Bio-Schweine und Bio-Geflügel: Einstieg hat Zukunft
Wenn die Nachfrage nach Produkten über Jahrzehnte höher ist als das Angebot, kann man von zwei Punkten ausgehen: Zum einen stimmen Versprechungen und tatsächliche Produktqualität sehr gut überein. Zum anderen braucht es in der Produktion wohl Fähigkeiten und Voraussetzungen, die nicht jeder Betrieb in unbeschränktem Ausmaß hat. Bio-Produkte haben ihren Fixplatz im Lebensmittelhandel gefunden. Dabei gibt es im Zeitverlauf mit wenig Pause eine kontinuierliche Steigerung, was den Anteil betrifft. Freilich ist Fleisch hier nicht ganz oben auf der Prioritätenliste von Bio-Konsumenten. Das Potenzial ist aber bei Weitem nicht ausgeschöpft.
Geflügelfleisch
Die Erzeugung von Mastgeflügel nach den Richtlinien des biologischen Landbaus stellt hohe Anforderungen an die Betriebe. Trotz der Herausforderungen hat sich die Bio-Geflügelmast längst aus der Nische herausentwickelt und ist heute ein bedeutender Bestandteil des biologischen Landbaus. Die Nachfrage der Bevölkerung nach Bio-Geflügelprodukten ist weiterhin sehr hoch und zeigt keine Anzeichen eines Rückgangs. Während die Bio-Putenmast nach wie vor ein Randsegment darstellt, hat die Bio-Hühnerproduktion in den vergangenen zehn Jahren einen regelrechten Boom erlebt.
Flächendeckend
in wesentlicher Auslöser für diese Entwicklung war die verstärkte Listung von Bio-Geflügelprodukten im Lebensmitteleinzelhandel. Dadurch wurde Bio-Geflügelfleisch erstmals flächendeckend in Supermärkten und bei Diskontern in ganz Österreich angeboten. Parallel dazu stieg auch die Nachfrage aus dem Ausland, insbesondere aus benachbarten Ländern, sodass österreichisches Bio-Geflügel zunehmend exportiert wird. Mit dem wachsenden Absatz wurde auch die Produktion stark ausgeweitet. Infolgedessen hat sich die Bio-Hühnermast für zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe zu einem wichtigen und wirtschaftlich relevanten Betriebszweig entwickelt.
Schweinefleisch
Bei der Erzeugung von Bio-Schweinen wird Kontinuität großgeschrieben. Da nur aus einem Bio-Ferkel am Ende von Produktion und Verarbeitung Bio-Schweinefleisch am Markt ankommt, dauert es ab der Entscheidung zum Einstellen und Belegen von Jungsauen schon mal ein ganzes Jahr, bis es soweit ist. Wird ein Betrieb erst umgestellt und Ställe umgebaut, verdoppelt sich diese Zeitspanne ganz schnell. Diese Zusammenhänge sind auch im Handel angekommen. Ein Spezifikum bei Bio-Schweinen ist auch, dass das Mastendgewicht bis zu 120 Kilo Schlachtgewicht betragen kann, ohne Abschläge zu erhalten. Ein Großteil geht nämlich in die Verarbeitung, wo Teilstücke auch mal größer sein dürfen. Für die Wirtschaftlichkeit der Mast bei geringer Ferkelverfügbarkeit sehr positiv.
Von der Politik gefördert
Im Rahmen des Öpul hat Bio seit Anbeginn an einen Fixplatz in der Förderkulisse. Die anhaltende Nachfrage auch auf Seite des Marktes und der Druck seitens der Interessenvertretung Bio Austria hat im Frühjahr dazu geführt, dass Neueinsteiger zusätzlich zur Maßnahme UBB eine Zusatzprämie in der Höhe von 80 Euro pro Hektar erhalten.
Haltung von Bio-Masthühnern
Einstieg auf die betriebliche Situation abstimmen. Hohe Investitionskosten erfordern sorgfältige Kalkulation.
Was bei einem Bio-Maststall gleich auffällt: Mehr Platz im Stall durch geringere Besatzdichte und Tageslicht. Ein Auslauf ist vorgeschrieben. Dort können sie ihrem natürlichen Verhalten wie Scharren, Picken oder Sonnenbaden nachgehen. Wichtig ist, dass der Auslauf mit Pflanzen und Unterständen strukturiert ist, damit die Tiere ihn annehmen. Zusätzlich fördert ein an den Stall angeschlossener Wintergarten das Tierwohl.
