OÖ Pflanzenmarkt 3/26
Preise am Düngermarkt steigen
Der Düngermarkt startet angespannt ins Frühjahr 2026. Mit dem Inkrafttreten des CO₂-Grenzausgleichs (CBAM) steigen die Importkosten spürbar. Vor allem Harnstoff bleibt für Europa ein Importprodukt und hier verteuern sich Lieferungen je nach Herkunft mit +45 bis 55 €/t deutlich. Bei Nitraten ist die EU hingegen gut versorgt, was extreme Preissprünge dämpft. So wird bei NAC 27, der von der europäischen Düngeindustrie produziert wird, aktuell mit Aufschlägen von +20 €/t gerechnet. Empfindlicher sind die Aufschläge bei Ammoniumsulfat (SSA) aus China mit +75 €/t und bei Mehrnährstoffdünger NPK aus Russland und Marokko in Höhe von +60 €/t. Gerade die Schwefelpreise stiegen im letzten Quartal 2025 durch Angriffe auf russische Raffinerien und Exportbeschränkungen um 50 %.
Düngemittelimporteure können CBAM-Folgekosten nicht abschätzen
Aktuell wird fast ausschließlich mit den Düngerbeständen gehandelt, die bis Ende 2025 sicher verzollt wurden. Doch die Lager für Harnstoff und Phosphate sind in der EU schon weitgehend leergeräumt. Die Düngemittelimporteure haben größte Schwierigkeiten die CBAM-Folgekosten für den Einkauf ab Jänner 2026 zu kalkulieren. Ein neu eingeführter sektorübergreifender Korrekturfaktor (CSCF), dessen Wert erst Ende 2026 bekannt gegeben wird, sowie die Preisermittlung über nachträglich veröffentlichte Quartalsdurchschnitte, machen die Importkosten schwer kalkulierbar. So machen internationale Düngehändler bereits zunehmend einen Bogen um Europa. Marktexperten zeigen sich allgemein gegenüber Preisrückgängen am Düngermarkt in den nächsten Monaten skeptisch.
Wenig Nachfrage bei teuren Phosphatdüngern
Die DAP-Preise über 900 €/t dämpfen weiterhin die Nachfrage, obwohl die Lagerbestände niedrig sind. So hat China den Export von Phosphaten gedrosselt. China spielt zwar für Europa bei Phosphaten nur eine Nebenrolle, verursacht aber global eine Verknappung. So gehen die Lieferströme von Phosphaten aus Russland und Marokko weg von der EU und hier in erster Linie nach Indien und Asien. Zusätzlich gibt es im Februar in Marokko wegen dem starken Wellengang Probleme mit der Verschiffung.
Internationaler Getreidemarkt und Preisaussichten für die Ernte 2026
Die globale Versorgung ist 2025/26 bei Getreide und Mais auf 2,43 Mrd. Tonnen gestiegen und liegt damit klar über dem Verbrauch von 2,40 Mrd. Tonnen. Auch die weltweiten Lagerbestände sind seit 2024/25 um 30 Mio. Tonnen angestiegen und liegen aktuell bei 619 Mio. Tonnen. Für die EU ist es sehr schwer in den Dollarraum zu exportieren, weil der Euro im letzten Jahr gegenüber dem US-Dollar 15% an Wert gewonnen hat und europäischer Weizen damit international zu teuer ist. So notiert Mitte Februar 2026 der Weizenpreis für die kommende Ernte an der Euronext bei 200 €/t. Abzüglich 40 €/t für Transport und Handelsspanne errechnet sich für Mahlweizenqualität ein Auszahlungspreis von 160 €/ t netto. Körnermais notiert an der Matif (Kontrakt März 2027) bei netto 196 €/t. Für die oberösterreichischen Maisbauern errechnet sich für die kommende Ernte ein Auszahlungspreis von netto 172 €/t frei Großtrockner Aschach bzw. netto 157 €/t frei Lagerhaus.
Freundlichere Preisaussichten bei den Ölsaaten
Raps notiert Mitte Februar für die kommende Ernte an der Euronext bei netto 456 €/t. Daraus errechnet sich ein Preisniveau, welches nur geringfügig unter dem Auszahlungspreis der Ernte 2025 liegt. Bei Soja befinden sich der Agrarhandel noch in der Preisfindung. Man hört aber von Kontraktpreisen, die sich auf Höhe von netto 380 bis 390 €/t bewegen. Für Ölkürbis werden, wie im Vorjahr, wieder netto 3 €/kg für die Ernte 2026 gezahlt.