgut, Pellets) verursachen heute nur 2,6 Prozent der gesamten österreichischen Feinstaubemissionen aus Kleinfeuerungen. Der Großteil stammt aus veralteten Allesbrennern und Naturzugkesseln. Entscheidender Hebel: Altanlagen tauschen, nicht Holzheizungen verbieten. Weitere Verschärfungen der Grenzwerte über das bereits sehr ambitionierte Niveau der UZ37 (2025) hinaus bringen laut BEST-Forscher nur eine geringe zusätzliche Emissionsreduktion – würden aber die Anlagekosten deutlich erhöhen und den dringend notwendigen Kesseltausch bremsen.
30 Jahre Fortschritt
Bereits im Jahr 1994 führte Österreich mit der §15a-Vereinbarung strenge Staubgrenzwerte von 60 Milligramm pro Megajoule (mg/MJ) ein – zu einer Zeit, als im restlichen Europa für manuell beschickte Biomassekessel noch 200 mg/MJ erlaubt waren. Dieser Schritt war der Startschuss für die österreichische Biomassekesselindustrie, er legte den Grundstein für eine beispiellose Technologieentwicklung.
Minus 90 Prozent
Heute, rund drei Jahrzehnte später, limitiert die seit 2025 gültige Richtlinie des Österreichischen Umweltzeichens (UZ37) die Staubemissionen für förderungswürdige Pellets- und Hackgutkessel auf nur noch 7 mg/MJ. Das ist ein Minus beim Emissionsgrenzwert um fast 90 Prozent – ausgehend von einer bereits für damalige Verhältnisse strengen Vorschrift (Grafik). Die BEST-Studie beruht auf einem Szenario der Technischen Universität Wien (Energy Economics Group) für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors bis 2050. Sie geht davon aus, dass veraltete Anlagen altersbedingt ausgetauscht und durch moderne Kessel mit elektronischer Verbrennungsregelung ersetzt werden. Unter diesen Annahmen sinken die PM10-Feinstaubemissionen von Kleinfeuerungen in Wohn- und Gewerbegebäuden von derzeit 5.117 Tonnen auf nur noch 863 Tonnen im Jahr 2050.
Messbare Effekte
Dass dieser Trend bereits messbar ist, belegen Immissionsmessungen: Die Messstellen im inneralpinen Bereich – also genau dort, wo Biomassefeuerungen stark vertreten sind – weisen von 2005 bis 2022 einen Rückgang der gemessenen Feinstaubbelastung um 47 Prozent auf. Zur Einordnung: Moderne automatische Kessel (Hackgut, Pellets) verursachen heute nur 2,6 Prozent der gesamten österreichischen Feinstaubemissionen aus Kleinfeuerungen. Der Großteil stammt aus veralteten Allesbrennern und Naturzugkesseln. Entscheidender Hebel: Altanlagen tauschen, nicht Holzheizungen verbieten. Weitere Verschärfungen der Grenzwerte über das bereits sehr ambitionierte Niveau der UZ37 (2025) hinaus bringen laut BEST-Forscher nur eine geringe zusätzliche Emissionsreduktion – würden aber die Anlagekosten deutlich erhöhen und den dringend notwendigen Kesseltausch bremsen.
Richtiges Einheizen: bis zu 75 Prozent weniger Emissionen
Nicht nur der Ofen entscheidet über den Feinstaub-Ausstoß – auch die Bedienung macht einen enormen Unterschied. Eine Feldstudie hat gezeigt: Wer richtig anheizt, kann die Staubemissionen um 40 Prozent senken – im besten Fall sogar um über 75 Prozent. Das Geheimnis liegt im Anzünden von oben – der empfohlenen Methode für Kamin-, Kachel- und Schwedenöfen. Dabei werden die Holzscheite mit den Spaltkanten nach oben nebeneinander auf den Feuerraumboden gelegt. Anzündhölzer und Anzündhilfe kommen kreuz und quer oben drauf. Vor dem Entzünden: alle Luftzugänge vollständig öffnen und während des gesamten ersten Abbrands offen lassen. Das steigert die Effizienz und senkt die Emissionen spürbar.
Erst nachlegen, wenn kein Rauch und keine sichtbare Flamme mehr zu sehen sind – nur ein gleichmäßiger Glutstock. Den Brennraum dabei nie überfüllen.
Erst nachlegen, wenn kein Rauch und keine sichtbare Flamme mehr zu sehen sind – nur ein gleichmäßiger Glutstock. Den Brennraum dabei nie überfüllen.