In der Biohaltung werden langsam wachsende Rassen eingesetzt. Die Mastdauer ist länger als in der konventionellen Haltung, was sich positiv auf die Tiergesundheit, aber auch auf Geschmack und Fleischstruktur auswirkt. Das Futter wird in der Biohühnermast in der Regel nicht selbst gemischt, sondern als Fertigfutter zugekauft. In der biologischen Landwirtschaft müssen für die gehaltenen Tiere auch die entsprechenden Düngerflächen am Betrieb vorhanden sein. Reichen die Eigenflächen dafür nicht aus, besteht die Möglichkeit, langfristige Düngerkooperationen mit anderen Biobetrieben zu schließen.
Genau kalkulieren
Angesichts der steigenden Betriebsmittelkosten ist eine sorgfältige Kalkulation unerlässlich, um die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes langfristig sicherzustellen. Auch ein Neueinstieg in die Biohühnermast erfordert aufgrund der hohen Investitionskosten eine gründliche Vorbereitung. Potenzielle Neueinsteiger sollten sich frühzeitig und umfassend über die geltenden Anforderungen informieren. Gerade bei Stallumbauten, Auslauf- und Düngerflächen ist man meist auf die betriebliche Situation festgelegt und muss genau prüfen, ob das Projekt umsetzbar ist. Da grundsätzlich der gesamte Betrieb biologisch bewirtschaftet werden sollte, sind auch mögliche andere Betriebszweige mit zu berücksichtigen.
Kontakt: 0676/842214-405, wolfgang.kober@ernte.at
Was bei einem Bio-Maststall gleich auffällt: Mehr Platz im Stall durch geringere Besatzdichte und Tageslicht. Ein Auslauf ist vorgeschrieben. Dort können sie ihrem natürlichen Verhalten wie Scharren, Picken oder Sonnenbaden nachgehen. Wichtig ist, dass der Auslauf mit Pflanzen und Unterständen strukturiert ist, damit die Tiere ihn annehmen. Zusätzlich fördert ein an den Stall angeschlossener Wintergarten das Tierwohl.
In der Biohaltung werden langsam wachsende Rassen eingesetzt. Die Mastdauer ist länger als in der konventionellen Haltung, was sich positiv auf die Tiergesundheit, aber auch auf Geschmack und Fleischstruktur auswirkt. Das Futter wird in der Biohühnermast in der Regel nicht selbst gemischt, sondern als Fertigfutter zugekauft. In der biologischen Landwirtschaft müssen für die gehaltenen Tiere auch die entsprechenden Düngerflächen am Betrieb vorhanden sein. Reichen die Eigenflächen dafür nicht aus, besteht die Möglichkeit, langfristige Düngerkooperationen mit anderen Biobetrieben zu schließen.
Genau kalkulieren
Angesichts der steigenden Betriebsmittelkosten ist eine sorgfältige Kalkulation unerlässlich, um die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes langfristig sicherzustellen. Auch ein Neueinstieg in die Biohühnermast erfordert aufgrund der hohen Investitionskosten eine gründliche Vorbereitung. Potenzielle Neueinsteiger sollten sich frühzeitig und umfassend über die geltenden Anforderungen informieren. Gerade bei Stallumbauten, Auslauf- und Düngerflächen ist man meist auf die betriebliche Situation festgelegt und muss genau prüfen, ob das Projekt umsetzbar ist. Da grundsätzlich der gesamte Betrieb biologisch bewirtschaftet werden sollte, sind auch mögliche andere Betriebszweige mit zu berücksichtigen.
Kontakt: 0676/842214-405, wolfgang.kober@ernte.at
Haltung von Bio-Schweinen
Einstreu, Auslauf, Bio-Futter und freies Abferkeln: Bio-Schweine unterliegen diesen grundsätzlichen Vorgaben.
Wo gute Umbaulösungen gefunden werden oder gar neu gebaut wird, kann der arbeitswirtschaftliche Mehraufwand für Tierbetreuung und Entmistung stark begrenzt werden. Der verpflichtende Auslauf kann sehr oft intelligent zur Lenkung der Schweine beim Ausscheidungsverhalten genutzt werden. Das vorgeschriebene Mindestplatzangebot ist für das Tierwohl, aber auch für die Funktionssicherheit der Stallsysteme notwendig. Während Ferkelaufzucht und Mast mit ganz einfachen Haltungssystemen kostengünstig gebaut und effizient betrieben werden können, braucht es im Abferkelbereich gut durchdachte Lösungen. Hier gibt es neben Firmenlösungen mit dem Forschungsstall Raumberg-Gumpenstein auch eine neutrale Fachstelle mit Beratung und Besichtigungsmöglichkeiten. Wo Umbaulösungen angedacht sind, sollte jedenfalls genug Platz um die Stallgebäude für einen Auslauf vorhanden sein. Nur wo das Reinigen des Auslaufes gut mechanisiert ist und in kurzen Intervallen durchgeführt wird, steigt das Tierwohl und sinken die Emissionen.
