Aktueller Milchmarkt
Aktueller Milchpreis
Wir haben leider seit November 2025 rückläufige Milchpreise. Im Oktober bekamen die Milchbäuerinnen und Milchbauern im Steiermark-Schnitt noch 55,71 Cent netto pro Liter Milch, aktuell sind es 42,90 netto Cent. Das ist ein Minus von 23 Prozent innerhalb eines knappen halben Jahres. „Nach dem wirtschaftlich guten Milchjahr 2025 belasten die rückläufigen Erzeugermilchpreise und die explodierenden Kosten für Treibstoffe, Energie, Dünger sowie andere laufende Betriebskosten die Betriebe sehr. Für die heimischen Milchbäuerinnen und Milchbauern wird es enger“, sagt Gertrude Freudenberger, Milchwirtschaftsexpertin der Landwirtschaftskammer.
Präsident Andreas Steinegger fordert Entlastungen bei den hohen Energiekosten, um Wettbewerbsgleichheit herzustellen
„Die Diesel- und Düngemittelpreise gehen durch die Decke. Das können die Bäuerinnen und Bauern nicht mehr schlucken“, fordert Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger Entlastungen und Wettbewerbsgleichheit mit den anderen EU-Ländern ein. Denn Österreich ist eines der ganz wenigen EU-Länder, die kein Entlastungsmodell für Agrardiesel haben. Zudem rät Steinegger den Milchbäuerinnen und Milchbauern an den Arbeitskreisen Milch teilzunehmen, um jede Möglichkeit zur Kostensenkung zu nutzen.
Ursachen für den Rückgang der Erzeugerpreise
Als Ursachen für den Rückgang der Erzeugerpreise nennt Freudenberger den internationalen Überhang, weltweit, in der EU, in Österreich. Die Bedingungen für die Milchproduktion waren zuletzt gut: die milden Sommer brachten gute Grundfutter- und Getreideernten, global gab es keine Wetterextreme. Die Produzenten weltweit – vor allem aber die USA – nutzten die guten Bedingungen, sodass sich der Markt vom Nachfragemarkt zum Angebotsmarkt drehte. „Und genau dieser Angebotsmarkt ist nun für alle Produzenten sehr herausfordernd“, sagt Freudenberger.
Wie geht es am Markt weiter?
Ob die Talsohle am Markt schon erreicht ist, lässt sich noch nicht beurteilen. „Es gibt zarte Signale, die eine leichte Entspannung andeuten“, sagt Freudenberger. Doch zuvor muss noch die traditionell saisonale Milch-Anlieferungsspitze im Mai abgewartet werden. Danach hängt alles von der Witterung und den Produktionsbedingungen ab.
Was tut die Landwirtschaftskammer, um die Milchbauern zu unterstützen?
Forderung Präsident Andreas Steinegger, siehe oben. Zudem unterstützt die Landwirtschaftskammer durch Fachberatung. „Besonders bewährt haben sich dabei die Arbeitskreise Milch, bei denen die innerbetriebliche Kostenstruktur optimiert und besonderes Augenmerk auf Effizienz und nachhaltiges Wirtschaften gelegt wird“, betont Freudenberger, die diesbezüglich auf große Erfolge verweisen kann.