Die Birnen-Netzwanze (Stephanitis pyri): Ein seltener Gast in Obstanlagen
Biologie
Die adulten Tiere sind nur rund drei Millimeter groß, fallen jedoch durch ihre charakteristisch netzartig strukturierten Flügel und den typischen "Kragen" deutlich auf (s. Bild Nr.1). Sie überwintern als erwachsene Wanzen in Rindenritzen, in der Bodenstreu oder in anderen geschützten Strukturen und wandern im Frühjahr - meist ab April - in die Baumkrone. Dort legen sie ihre Eier bevorzugt auf der Blattunterseite ab. Aus diesen schlüpfen kleine, dunkel gefärbte Nymphen, die ebenfalls an der Blattunterseite mit ihrer Saugaktivität beginnen. Je nach Witterungsverlauf können sich ein bis zwei Generationen pro Jahr entwickeln, wobei warme und trockene Phasen die Entwicklung deutlich begünstigen.
Infobox: Erkennungsmerkmals
- Netzartig durchscheinende Flügel
- Markanter "Kragen" der Adulttiere
- Dunkle Nymphen mit fransigem Seitenrand
Schadbild und Schadpotenzial
Das Schadbild entsteht ausschließlich durch die Saugtätigkeit von Nymphen und Adulten, die an der Unterseite der Blätter ansetzen. Auf der Oberseite zeigen sich zunächst feine, hellgelbe Sprenkelungen, die sich bei stärkerem Befall zu silbrig glänzenden, mosaikartig zusammenfließenden Flecken ausdehnen (s. Bild Nr. 2). Auf der Blattunterseite finden sich Kotpunkte sowie die Tiere selbst oft in Gruppen, insbesondere an älteren Blättern im unteren Kronenbereich (s. Bild Nr. 3).
Bei massivem Auftreten verlieren die Blätter deutlich an Funktionsfähigkeit; in Extremfällen kommt es zu vorzeitigem Blattfall. Obwohl die Birnblattwanze aktuell noch nicht zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schadorganismen zählt, kann sie punktuell stärkere Schäden verursachen. Grund dafür sind sicherlich auch die vermehrt auftretenden Hitze- und Trockenperioden.
Bei massivem Auftreten verlieren die Blätter deutlich an Funktionsfähigkeit; in Extremfällen kommt es zu vorzeitigem Blattfall. Obwohl die Birnblattwanze aktuell noch nicht zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schadorganismen zählt, kann sie punktuell stärkere Schäden verursachen. Grund dafür sind sicherlich auch die vermehrt auftretenden Hitze- und Trockenperioden.
Infobox: Typische Symptome am Blatt
- Hellgelbe Sprenkelung der Blattoberseite
- Blattunterseite mit schwarzen Kotpunkten
- Großflächige Aufhellungen bei starkem Befall
Bekämpfungsmaßnahmen
Bisher waren zur Regulierung der Birnennetzwanze kaum direkte Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich. Dies lässt vermuten, dass durch etwaige Maßnahmen Nebenwirkungen erreicht wurden. Auffällig war, dass Befall am häufigsten in IP-Flächen auftrat, in denen kein Movento 100 SC eingesetzt wurde oder wo biologisch produziert wird. Es ist daher durchaus denkbar das bisher, in IP-Flächen zumindest, mit Movento 100 SC eine Nebenwirkung erreicht wurde.
Da Movento 100 SC jedoch im heurigen Jahr seine Zulassung verloren hat, wird dieser Nebeneffekt künftig wegfallen. Es ist daher gut vorstellbar, dass in den kommenden Jahren häufiger Befall beobachtet wird. Inwieweit andere Pflanzenschutzmittel eine ausreichende Wirkung zeigen, muss erst untersucht werden.
Alternativ ist es derzeit nur möglich vorbeugend auf einen intakte Nützlingspopulation zu achten. Damit diese ein Auftreten von selbst reguliert und es gar nicht zu einem Massen-Befall kommt.
Da Movento 100 SC jedoch im heurigen Jahr seine Zulassung verloren hat, wird dieser Nebeneffekt künftig wegfallen. Es ist daher gut vorstellbar, dass in den kommenden Jahren häufiger Befall beobachtet wird. Inwieweit andere Pflanzenschutzmittel eine ausreichende Wirkung zeigen, muss erst untersucht werden.
Alternativ ist es derzeit nur möglich vorbeugend auf einen intakte Nützlingspopulation zu achten. Damit diese ein Auftreten von selbst reguliert und es gar nicht zu einem Massen-Befall kommt.
Fazit
Insgesamt zeigt sich, dass die Birnblattwanze ein Schaderreger ist, dessen Bedeutung künftig weiter steigen könnte. Vermehrt auftretende Trockenperioden und der Wegfall einiger Insektizider-Wirkstoffe könnten zu einem häufigeren Befall im Obstbau führen.