Grundfutter: Möglichkeiten fürs Ersetzen oder Strecken
1 Stroh
In futterknappen Jahren gewinnt Stroh an Bedeutung. Aufgrund seines hohen Rohfasergehalts eignet es sich gut als Ergänzung zu kraftfutterreichen Rationen, hat jedoch einen sehr geringen Energiegehalt und ist daher nur begrenzt einsetzbar. Bei laktierenden Milchkühen darf die Strohmenge nicht wesentlich über ein Kilogramm je Tier und Tag hoch sein. Trockenstehende Kühe und Jungvieh können durchaus zwei bis vier Kilogramm Stroh je Tag fressen. Um die Tiere trotz Strohfütterung bedarfsgerecht zu versorgen, muss unbedingt eine Rationsberechnung gemacht werden.
Die Akzeptanz von Stroh kann durch die Zugabe von Melasse oder Kraftfutter verbessert werden. Eine Entmischung der Ration kann durch Anfeuchten mit Wasser verhindert werden. Wichtig ist jedenfalls, dass das Futterstroh frei von Schimmel ist.
Die Akzeptanz von Stroh kann durch die Zugabe von Melasse oder Kraftfutter verbessert werden. Eine Entmischung der Ration kann durch Anfeuchten mit Wasser verhindert werden. Wichtig ist jedenfalls, dass das Futterstroh frei von Schimmel ist.
2 Ganzpflanzensilage
Der Nährstoffgehalt wird maßgeblich vom Erntezeitpunkt bestimmt. Dieser kann bereits beim Ähren- oder Rispenschieben liegen oder erst in der Teigreife erfolgen. Ganzpflanzensilagen weisen in der Regel einen hohen Feuchtegehalt auf, enthalten viele Strukturkohlenhydrate und vergleichsweise wenig Protein. Der höchste Energiegehalt wird meist in einem sehr frühen Entwicklungsstadium – noch vor dem Ähren- oder Rispenschieben – erreicht, während der höchste Trockenmasseertrag zur Teigreife der Körner vorliegt. Bei der Ernte von Getreideganzpflanzen ist besonders darauf zu achten, Verunreinigungen des Futters zu vermeiden.
3 Zwischenfrüchte
Typische Zwischenfrüchte sind Kleegras, Raps oder Rübsen. Letztere wachsen sehr rasch und stehen daher schnell in großen Mengen zur Verfügung. Zwischenfrüchte können frisch verfüttert oder sorgfältig siliert werden und bis zu 50 Prozent der Ration ausmachen.
4 Trockenschnitzel
Trockenschnitzel enthalten mehr Strukturkohlenhydrate als Getreide und sind daher bei Grundfuttermangel gut geeignet. Einsatzmengen von vier bis fünf Kilo pro Tier und Tag sind bei ausgewachsenen Rindern möglich.
5 Kleien
Kleien gelten als gut verträglich und sollten aufgrund ihres hohen Rohfasergehalts besonders in grundfutterarmen Rationen eingesetzt werden. Zudem liefern sie wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente. Allerdings sind sie im Verhältnis zu ihrem Energiegehalt oft teurer als Getreide.
6 Kombination von Ersatzfuttermitteln
Beim Ersatz von Grundfutter durch eine Kombination aus Stroh und Kraftfutter ist darauf zu achten, dass die Mischung vergleichbare Werte hinsichtlich Energie, Rohprotein und Rohfaser aufweist wie das ursprüngliche Grundfutter (siehe Beispiele).
Beispiele für Ersatzfuttermischungen
100 Kilo Heu aus zweitem Aufwuchs, gemäht zur Mitte der Blüte, lassen sich ersetzen durch:
- 20 Kilo Getreide + 25 Kilo Rapsschrot + 55 Kilo Stroh
- 25 Kilo Trockenschnitzel + 20 Kilo Rapsschrot + 55 Kilo Stroh
- 40 Kilo Fertigfutter (7 MJ NEL, 18 Gramm Rohprotein) + 60 Kilo Stroh
Futtermittelplattform
Für den Zukauf von Grundfuttermitteln können die regionalen Futterbörsen wie etwa die LK-Futtermittel-Plattform (stmk.lko.at/futtermittelplattform) oder die Grundfutterbörse des Maschinenrings (maschinenring.at/fuer-landwirte/grundfutterboerse) genutz werden.
Kostenlos: Auf LK Futtermittel-Plattform Angebote und Nachfrage kostenlos inserieren.
https://stmk.lko.at/angebote+2400++2790366+7681
Kostenlos: Auf LK Futtermittel-Plattform Angebote und Nachfrage kostenlos inserieren.
https://stmk.lko.at/angebote+2400++2790366+7681