Ackerbau gehört dazu:
Da Bio-Schweine zu 100 Prozent mit Bio-Futter versorgt werden, ist die eigene Futtergrundlage doppelt wertvoll. Damit kann neben dem geschlossenen Kreislauf aus Ackerbau und Tierhaltung die Wirtschaftlichkeit konstant hoch gehalten werden. Zudem ist das Ertragsniveau im Bio-Ackerbau mit der Verfügbarkeit von organischen Düngern deutlich höher.
Die größte Erzeugerorganisation bei Bio-Schweinen „Bioschwein Austria“, hat mit ihrem Preissystem jahrzehntelang für kontinuierlich steigende Erzeugerpreise gesorgt, die sogar die Inflation abdecken. Das Verhältnis zwischen Ferkel- und Mastschweinepreis ist fix. Es gibt meist Preise für ein ganzes Jahr!
Kontakt: 0676/842214-401, heinz.koestenbauer@ernte.at
Wo gute Umbaulösungen gefunden werden oder gar neu gebaut wird, kann der arbeitswirtschaftliche Mehraufwand für Tierbetreuung und Entmistung stark begrenzt werden. Der verpflichtende Auslauf kann sehr oft intelligent zur Lenkung der Schweine beim Ausscheidungsverhalten genutzt werden. Das vorgeschriebene Mindestplatzangebot ist für das Tierwohl, aber auch für die Funktionssicherheit der Stallsysteme notwendig. Während Ferkelaufzucht und Mast mit ganz einfachen Haltungssystemen kostengünstig gebaut und effizient betrieben werden können, braucht es im Abferkelbereich gut durchdachte Lösungen. Hier gibt es neben Firmenlösungen mit dem Forschungsstall Raumberg-Gumpenstein auch eine neutrale Fachstelle mit Beratung und Besichtigungsmöglichkeiten. Wo Umbaulösungen angedacht sind, sollte jedenfalls genug Platz um die Stallgebäude für einen Auslauf vorhanden sein. Nur wo das Reinigen des Auslaufes gut mechanisiert ist und in kurzen Intervallen durchgeführt wird, steigt das Tierwohl und sinken die Emissionen.
Ackerbau gehört dazu:
Da Bio-Schweine zu 100 Prozent mit Bio-Futter versorgt werden, ist die eigene Futtergrundlage doppelt wertvoll. Damit kann neben dem geschlossenen Kreislauf aus Ackerbau und Tierhaltung die Wirtschaftlichkeit konstant hoch gehalten werden. Zudem ist das Ertragsniveau im Bio-Ackerbau mit der Verfügbarkeit von organischen Düngern deutlich höher.
Die größte Erzeugerorganisation bei Bio-Schweinen „Bioschwein Austria“, hat mit ihrem Preissystem jahrzehntelang für kontinuierlich steigende Erzeugerpreise gesorgt, die sogar die Inflation abdecken. Das Verhältnis zwischen Ferkel- und Mastschweinepreis ist fix. Es gibt meist Preise für ein ganzes Jahr!
Kontakt: 0676/842214-401, heinz.koestenbauer@ernte.at
Abnahmezusagen geben Produzenten Vertrauen
Auch wenn Konsumenten aktuell wegen des Irankriegs preissensibel sind, erwartet die Branche langfristiges Wachstum
Wie sieht die aktuelle Marktsituation aus?
Raimund Tschiggerl: Seit einiger Zeit beobachten wir, dass Bio-Schweine gesucht werden. Das hat unter anderem damit zu tun, dass eine namhafte Handelskette ihre Bioschiene stabil halten möchte. Jetzt wäre ein optimaler Zeitpunkt, um den Schritt in die Bio-Schweinehaltung zu gehen. Auch weil wir sehen, dass es sich um langfristige Programme handelt. Diese Zusage haben wir auch von unseren Abnehmern.
Dieter Lugitsch: Die aktuelle Marktsituation bei Bio-Hühnerfleisch ist weiterhin erfreulich, da eine konstante Entwicklung zu beobachten ist. Konsumentinnen und Konsumenten greifen nach wie vor sehr gerne zu Hühnerfleisch – der mit Abstand beliebtesten Fleischart – und diese Tendenz ist auch im Bio-Segment spürbar.
Welche Rolle spielt Bio in Ihrer Branche?
Tschiggerl: Der Anteil an Bio-Schweinen beträgt etwa zwei Prozent der gesamt geschlachteten Tiere in Österreich. Das mag nicht viel klingen, aber Bio-Schweinehaltung ist die Spitze in der Tierwohlpyramide und damit für die gesamte Branche extrem wertvoll.
Lugitsch: Die Bedeutung von Bio in der Branche ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Themen wie gesunde und bewusste Ernährung spielen für Konsumentinnen und Konsumenten eine immer wichtigere Rolle, wodurch Bio-Produkte einen festen und bedeutenden Platz einnehmen. Auch Aspekte wie Tierwohl und regionaler Produktion unterstreichen den Stellenwert von Bio in der Branche.
Welches Potenzial sehen Sie in Österreich und im Export?
Tschiggerl: Die Aussichten am Biomarkt sind sehr vielversprechend. Hier spüren wir ebenfalls nach wie vor eine stabile steigende Nachfrage im Inland. Auch Exportmärkte, wie etwa Deutschland, könnten bedient werden. Die Styriabrid kann deshalb als starker Vermarktungspartner eine langfristige Abnahme sichern. Es sind auch höhere Preise möglich als bisher am Markt üblich. Selbstverständlich gelten auch bei Bio-Schweinen unsere Grundsätze: kurze Zahlungsziele und eine Bankgarantie.
Lugitsch: Für den österreichischen Markt sowie im Export erwarten und erhoffen wir uns weiterhin eine positive Entwicklung. Der Trend hin zu Hühnerfleisch und insbesondere zu Bio-Hühnerfleisch dürfte sich auch in Zukunft fortsetzen. Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten bleibt jedoch abzuwarten, wie die Konsumentinnen und Konsumenten reagieren. Es zeigt sich bereits, dass die Preissensibilität wieder deutlich zunimmt – sowohl im Inland als auch auf den Exportmärkten.
Wie sieht die aktuelle Marktsituation aus?
Raimund Tschiggerl: Seit einiger Zeit beobachten wir, dass Bio-Schweine gesucht werden. Das hat unter anderem damit zu tun, dass eine namhafte Handelskette ihre Bioschiene stabil halten möchte. Jetzt wäre ein optimaler Zeitpunkt, um den Schritt in die Bio-Schweinehaltung zu gehen. Auch weil wir sehen, dass es sich um langfristige Programme handelt. Diese Zusage haben wir auch von unseren Abnehmern.
Dieter Lugitsch: Die aktuelle Marktsituation bei Bio-Hühnerfleisch ist weiterhin erfreulich, da eine konstante Entwicklung zu beobachten ist. Konsumentinnen und Konsumenten greifen nach wie vor sehr gerne zu Hühnerfleisch – der mit Abstand beliebtesten Fleischart – und diese Tendenz ist auch im Bio-Segment spürbar.
Welche Rolle spielt Bio in Ihrer Branche?
Tschiggerl: Der Anteil an Bio-Schweinen beträgt etwa zwei Prozent der gesamt geschlachteten Tiere in Österreich. Das mag nicht viel klingen, aber Bio-Schweinehaltung ist die Spitze in der Tierwohlpyramide und damit für die gesamte Branche extrem wertvoll.
Lugitsch: Die Bedeutung von Bio in der Branche ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Themen wie gesunde und bewusste Ernährung spielen für Konsumentinnen und Konsumenten eine immer wichtigere Rolle, wodurch Bio-Produkte einen festen und bedeutenden Platz einnehmen. Auch Aspekte wie Tierwohl und regionaler Produktion unterstreichen den Stellenwert von Bio in der Branche.
Welches Potenzial sehen Sie in Österreich und im Export?
Tschiggerl: Die Aussichten am Biomarkt sind sehr vielversprechend. Hier spüren wir ebenfalls nach wie vor eine stabile steigende Nachfrage im Inland. Auch Exportmärkte, wie etwa Deutschland, könnten bedient werden. Die Styriabrid kann deshalb als starker Vermarktungspartner eine langfristige Abnahme sichern. Es sind auch höhere Preise möglich als bisher am Markt üblich. Selbstverständlich gelten auch bei Bio-Schweinen unsere Grundsätze: kurze Zahlungsziele und eine Bankgarantie.
Lugitsch: Für den österreichischen Markt sowie im Export erwarten und erhoffen wir uns weiterhin eine positive Entwicklung. Der Trend hin zu Hühnerfleisch und insbesondere zu Bio-Hühnerfleisch dürfte sich auch in Zukunft fortsetzen. Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten bleibt jedoch abzuwarten, wie die Konsumentinnen und Konsumenten reagieren. Es zeigt sich bereits, dass die Preissensibilität wieder deutlich zunimmt – sowohl im Inland als auch auf den Exportmärkten.